423.- 9. Oktober 1884 Über die wahre Nachfolge Christi
„Und was Nutzen hätte der Mensch, ob er die ganze Welt gewönne, und verlöre sich selbst oder beschädigte sich selbst? – „Wer sie aber Mein und Meiner Worte schämt, des wird sich
des Menschen Sohn auch schämen, wann Er kommen wird in Seiner und Seines Vaters und der h. Engel.“ (Luk. 9. 23, 26.)
Liebe Kinder!
Nachdem Meine Jünger sich überzeugt hatten, daß Ich Der bin wie Petrus sagte: „Du bist der Christ Gottes“, daß Ich also (Gott in Mir wohnend) Christus sei, da glaubten dieselben Mir ihre Liebe dadurch am meisten zu beweisen, daß sie es dem Volke gleichfalls verkünden wollten, Wer Ich sei!
Ich aber bedeutete sie darum und gebot, daß sie es Niemanden sagten, weil Ich ihren inneren Glaubens-Zustand sehr wohl kannte, welcher noch viel zu schwach war, um die Verfolgungen auf sich zu nehmen, welche solchem Bekenntnisse folgen. Darum ist die erste Aufgabe einer Seele, nachdem sie Mich in Meiner großen herablassenden Liebe erkennt, daß sie selbst sich bemüht, derselben immer würdiger zu werden, ehe sie ihr Hauptstreben darauf hinlenkt Andere gleichfalls zu diesem Glauben zu bewegen; denn eine solche Seele erkennt da noch zu wenig die großen Nachstellungen des Feindes, sowohl in sich selbst, als von Außen her, beim Beginn ihrer Wiedergeburt, und darum gab Ich so viele Belehrung über die wahre Nachfolge:
„Wer Mir nachfolgen will, der verleugne sich selbst“, d.h. er entsage allen Ansprüchen, die das natürliche Ich bei ihm macht, und nehme sein Kreuz auch sich täglich, weil er weiß, daß dasselbe nur auferlegt ist, um es auf Golgatha an die Todesstätte zu tragen, um dort von Allem los zu werden, was nicht ins ewige Leben eingehen kann; gleichwie Ich einst die Sünde der Welt trug mit dem Kreuze, das Mich niederbeugte, bis die heilige Liebe es Mir tragen half, und dazu in Simon von Eyrene einen Mann schickte, welcher das Symbol, das hölzerne Kreuz, neben Mir trug.
Dieser Mann hatte in sich einen Funken reiner Liebe, und dieser Funke in seiner Seele erleichterte Mir die Last, gegenüber der großen Lieblosigkeit so Vieler. also Mir nachfolgt, der wird gleichfalls viele Lieblosigkeit zu fühlen bekommen; indem er in sich das Gegendteil fühlt, empfindet er desto stärker Alles, was sich nicht der reinen Liebe vereinen lässt, und insofern zieht Meine Nachfolge viel Kreuz nach sich, was Ich nicht abändern kann; denn es ist der Kampf zwischen dem Natürlichen und dem Geistigen.
Die Liebe muss sich das Eine (was Not tut) durch freiwillige Hingabe des Andern erringen, und da ist es in dieser Zeit freilich so weit gekommen, daß sie (die jetzige Menschheit umgekehrt) das Geistige hingibt für Materielles; dies ist der große Abfall der Menschen, und die große Verkehrtheit, welche bis zur Bosheit sich steigert, indem sie frech leugnet, was noch göttlicher Art ist.
Um dieses zu tun, ist ihr Mein Wort, die heilige Schrift, nicht mehr heilig, sondern sie greist dieselbe mit ihrem Verstande auf eine Weise an, um vieles darin Enthaltene bei solchen Seelen, die Mich an, um vieles darin Enthaltene bei solchen Seelen, vollends irre zu machen; denen gelten diese Worte: „Wer sich aber Mein und Meiner Worte schämt, des wird sich des Menschensohn auch schämen, wenn Er kommen wird in seiner Herrlichkeit und Seines Vaters und der h. Engel.“
Diesen wird durch den h. Geist nicht verliehen werden das Göttliche von dem Materiellen unterscheiden zu können, und sie werden die wirkende Kraft, die in der h. Schrift enthalten ist, und die zur Wahrheit hinleitet, nicht haben, weil eben dem Verstande das Innewerden der Vereinigung mit Mir nicht anvertraut ist; „es ist ihm eine Torheit und kann es nicht erkennen; denn es muss geistig gerichtet sein.“
Darum hütet euch, durch den Verstand Anderen, welche gleichfalls den Verstand höher achten, etwas von dem mitzuteilen, was die Gnade und Meine Liebe in euer Herz senkt!
Euer Vater Jesus!
NEUOFFENBARUNG