445. – 22. März 1885 Wichtige Lebenswinke
Erlösung. „Wer an Ihn glaubt, der wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt, der ist schon gerichtet; denn er glaubt nicht an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes. „Das ist aber das Gericht dass das Licht in die Welt gekommen ist, und die Menschen liebten die Finsternis mehr denn das Licht; denn ihre Werke waren böse. “ (Joh. 3, 18 – 21)
Liebe Kinder!
Nikodemus war ein Mann, der im Stillen von den damaligen Satzungen der Schriftgelehrten und Pharisäer in seinen Innern nicht mehr befriedigt war, sondern der h. Geist deckte ihm die großen Abweichungen von Meinem Gesetze auf; darum suchte er nach Wahrheit; aber die Furcht vor dem Menschen war noch zu groß bei ihm, um solches öffentlich zu tun, deshalb kam er zu Mir bei Nacht.
Es gab seit Meinem Erdenleben nach Meinem Tode immer wieder Nikodemusseelen, welche im Stillen zu Mir kommen; aber zu wenig Kraft besitzen, um öffentlich Mich als Den zu bekennen, Welcher Ich in ihrem Herzen bin; denn dazu gehört eine wahre Wiedergeburt. Die Seele muss bemüht sei, sich ganz zu vergeistigen; alle ihre Neigungen und Freuden nur in Mir und Meinen Eigenschaften zu befriedigen; und somit verliert alles Materielle den Wert vor einer solchen Seele, und es wird ihr leicht dieses oder Jenes um Meines Namens willen zu entbehren oder zu verlieren, sei es Ehre, Besitztum oder Freundschaft; kein Gut ist ihr zu groß, zu lieb, um es daran zu geben, sondern nur Meine Liebe und die Vereinigung mit Mir zu erhalten, dies ist ihr einziges Bestreben.
Ehe sie aber diese Richtung annimmt, muss sie die völlige Überzeugung und Erkenntnis von Meinem göttlichen Wesen haben, und (also) an die Liebe des Vaters, geoffenbart durch den Sohn, glauben; denn nur die Größe und die Tiefe Meiner Liebe sollen die Menschen veranlassen zur Gegenliebe, und darum bin Ich (als Jesus) in die Welt gekommen ist, und die Menschen liebten die Finsternis mehr denn das Licht, denn ihre Werke waren böse.“ Weil die Menschen zu sehr am Materiellen hängen, so weisen sie die Erleuchtung des h. Geistes von sich zurück, und lieben die Finsternis, in welcher sie mehr der Materie huldigen können, und verfallen somit dem Gerichte; denn ohne Meine Liebe und ohne Mich kann der Geist nie befriedigt werden.
Die Verwandtschaft zwischen Mir und ihm ist eine unumstößlich feste; sie kann zwar durch entgegen gesetztes Wollen der Seele eine zeitlang gestört, aber nie ganz aufgelöst werden; darum auch die Seele zu keiner Ruhe gelangt, ehe sie mit dem Geiste harmonisch ist, und dieses kann nur geschehen, wenn sie Mich gleichfalls liebt, weil auch in ihr ein kleines Teilchen Meines Ichs ruht, an welchem der Geist anzuknüpfen sucht, um sie völlig zu vergeistigen. Um dies euch besser begreiflich zu machen, weil Ich ein Beispiel geben. Sehet, ein Familienvater stirbt, und sein hinterlassenes Vermögen wird unter die Gattin und Mutter, sowie unter die Kinder verteilt; ein Jedes erhält dadurch ein väterliches
Vermögen, auch die Mutter einen Teil. Stirbt hernach die Mutter, so fließt (mit ihrer Hinterlassenschaft) auch der Teil, welchen sie vom Vater geerbt hat, wieder den Kindern zu, und somit ist in der Mutter Vermögen noch ein kleiner, vom Vater herstammender Anteil, welches Alles dann Eins ausmacht. Ähnlich verhält es sich mit dem Wesen des Menschen und seiner Seele, ein Teil seines göttlichen Ichs geht direkt vom Vater aus (d. ist der Geist?), durch welchen er zunächst das indirekte kleinere Atom göttlicher Abstammung, welches in jeder Seele vorhanden ist, sodann auch den größeren Teil ihres Ichs wiedergewinnen und an sich ziehen soll.
Der in der Seele schlummernde göttliche Funke ist nämlich stets bemüht ihren Willen für sich zu gewinnen; aber ihr Eigendünkel sucht denselben zu bösem (nach ihrem Gelüsten) zu verleiten; darum der stete Kampf zwischen Gut und Böse, die Entscheidung hängt von dem Beistande von Oben an; wer sich um denselben an Mich wendet, der wird Gutes wählen; wer sich dagegen von Mir abwendet, der wird böse werden. Darum ist es nötig, um gut zu werden, dass auch die äußerlich gebotenen Mittel befolgt werden, als z. B. das Wort Gottes fleißig zu betrachten, besonders aber das Gebet zu pflegen, und den Verkehr mit gleich strebenden Seelen, welche ebenfalls der Stimme des Geistes mehr Gehör schenken. Denn obgleich Mein Gegner mit List sich der Seelen ganz zu bemächtigen sucht, so ist demselben doch ein Damm gesetzt, indem auch er ein Träger des göttlichen Funkens ist, dessen er sich nicht entäußern (entledigen) kann. Für jetzt ist dieses noch eine Qual für ihn; aber Meine Erbarmung hat es so beschlossen, um auch diesen Funken einst noch zur Flamme anzufachen; darum musste er darauf verzichten sich gleichfalls die Menschenform anzueignen; er erhielt die Erde nur als einen Wirkungsplatz, aber nicht als sein Eigentum, sondern Meine Allmacht hat sich diese vorbehalten, um auch ihn auf derselben wiederum für Mich zu gewinnen.
Ihr aber könnet aus dieser Enthüllung eines göttlichen Geheimnisses ersehen, wie Ich nicht zu viel von den Menschen verlange, um sie in Mein R4eich aufzunehmen zu können, sondern dass nur Liebe und Weisheit in Meinen Geboten verborgen sind, um alles zu retten, was verloren ist; und so muss Ich heutzutage abermals sagen, wo Ich fast nirgends Aufnahme finde, um Meinen Kindern Meinen Rettungsplan mehr fassbar zu machen; „Das ist aber das Gericht, dass das Licht in die Welt gekommen ist, jedoch die Menschen liebten die Finsternis mehr; denn ihre Werke waren böse.“
Euer Vater Jesus.
Nr. 45, Vaterbriefe, 8. Heft.
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