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Vom Wesen Gottes – und des Menschen

383. – Den 17. Februar 1884  Vom Wesen Gottes – und des Menschen

„Da sprachen etliche der Pharisäer: „Der Mensch ist nicht von Gott, dieweil er den Sabbat nicht hält.“ Die Andern sprachen: „Wie kann ein Mensch solche Zeichen tun? „Und es ward eine Zwietracht unter ihnen. (Joh. 8, 19.)
 

Liebe Kinder!

Als Ich auf Erden wandelte, fand Ich den Unglauben am größten bei den Pharisäern und Schriftgelehrten, weil die diesen der Hochmut und die Überhebung am stärksten und größten waren, und sie darum sich selbst geltend machen wollten, (sich zwingend) als wahre Abkömmlinge Luzifers, von dem es heißt: „Er wollte sein wie Gott.“

Gerade in diesem Punkte und in dieser Sünde des Hochmuts liegt das Verderben und der Untergang alles Guten, weil dasselbe nur auf Grund wahrer Demut und Liebe sich gründen muss; denn Mein Urwesen, nach welchem Ich Mir Kinder schuf, ist Demut und Liebe, eine Entäußerung von dem, was Ich allein im Besitz hatte, an Meine geschaffenen Wesen; darum auch gab Ich denselben den freien Willen, als die größte Gabe der Liebe, welche Ich geben konnte.

Das seht ihr auch am Beispiel eines irdischen Vaters; wenn derselbe seine Kinder in allem selbst wählen lässt, so ist dies ein Zeichen, daß er sie so liebt wie sich selbst, indem er ihnen in dieser Liebe etwas von seinem Vaterrechte abtritt, was denn auch die Kinder gegen den Vater mehr zum Danke verpflichten soll, als alle anderen Genüsse im Hause des Vaters.

So wollte also auch Ich Meinen Kindern einen Teil Meines Vaterrechtes überlassen, welches aber nun der größte Teil derselben missbraucht, indem sie sich über Mich erheben.

Wie groß diese Überhebung gegen Mich ist, das könnet ihr aus der Geschichte wissen; aber in eurer gegenwärtigen Zeit hat dieselbe ihren Höhepunkt erreicht, so daß Ich nicht nur nicht mehr als Vater anerkannt werde, sondern auch nicht mehr als Gott; ja Meine Existenz wird ganz geleugnet, und bei den Besseren nur noch soviel anerkannt, als sie es noch für nötig finden, es zu ihrem eigenen Interesse festzuhalten; daher hauptsächlich die Wirkungen des h. Geistes als ein Geheimnis, welches nur blindlings noch geglaubt werden müsse, dargestellt werden.

Das der h. Geist (oder Ich in Meiner göttlichen Beeinflussung) gerade jetzt sich am kräftigsten bei solchen Seelen tätig macht welche noch zu retten sind, dies wird sogar von Denen geleugnet, die sich nach Meinem Namen christliche Kinder Gottes nennen. Solches kommt daher, weil sie nicht einfältigen Herzens sind; darum hören sie Dessen Stimme in ihnen nicht, sondern besprechen sich mit ihrem Verstande, welcher sich bei ihnen an Meine Stelle zu setzen sucht.
           
Geht, so geht der Sündenfall in dem Menschen stets erneuert fort, als die Überhebung des Natürlichen gegen den Einfluss des Göttlichen, und darum ist Mein Wiederkommen, um die Seelen zu retten, ein Werk des h. Geistes! Ich sage es euch, M. l. Kinder, daß nun Mein Erscheinen durch den h. Geist geschieht, was nur Solche zu fassen vermögen, welche wissen, daß Ich (der Vater), Jesus (der Sohn) und der h. Geist nicht getrennt werden können, sondern Eins sind.
           
Und gleichwie einst die Pharisäer und Schriftgelehrten Mich in der Person Jesu nicht als ihren Messias oder Retter anerkannten, so geht es jetzt wieder. Die Verstandesgelehrten weisen Mich zurück, und erkennen Meine Wirkungen an den Menschen nicht an, sei es im Innewerden oder im direkten Worte; es ist ihnen beides eine Torheit, denn „der natürliche Mensch vernimmt nichts vom Geiste Gottes, denn es muss geistig gerichtet sein.“ (1. Cor. 2, 14.)

Darum wundert euch nicht mehr, wenn auch ihr bei der Übermacht des Bösen überall zurückgewiesen werdet, wenn ihr in Meinem Namen etwas tun wollet; aber bleibet stark im Vertrauen, daß Ich euch dazu erwählt habe, Mir als Vorbereiter Meines Wiederkommens zu dienen, und da und dort Seelen zu gewinnen durch Meine euch zugewiesenen Worte. Es liegt so in Meinem Rettungsplane, daß in solch unscheinbarer Tätigkeit dennoch die größte Kraft Meines Geistes verborgen liegt.
           
Darum, wenn ihr auch nicht erschauet, welchen Erfolg diese kleine Aussaat hat, so säet dennoch ruhig fort im Vertrauen und aus Liebe zu Mir; eure Ernte wird einst doch reichlich ausfallen, und eure Vereinigung mit Mir (eine feste sein).

Amen.

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