(Bitte der Priester um Vergebung des Vorgehens gegen den Anführer. Dieser vergibt ihnen die Sünden und bewirtet sie. Liebe als die alleinseligmachende Kirche. Die Priester bitten um Aufnahme in die Gesellschaft und sie werden angenommen. Je näher Rom, desto näher der Räuber- und Mörderhöhle. Belehrung in der echten Christuslehre.)
Plötzlich trat ein Jüngling auf und fragte sie barsch: „Was ist? Was wollt ihr da, ihr naseweisen Papisten?!“
Erschrocken fuhren die Priester zusammen und sagten: „Lieber junger Mann, sei nicht böse! Wir gingen euch nach, um zu erfahren, wer ihr eigentlich seid. Es scheint uns nun, dass wir uns schrecklich getäuscht und gröblich versündigt haben gegen euren Anführer. Gehe, lieber junger Mann, und sage Ihm, dass wir unseren großen Irrtum bedauern und Ihn bitten, Er möge uns unsere Versündigung gegen Ihn gnädig verzeihen, denn es ist uns jetzt sehr leid, dass unser junger Überwitz sich solche Gemeinheiten erlaubte. Sage Ihm, dass es uns von Herzen wirklich leid tut, Ihn beleidigt zu haben.“
Der Engel kehrte um und brachte Mir diese Botschaft. Ich sagte nun dem Engel: „Bringe Brot und Wein auch für diese her.“ Im nächsten Augenblick war das Verlangte da. Nun ließ Ich es hintragen und ging mit. Dort segnete Ich die Mahlzeit, verteilte sie selbst unter sie und sagte: „Eure Sünden sind euch verziehen! Esset und trinket und denket in Liebe an Den, Der für euch vor 1500 Jahren gelitten und gestorben, und der nun liebreich von seiner Gnadenhöhe auf eure reuevollen Herzen schaut.“
Mit Tränen in den Augen dankten Mir die Priester für die Vergebung und für die Mahlzeit und baten Mich, ob es ihnen erlaubt sei, auch mitzuziehen.
Ich erwiderte ihnen: „O ja, aber die Gesellschaft besteht zumeist aus Protestanten und zwar aus sehr liebevollen, friedfertigen Menschen, deren Wahlspruch ist, strikt nach Jesu Lehre zu leben. Wer aber nach dieser Lehre leben will, da sie die Lehre der göttlichen Liebe ist, der ist Mir willkommen, mag er Protestant, Römisch-Katholischer, Orthodoxer, Mohammedaner, Jude, Chinese oder Japaner sein, denn in dieser Lehre gibt es eine ,alleinseligmachende Kirche’, welche heißt Liebe!
In dieser sind alle göttlichen Tugenden enthalten, und daher, wenn euch dies behagt, so könnt ihr bleiben, sonst nicht. Denn Hass und Streit darf nicht vorkommen in unserer Gesellschaft, sondern die Liebe ist die alleinige Leiterin unser aller, also, wenn euch das behagt, dann habe Ich nichts dagegen einzuwenden.“
Der junge Priester schaute seine Kollegen an, ob sie damit einverstanden wären. Diese aber nickten, einverstanden zu sein. Daher wandte sich der Sprecher wieder zu Mir und sagte: „Herr und Anführer der Gesellschaft! Wir sind alle damit einverstanden und bitten Dich demütigst, uns behalten zu wollen.“
Ich sagte: „Die Bedingungen kennt ihr, also bleibet, wenn euch diese behagen. Denn bisher gibt es nur Protestanten, Römische und wenig an Gott Denkende, vordem sie bekehrt wurden, nämlich Räuber, aber diese sind nun keine Räuber, sondern sie waren Räuber und Mörder auf römisch-katholischem Boden. Auf dem Boden der Lehre Jesu Christi schafft man aus Wölfen Lämmer, während der verballhornte und schlaff gehaltene christliche Glaube alle möglichen Sünder schafft, so besonders Diebe, Räuber und Mörder, wie der italienische Boden zeigt, wo es recht viele Geistliche gibt. Denn es ist ein bekannter Spruch: Je näher Rom, wo der Papst regiert, desto näher der Räuber- und Mörderhöhle, sowohl leiblich wie geistlich genommen.“
Diese Meine Bemerkung geschah deshalb, um den jungen Hochmutsgeistern ihren ganzen Streitkamm abzuhauen, was sie auch sehr beschämt machte.
Unter solchen Bemerkungen verlief nun die Zeit der Mahlzeit und wir waren wieder reisefertig. Allein, da Ich keine Eile hatte fortzugehen, sagte Ich den Engeln, sie sollten die neu angenommene Gemeinde samt den Priestern gründlich in der christlichen Lehre und in dem Gebrauch, wie er unter uns gang und gäbe sei, unterweisen.
Die Engel begaben sich sogleich an die Arbeit und man hörte bald recht laut über die früheren Grundsätze und die jetzige Neuordnung diskutieren. Besonders machten die Gemeindemitglieder auf Meine früheren Ausführungen und Aufklärungen aufmerksam, die ihnen Augen und Verstand geöffnet haben, welche armseligen Geistes- und Leibessklaven sie unter der römischen Glaubenslehre mit ihren Menschensatzungen waren, und sagten: „Wir sind froh, doch endlich aus dieser unseligen Pfaffensklaverei erlöst zu sein. Wozu brauchen wir Priester? Die Lehre ist so einfach, dass, wenn man sie einmal gehört hat, dann ist es genug, man muss nur danach leben und handeln, dann ist alles gut. Daher wollen wir von keiner Priesterschaft mehr etwas hören, und sollte uns noch etwas unklar sein, so haben wir euch, die wir fragen können.“
NEUOFFENBARUNG