402. – 15. Juni 1884 Vom Verhältnis zwischen Gott, Vater und Sohn
Solches redete Jesus, und hub seine Augen auf und sprach: „Vater, die Stunde ist hier, daß Du Deinen Sohn verklärest, auf daß Dich Dein Sohn auch verkläre!“ (Joh.- Kp. 17, V. 1.)
Liebe Kinder!
Obgleich dieses Kapitel mit seinen Worten stets wieder die innige Verbindung zwischen Mir und dem Vater ausdrückt, so sind dieselben doch schon vielen Menschen ein Stein des Anstoßes geworden in dem Glauben, daß Ich, Gott Selbst, solches ausgesprochen habe als Jesus, weil sie dabei eine andere oder zweite Person für nöthig halten, um eine solche Ansprache zu begründen.
Es geht eben diese Meinung von ihrem natürlichen Verstande aus, welchem noch vieles rätselhaft in geistigen Dingen ist, weil geistige Begriffe eine geistige Eigenschaft sind, und daher eine besondere Gnadengabe vom h. Geiste gegeben werden müssen. (1. Kor. 2, 14.) So ist es auch mit diesen angeführten Worten, welche Ich so geben musste, indem Ich Mich nach der Auffassungsfähigkeit Meiner Jünger zu richten hatte, um sie schrittweise zu der Überzeugung gelangen zu lassen, daß Ich Selbst ihr göttlicher Vater bin!
Diese Überzeugung ist auch heute noch nicht durch das bloße Lesen dieser Worte zu erhalten, sondern nur durch ein redliches Suchen mittelst des Gebetes, und durch treue Erfüllung Meines Willens, wozu der Mensch durch die Liebe zu Mir angetrieben werden soll. Steht derselbe in der Liebe zu Mir, so wird er durch innere Erleuchtung gesegnet, und findet Ausschluss über das Wesen Meiner Gottheit in seinem eigenen Innern. Jeder denke darüber nach, ob er nicht schon in Fällen war, wo er mit sich selbst redete, besonders wenn eine Entscheidung zwischen Natürlichem und Geistigem, oder zwischen Gutem und Bösem vorlag.
Wie oft geht der Mensch mit sich selbst zu Rate, und spricht mit sich wie zu einer andern Person, und so kann auch Ich dem Menschen keine bessere Erklärung über den Zusammenhang Meines (göttlichen dreieinigen) Wesens in Beziehung auf Meine Menschwerdung geben, als den Hinweis auf sein eigenes Wesen, das gleichfalls aus Geist, Seele und Leib besteht, und somit die Urkraft, das Anregen und das Ausüben in sich vereinigt.
Ebenso ist Mein Wesen durch verschiedene euch begreifliche und anschauliche Kundgebungen mit euch in Verbindung getreten, und wenn ihr an dieser Verbindung zwischen Mir und euch festhaltet, was nur durch eure Liebe zu Mir möglich ist, so werdet ihr immer mehr in die Geheimnisse der Gottheit eingeführt, um dadurch euch selbst mehr zu vergöttlichen, als Meine Abkömmlinge.
Darum leset die Worte aus wahrer Liebe zu Mir, weil auch sie euch Zeugnis geben von Meiner Liebe zu euch, und ihr werdet, anstatt euch daran zu stoßen, euch freuen, mit derjenigen Freude, welche Ich Allen gebe, die Mich lieben – Als ihren treuen Vater in Jesu!
Amen!
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