414. – 7. September 1884 Jesus als Gottmensch und Erretter (Matth.12,20. )
„Das zerstoßene Rohr wird Er nicht zerbrechen, und das glimmende Docht wird Er nicht auslöschen, bis daß Er ausführe das Gericht zum Siege. ( Jes. 4, 3.)
Liebe Kinder!
Diese Worte der Verheißung, in welchen Mein Wesen als Mensch und Erretter vorrausgesagt und bezeichnet ist, habe Ich einst Meinen Propheten in den Mund gelegt, welche, ohne es mit dem Verstande erfassen zu können, auf die stimme ihres Innern hörten, und dem Volke das Vernommene mitteilten. Diese Propheten im alten Bunde waren Medien; aber ihre Mitteilungen waren göttl. Geistiger Art, weil dieselben mit Mir in Verbindung standen, und den Glauben an ihren einigen und wahren Gott festhielten; daher konnten sie auch ein wahres Bild von Mir entwerfen, weil sie Mich als einen barmherzigen Gott erkannten.
Was die Person Christi anbelangt, so erhofften sie in dem Erscheinen des Messias einen besonders von Mir begnadigten Propheten, welcher nach Meinem Willen handeln, und deshalb nur Liebe und Gnade über das in Finsternis und Bosheit geratene Volk ergehen lassen werde; aber sie fühlten auch, daß Derselbe nur mit großer Barmherzigkeit sich der Verlassenen annehmen, und in sanftem stillem Geiste einhergehen werde, um so durch Liebe noch Viele zu retten, die mehr durch Unwissenheit als Bosheit gar ferne vom Ziele der Seligkeit stehen.
Wie V. 19 zeigt: „Er wird nicht zanken noch schreien, und man wird Sein Geschrei nicht hören auf den Gassen“, sowie V. 20: „Das zerstoßene Rohr wird Er nicht zerbrechen und das glimmende Docht wird Er nicht auslöschen, bis daß Er ausführe das Gericht zum Siege.“ Diese Worte Meiner Propheten gelten auch heutzutage noch bei Meinem Wiederkommen; sie sind so klar und deutlich, daß Ich nun auch nicht viel darüber sagen will, weil Solche, die Mich lieben können, sie gar wohl verstehen, und deshalb auf Meine Güte immerdar hoffen, wenn es ihnen bange werden will bei den Ereignissen in der Welt, die da zeugen von der großen Verdruss der Menschen, welche in Allem Mir schnurgerade entgegenhandeln, und um Solches leichter tun zu können, lieber Mich als Regenten verleugnen.
Damit aber Meine wahren Kinder bei solchen Wahrnehmungen nicht mutlos werden, in ihrer Missionsarbeit für solch arme Mitmenschen dennoch fortzufahren, in der Fürbitte und in der Liebe gegen sie, ihnen stets wieder ein Lichtstrahl in ihre Finsternis zuzuführen, darum stehen solche Worte mehr für diese (Meine wahren Kinder) hier, damit sie immer noch auf Meine Liebe bauen, wenngleich Alles um sie her sich vollends in den Abgrund zu stürzen droht.
Es ist also auch noch dem größten Sünder erlaubt, Meine Gnadenhand zu ergreifen; denn es stehet von Mir geschrieben: „das zerstoßene Rohr wird Er nicht zerbrechen, u. s. w.“, sondern Ich knüpfe an das kleinste Fünkchen an, auf daß Ich es aufs Neue entflamme, bis daß es ausführe das Gericht zum Siege, auf daß die Schrift erfüllet wird! So hoffe ein Jedes unter euch beim Gefühle seiner Schwachheit auf Meine väterliche Handreichung.
Amen! Euer Vater!
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