(Die Geheilten bemerken das Ungewöhnliche der Gesellschaft. Ihre Belehrung durch die Engel. Aufnahme aller in die Gesellschaft. Marsch und Ankunft vor einem großen Friedhof. Die Geister werden aufgeklärt über die Gesellschaft, dass sie lebt nach Jesu Lehre, ohne Unterschied der Religion und Nation. Das Warten der römisch-katholischen Geister auf das jüngste Gericht. Einladung an die Geister zu einer religiösen Auseinandersetzung.)
Nach der Mahlzeit sangen die Engel das Loblied zu Gott, was die neue Gesellschaft aufmerksam machte, dass hier etwas Besonderes sein müsse, denn die Mahlzeit war übernatürlich gut und der Gesang überirdisch schön. Und so betrachteten sie denn mit der größten Aufmerksamkeit die Geschirr-wegräumenden Engel, die ihnen wegen ihrer Jugend und Schönheit auffielen. Letztere kamen sogleich wieder und belehrten die geheilten Kranken, was sie zu glauben und was sie zu lassen hätten.
Bei dieser Gelegenheit fragten die Geheilten die lehrenden Engel, was wir seien und wohin wir gingen. Diese aber antworteten: „Wir sammeln willige Menschen, die so leben und handeln wollen, wie wir lehren, und sind auf der Wanderung zum Himmel, zum Vater Jesus, und wenn ihr willig seid, so könnt ihr mitziehen.“
Darauf meldete Ich Mich und sagte: „Nur das strikte Befolgen dieser Lehren, die euch durch die Engel beigebracht werden, befähigt euch, mit Mir zu ziehen. Somit müsset ihr euch gut überlegen, ob ihr genug guten Willens seid, dies zu tun.“
Aber alle meldeten sich und sagten: „Schon aus Dankbarkeit täten wir das, noch lieber aber tun wir es, da wir dadurch bald zu unserem geistigen Ziel zu gelangen hoffen.“
“Gut, also ziehet alle mit, auch die Krankenwärter, denn diese haben gar viel Liebe, Mitleid und Geduld mit euch gehabt. Daher verdienen sie auch einmal dafür belohnt zu werden mit dem Himmel.“
Diese Verheißung entlockte ihnen Tränen der Dankbarkeit und sie freuten sich wie Kinder auf Obst und Naschwerk, das ihnen versprochen wurde. Nach diesen Szenen brachen wir auf und gingen weiter des Weges, die verlassene Ortschaft im Stiche lassend. Denn die Geheilten waren froh, davongekommen zu sein, die Wärter aber, die langjährige plagende Arbeit zurückzulassen, für die sie nun den Lohn holen gingen.
Nach einem Marsch von zehn Stunden kamen wir zum Friedhof einer großen Stadt auf Erden und lagerten uns vor demselben.
Sogleich kamen einige Geister zu uns und fragten, wohin wir wanderten und welchen Zweck wir verfolgten. Ich aber antwortete ihnen:
„Wie ihr sehet, sind wir Geister wie ihr und Ich bin ihr Anführer. Die Gesellschaft besteht aus Juden, Protestanten und Römisch-Katholischen. Bei uns ist jeder Glaubensunterschied beseitigt worden. Wir leben nach der Jesuslehre, und diese ist die Lehre der Liebe, der Demut, der Duldsamkeit und daher des Friedens. Durch diese Tugenden, die wir fleißig pflegen, sind wir zu einer gemeinsamen Familie geworden. Wir betrachten uns alle als Kinder eines Vaters Jesus, und daher als Brüder und Schwestern untereinander.“
Da erwiderte einer der Geister: „Sehr schön gesprochen und anzuhören, aber saget uns: Ist bei euch schon das jüngste Gericht gewesen, dass ihr in der Welt herumziehet und euch des Lebens freut? Wir sind hier lauter Römisch-Katholische, aber wir haben uns vorgenommen, solange zu warten bis uns die Posaune zur Auferstehung des Fleisches und zum jüngsten Gericht erwecken wird. Wir glauben fest daran und daher warten wir geduldig auf die Erfüllung dieser Verheißung.“
Nun antwortete Ich ihm: „Da werdet ihr so lange warten, bis euch die Geduld ausgehen wird. Übrigens kommt alle heraus zu uns, damit wir uns näher besprechen und ihr alle unsere Auseinandersetzungen anhöret, statt im Grabe und Moder zu hocken.“
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