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Gleichnis vom sorgfältigen Gärtner

Sehet, das ist der natürliche Frühling! – Was kann man aber von diesem lernen? – Ich sage euch – sehr vieles!

Ihr wisst, wodurch er natürlicherweise entsteht, nämlich durch das wachsende Licht und durch die Wärme.

Nun sehet, wenn ihr recht emsig treu Mein Wort anhöret oder selbst leset, so nähert sich da ebenfalls die große Geistessonne eurer irdisch oder weltlich noch kalten nördlichen Winterzone des Herzens. Dieses „Sonnenlicht“ entbindet da auch nach und nach stets mehr und mehr Wärme, welche die Liebe zu Mir ist, zur wahren geistigen Lebenstätigkeit.

Wenn nun solches vor sich zu gehen anfängt, dann ist bei dem Menschen der „geistige Frühling“ eingetreten.

Wie es aber ist, dass der natürliche Frühling nebst vielen nützlichen Pflanzen und Tieren auch ebensoviele giftige und schädliche ins Leben erweckt, also ist es auch mit dem geistigen Frühlinge, dass dadurch im Menschen auch viele giftige und schädliche böse Geister geweckt werden, aus welcher Ursache dann auch die Versuchungen zur Sünde mächtiger werden als in dem leblos starren Winter, welcher ist die laue weltliche Gewöhnlichkeit des Menschen.

Daher muss der Mensch in diesem geistigen Frühlinge einem sorgfältigen Gärtner gleichen, der seine Bäumchen und Pflanzen sorgfältig von den schädlichen Raupen reinigt und alles Unkraut ausjätet, damit der edlen Bäume und Pflanzen Leben keinen Schaden leide.

Wer nun auf diese Art seinen Lebensbaum von allen den bösen Begierden und Leidenschaften durch die kräftigen Werkzeuge, welche sind die Selbstverleugnung und die Demut, emsig reiniget, der wird dann gewiss auch im Sommer und Herbste seine Tätigkeit mit den herrlichsten, reif gewordenen Früchten belohnt sehen.

Diese Früchte aber sind keine anderen als die Erscheinung des „Zeichens des Menschensohnes am Himmel.“ Die „Geschlechter der Erde“ sind die hinausgeschafften bösen Begierden und Leidenschaften. Und darauf erfolgt „das Kommen des Menschensohnes auf den Wolken des Himmels mit großer Kraft und Herrlichkeit.“

Himmelsgaben, Band 1, Kap.112

Sage Ich: »Hast wohl recht, Mein Töchterchen; aber lassen wir sie, die da noch schwach in einem und dem andern sind, – die Zeit und mehrfache Erfahrung wird sie schon noch stärker machen in allem! Bedenke, wie viel du an Meiner Seite schon erfahren hast, und du kannst darum schon leicht mehr Mutes besitzen; diese aber haben noch wenigeres erfahren, und es war darum ihre Furcht leicht größer denn ihr Vertrauen. In der Folge aber werden sie schon auch vertrauensvoller dastehen. – Fassest du solches?«
Sagt Jarah: »Ja, das fasse ich wohl; aber das weiß ich auch, wie in Genezareth alle mit mir gleich vieles erfahren haben, und dennoch getraute sich anfangs niemand, außer mir, mit Dir aufs blanke Wasser zu treten, nicht einmal Deine Jünger! Worin lag denn hernach da das geringere Vertrauen?«
Sage Ich: »Wieder doch in deinen größeren Erfahrungen; denn dich trug Mein Engel sichtlich auf seinen Händen, und du machtest Erfahrungen, die bis jetzt noch kein Mensch gemacht hat. Und dazu hattest du wohl die größte und mächtigste Liebe zu Mir, in der wohl auch stets das größte Vertrauen waltet.
Darum wundere dich darob nicht zu sehr, weil dein Vertrauen zu Mir stärker ist denn dass der übrigen Menschen; denn das gibt dir deine große Liebe!
Aber, wie Ich dir schon in Genezareth bemerkt habe, so werden in etlichen Jahren auch über dich noch so manche Versuchungen kommen, mit denen du trotz des größten Vertrauens zu Mir zu kämpfen haben wirst. Aber durch die Kraft und Macht Meines Namens wirst du alle Versuchungen zu Boden schlagen und wirst von da an erst frei wandeln in Meinem Lichte.
Denn was ein Mensch aus Mir für sich frei haben will, das muss er sich: durch die eigene Kraft erkämpfen! Du, Mein liebstes Töchterchen, hast bis jetzt keinen eigentlichen Kampf bestanden, und es war dazu die eigentliche Zeit und die wahre Gelegenheit nicht da; das alles wird jedem Menschen erst werden, so Mein Tagewerk auf dieser Erde vollendet sein wird.
Ich bin nun nur Sämann und lege das gute Weizenkorn in den lebendigen Acker eurer Herzen. Der Same wird da erst keimen und dann zur segensreichsten Fruchtbringung aufgehen; dann erst werdet ihr für euch selbst die Frucht auf eurem eigenen Lebensboden zu pflegen haben mit mancher Mühe und Selbstverleugnung! Wohl dem, der die Frucht, die Ich in sein Herz gesät habe, rein und reichlichst in die von Mir in ihm errichteten Scheuern Meines Geistes bringen wird! Wahrlich, den wird es künftig ewig weder hungern noch dürsten!
Also, was du, Meine liebste Jarah, nun hast, ist nur der von Mir in dein Herz gelegte Same. Nach etlichen Jahren wird er als ein wogendes Saatfeld dastehen und allerlei Stürmen ausgesetzt sein; aber da heißt es dann kräftigst und volltrauigst durch Meinen Namen und durch große, sich selbst ganz verleugnende Liebe zu Mir das wogende Saatfeld vor den drohenden Stürmen bewahren, dass sie nicht zum verderblichen Ausbruch kommen und zugrunde richten das herrliche Saatfeld, das Ich Selbst bestens bebaut habe! Denn ist über ein solches Feld einmal ein verheerender Sturm ausgebrochen, da ist es nahe unmöglich, ihm einen Einhalt zu tun.
Du wirst dich wohl noch auf die etlichen Wochen zurückerinnern, wie Ich dir in Genezareth ein Gärtchen angelegt habe und habe es bestellt mit allerlei nützlichen Pflanzen!? Die Pflanzen wachsen gut und sehr üppig; aber das Gärtchen und die Pflanzen müssen gepflegt, das Unkraut, so es irgend aufschießt, muss ausgerottet werden, und so es sehr heiß und trocken wird, darf die Gießkanne nicht außer acht gelassen werden.
Und siehe, ein ähnliches Gärtchen habe Ich auch in deinem Herzen angelegt und habe es reichlichst bestellt mit allerlei nützlichen Gewächsen; die Wertung und weitere Pflege dieses Gärtchens ist nun schon dir allein anheimgestellt. Habe alle Aufmerksamkeit und allen Fleiß auf die Wertung und Pflege dieses Gärtchens, so wirst du jüngst aus ihm eine reiche Ernte machen! – Verstehst du wohl dieses Bild?«
Sagt die Jarah: »Ja, Herr, Du meine alleinige Liebe, ich verstehe es ganz, möchte aber darob wohl etwas traurig werden, weil ich noch so manche Stürme bis zur Ernte soll zu bestehen haben! Aber ich hoffe und glaube: Du wirst Deine arme Magd nicht zugrunde gehen lassen, so sie in einer Not zu Dir um Hilfe rufen wird; denn Du hast ja mein Flehen gehört und erhört, als ich Dich nicht gesehen und erkannt habe wie nun!«
Sage Ich: »Alle, die Mich erkennen und anrufen im Herzen und vertrauen auf die Macht Meines Namens, werden ewig nie zu Schanden und Schaden kommen; des kannst du vollauf versichert sein!«
Großes Evangelium Johannes, Band 3, Kap.210, Verse 11-22

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