410. – 10. August 1884 Entsprechung der Schläfrigkeit der 3 Jünger in Gethsemane
„Und kam und fand sie schlafend, und sprach zu Petrus: „Simon, schläfst du? Vermöchtest du nicht Eine Stunde (mit Mir) zu wachen? Es ist genug, die Stunde ist gekommen. „Siehe, des Menschen Sohn wird überantwortet werden in „der Sünder Hände u. s. w. (Mark. 14, 37. 41.)
Liebe Kinder!
Alle Vorgänge, die sich mit Mir zugetragen haben, ehe Ich Mein irdisches Leben und Kreuzestode beschloss, um das Erlösungswerk zu vollbringen, und so auch Mein nachheriges Auferstehen, wiederholen sich geistig von einer Zeitperiode zur andern, wo Ich dann wieder einschreite, um die Menschen nicht ganz dem Verderben preis zu geben. Gleichwie einst dort, so wird auch jetzt überall von den Weltklugen beraten, wie der Glaube an Meine Gottheit vollends auch in den gläubigen Seelen ausgerottet werden könne, damit kein Widerstand mehr gegen das Toben und Überwuchern des Bösen stattfände.
Denn obgleich Meinen wahren Kindern keine äußerliche Übermacht nachgewiesen werden kann, so besteht dieselbe doch; aber mehr nur im Gebete, wodurch ihnen mehr Licht und Kraft zufließt, und also ihr unsichtbarer Einfluss ein reiner und starker ist, so daß die finstern Umgebungen auch bei Solchen weichen müssen, in deren Nähe sie kommen, oft nur auf kurze Zeit; oft aber auch in längerem Verkehr. Also werden dann ihre Nächsten oder Nebenmenschen, deren sie sich besonders annehmen, freier von der Bedrückung durch finstere Geister, und werden so wieder mehr Mir zugewendet.
Darum ist es von so großer Wichtigkeit, daß Meine gläubigen Kinder mit Mir wachen, hauptsächlich in solchen Stunden, wo Mich der Verfall der Menschen betrübt, und Ich wiederum einen Rettungsplan mache, dieselben aus dem Verderben zu reißen. Es geschieht dies oft an einzelnen Seelen, oft an ganzen Ländern und Völkern, durch schwere Gerichte, welche Meine Liebe nicht gerne zulässt; darum sie eben spricht: „Ist’s möglich, so gehe dieser Kelch vorüber, doch nicht mein, sondern Dein Wille geschehe!“ d. h. hier muss die Liebe sich der göttlichen Weisheit unterordnen: auch wenn diese strenge und gerecht auftritt, weil die Liebe zu schwach sich fühlt, das Errettungswerk allein auszuführen.
In diesen Zeiten des Gerichtes stützt sich die Liebe des Vaters auf das Flehen und Gebet Seiner wahren Kinder, um derentwillen dann solche Gerichtsvollziehungen teilweise verzögert, teils gemildert und abgekürzt werden, weil der Vater das Recht an dieselben entäußert hat, an der Errettung der Seelen mitzuwirken. Gleichwie Ich einst dort Meine Jünger mit auf den Kampfplatz nahm, und dieselben durch ihre Schläfrigkeit Mir keinen Beistand leisteten, sondern zur Zeit der Not flohen, so ist es heutzutage wieder, wenn der große Kampf vollends entbrennen wird, wo Ich (Jesus) als göttliche Person verworfen werde. Auf da werden Viele schlafen, weil sie im Glauben zu matt sind, und Viele werden fliehen, weil sie den Verlust des Materiellen mehr fürchten, als den Verlust Meiner Vaterliebe.
Auch jetzt rufe Ich den Meine zu: „Wachet und betet, daß ihr nicht in Versuchung fallet; denn der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach.“ Wo eine geistige Gefahr droht, da ist doppelte Wachsamkeit nötig, weil dieselbe schwer zu erkennen ist, und erst dann, wenn sie schon längst die Seele umstrickt hat, gefühlt wird. Aber auch Ich werde stets wieder zu erwecken suchen, und den Meinen sagen, daß die Stunde gekommen ist, wo des Menschen Sohn in die Hände der Sünder überantwortet wird, und rufe: „Stehet auf! – lasset uns gehen, der Mich verrät, ist da!“ Euer treuer Jesus.
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