Ich sagte: Petrus! Dir will Ich die Schlüssel des Himmelreichs (d.h. des Herzens) geben; und was Du auf Erden (durch die Liebe zu Gott und zum Nächsten an dein liebendes Herz) binden wirst, das soll auch im Himmel (wo Mein Liebegeist thront) gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst (d.h. deine Brüder aus Sünden und Verirrungen durch liebevolle Belehrung lösen wirst), wird auch im Himmel (im Herzen bei Jesu) gelöst (Matth. 16, 9) – und welchen ihr Sünden erlasset, denen werden sie erlassen, welchen ihr sie aber nicht erlasset, denen sind sie auch nicht erlassen. (Joh. 20, 23)
Dies ist so zu verstehen: Wenn man Gott beleidigt, muß man Gott um Verzeihung bitten; hat man den Nächsten beleidigt, so muß man diesen um Verzeihung bitten. Deswegen haben die Apostel auch keine Beichte gekannt, denn die Beichte ist erst im Jahre 1215 nach Meiner Himmelfahrt aufgekommen. Ist aber ein Bruder (ein Mensch) zu strafen, so strafe man ihn, aber man prüfe erst ernst, ob er es verdient, auf daß Ich euch nicht zur Rechenschaft ziehe ob eurer Ungerechtigkeit. Ich, als Gott, kam nicht auf die Welt, die Menschen zu strafen und zu verdammen, sondern zu erlösen und zu beglücken. (Joh. 3, 17) Ich habe niemanden zum Herrn über andere aufgestellt, denn Ich sagte zu Meinen Kindern durch die Apostel: Niemand ist euer (geistiger) Lehrer, Meister und Vater, als nur Gott, ihr aber seid alle Brüder und Schwestern. ( Matth. 23, 8-10) Ich habe niemandem ein geistiges Vorrecht über seine Nebenmenschen eingeräumt (Allerdings vergesse man hier nicht das ebenso wahre Bibelwort: Seid untertan der Obrigkeit usw., denn sie ist (wegen Menschenmängel und Fehler) von Gott eingesetzt (Römer 13, 1). Erfüllet daher auch gegen eure Vorgesetzten eure Pflichten; denn Ich sage Selbst: Gebet dem Kaiser was des Kaisers und Gott was Gottes ist (Matth. 22, 21). Nun betrachte durch Mein 5., 7. und 9. Gebot, was du dem Kaiser schuldig bist und was Mir! Wer irgend etwas besser versteht, soll die Nebenmenschen als seine Brüder belehren, aber sich nicht einbilden, daß er mehr als die anderen oder gar ein Herr über sie sei, sondern Ich sagte: Der Größte unter euch soll euer Diener sein, (Matth. 23, 11-12) d.h.: Er soll sich am Demütigsten betragen und allen, durch Gottes- und Nächstenliebe geleitet, helfend, belehrend und selbstlos Liebesdienste erweisend sein. (Matth. 10, 8 )
NEUOFFENBARUNG