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Winke über das zweite Kommen des Herrn

452.  – 8. Mai 1885  Winke über das zweite Kommen des Herrn

Zeitwinke. An dem Feigenbaum lernet ein Gleichnis; wenn sein Zweig jetzt saftig wird, und Blätter gewinnt, so wisset ihr, dass der Sommer nahe ist.“

Liebe Kinder!

Diese Worte gab Ich einst, um Meinen Jüngern einige Kennzeichen zu geben, welcherlei Zustände zu der Zeit stattfinden werden, in welche Mein zweites Kommen fällt. Leider ist ein solcher Zustand ein Bild des Aberglaubens und Unglaubens, wo besonders Ich wegen Meiner Gottheit angetastet, entstellt, und an vielen Orten ganz verleugnet werde; aber es wird in jener Zeit neben dem großen Unglauben und der größten geistigen Finsternis auch die göttliche Wahrheit in hellerem Lichte den Menschen zugeführt werden, teils durch Meine seligen Diener, teils durch Mich Selbst, um wahre Kinder für Mich zu erziehen, und solches gleicht dem Zweige, der saftig wird und Blätter treibt an dem Feigenbaume, welchen Ich Selbst durch Meine Liebe und Lehre gepflanzt habe; allein derselbe wurde von den Arbeitern in Meinem Weinberge nicht richtig gepflegt, sondern der Eine schnitt die edlen Zweige mit scharfem Messer ab, welche der Baum treiben sollte, als schon die guten Keime angesetzt hatten, und Andere schädigten ihn in sonstiger Weise.

Nicht Alle Taten solches aus Überhebung; denn oft geschah solch ein unrichtiges Behandeln aus Unwissenheit, aber dessen Gedeihen wurde so immer wieder gehindert. Wenn nun dieser Baum abermals einen Zweig treibt und frische Blätter, welche Ich Selbst pflege, so ist dies ein Zeichen, dass Ich demselben mit Meiner Liebe, Gnade und Erbarmung nahe bin, und Meine wahren Kinder wissen, wer unter diesem Zweige verstanden ist? Alle, die Blätter treiben, d. h. in der Liebetätigkeit sich immer mehr üben, sind Meine wahren Kinder, wozu Ich zwar schon gar Viele berufen habe; aber nicht Alle halten aus in der Treue, welche Ich doch bedingen muss, um Mich mit ihnen zu verbinden und durch sie Mich zu verherrlichen.

Aber zu der Zeit Meines zweiten Kommens wird ein solcher Zweig grünen; jedoch nur von Solchen, welche Mich, wenn Ich komme, erkennen in Meiner geistigen Herrlichkeit und Liebe; darum dürfen dieselben nicht bangen, wenn sich all die Gerichte vollziehen, die nötig sind, gleichwie ein Gewitter, das die verdichtete und vergiftete Luft mit Donner und Blitzen reinigt, damit nachher die Atmosphäre um so wohltätiger und erquickender auf alle Kreatur einwirken kann, Wer den großen Nutzen eines Gewitters zu schätzen weiß, der wird nicht bitten, dass dasselbe unterbleibe, wohl aber um einen gesegneten Ausgang desselben. Also herrscht auch auf geistigem Boden nun eine verpestete und schwüle Luft, welche gereinigt werden muss, sobald der Zweig am Feigenbaum so erstarkt ist, dass der Sturm demselben nicht mehr schaden, noch ihn niederreißen kann. Also, wenn ihr dies sehet, so wisset, dass es nahe vor der Tür ist: denn ebenso wie Meinen damaligen Jüngern, kann Ich euch nur dieselben Zeichen und Belehrungen geben; darum merket auf, so werdet ihr euch selbst die richtige Antwort geben können, ob die Zeit nahe oder ferne steht!  

Amen!

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