447. – Karfreitag, den 3. April 1885 Zum Karfreitag, „Soll Ich den Kelch nicht trinken“
„Soll Ich den Kelch nicht trinken, den Mir Mein Vater gegeben hat?“ (Joh. 18, 11.)
Liebe Kinder!
Nachdem Ich zuvor unter heftigem Kampf um eine völlige Unterordnung Meines natürlichen Willens unter den göttlichen Willen gerungen hatte, wurde Mir der Sieg zu Teil, so dass Ich mit Ruhe sagen konnte: „Soll Ich den Kelch nicht trinken, den Mir Mein Vater gegeben hat?“
Sowohl die (von Mir vorausgesehenen) Leiden, welche auf Meinen Körper warteten, als wie auch der Hass der Menschen, welche Mich umgaben, Teils in sichtbarer Weise, Teils als schon abgeschiedene Geister, welche vom Fürsten der Finsternis stark beeinflusst waren, sowie dieser Anblick der argen Verwüstung Meines Ebenbildes im Menschen waren es, die Mir jene Momente schauerlich machten, gerade da, wo Meine Liebe in ihrer ganzen Größe sich der Menschen annahm, um sie in ihr verlorenes Paradies zurückzuführen; und somit waren Meine Seelenleiden noch größer als die körperlichen, indem Meine Seele die Wiederherstellung ihrer Liebe und ihres Gehorsams dem himmlischen Vater (dem h. Geist) gegenüber erlangt hatte, und darum den großen Abfall der Menschen erkannte.
Es war ihr so wohl, dass sie nun in Wahrheit sagen konnte: „Dein Wille, o Vater, geschehe“ – trotz allem Wissen was noch über sie kommen werde! Dadurch wurde das Band der Liebe zwischen Mir und der Seele wieder ein inniges und reines, und dieses Liebeband wollte Ich auch den Menschen erwerben, durch Mein Beispiel, durch Meine Lehre und durch Meine Liebe, was auch ohne solch bittern Tod hätte geschehen können, wenn der Verfall und Entartung der Menschen nicht einen so tiefen Grad erreicht hätten! So aber musste Ich ihnen den freien Willen lassen, und dadurch kam der große Missbrauch desselben und die große Entfernung von Mir, welche auch heutzutage wieder zunimmt, indem Mein ganzes Erlösungswerk durch den Fürsten der Finsternis immer mehr in seiner Wichtigkeit zu entwerten gesucht wird.
Leider findet derselbe willige Diener und Judase genug, welche um des Geldes willen einen verräterischen Kuss Mir geben, unter dem Scheine der Aufklärung und Wissenschaft Meine Gottheit leugnen, und ihre Mitmenschen dadurch betrügen, dass sie Meine göttliche Liebesgebote aufheben, als bloße Menschenlehre, und bei denselben sich Eingang verschaffen, weil unbedingte Freiheit für dieselben in ihrem materiellen Treiben doch bequemer ist, (als Gehorsam in selbstverleugnender Gottes- und Nächstenliebe). Will Ich nun Meine geschaffenen Kinder nicht ganz dem Verderben preisgeben, so muss Ich immer wieder Heilspläne zur Errettung derselben machen, und Meine Liebe hat stets um die Menschen zu kämpfen.
Gar viele Karfreitage haben sich für Mich seit Meinem leiblichen Tode wiederholt, aber wenig Auferstehungsfeste; weil die meisten Menschen dieses letztere erst „am jüngsten Tage“ zu feiern gedenken; der sind es nur Wenige, die mit Mir Ostern halten. O lasset euch zu diesen Wenigen einreihen, übergebet euch Mir, gleichwie Ich Mich selbst damals dem Vater (der göttlichen Liebe in Mir) übergeben habe; Meine Liebe und Gnade wird euch stärken, wenn ihr am Ölberge darum betet und kämpfet!
Amen! Euer Vater.
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