464. – 19. Juni 1885 Vom Besessensein und dessen Heilung
„Und siehe, ein Mann unter dem Volke rief und sprach: Meister, ich bitte Dich, besieh doch meinen Sohn; denn er ist mein einziger Sohn. „Siehe, der Geist ergreift ihn, so schreitet er alsbald, und reizet ihn, dass er schäumet, und mit Not weichet er von ihm, wenn er ihn gerissen hat. Und ich habe Deine Jünger gebeten, dass sie ihn austrieben, aber sie konnten nicht!“ Luk. 9, 38.
Liebe Kinder!
Es ist in diesem Kapitel von einem Besessenen die Rede, und gezeigt in welch hohem Grade sich das Übel bei diesem Menschen äußerte, so dass dessen ganze Gesundheit dadurch untergraben wurde. Es ist bei allen Besessenen der Fall, dass der Leib dadurch geschwächt oder krank wird, wodurch leider die Menschen es erst wahrnehmen, welch großes Leiden sie behaftet; denn solche Leiden wurzeln nach und nach ein, und am leichtesten bei solchen Menschen, die keine geistigen Anregungen an sich wirken lassen, sondern alle Gelüste im Leiblichen zu befriedigen suchen, und daher ohne Sorge für das Wohl des Geistes wie des Leides dahin leben, und nur trachten zu erreichen, was sie materiell wünschen. Bei solchen Menschen befreundet sich die Seele (unbewusst) mit bösen Geistern, und diese benützen dann auch den Diener der Seele – den Leib, zu ihrem Dienste; sie scheuen sich nicht, allerlei Unsinn mit demselben zu treiben, um auch noch andere sie umgebende Menschen für sich zu gewinnen, oder auch dieselben zu plagen.
Wenn ein solch böser Geist in den Besitz eines Menschen gekommen ist, so ist er nicht mehr allein in seinen Ausübungen, sondern ein ganzes Heer solch gleich gesinnter Geister umgibt demselben, und sie triumphieren über ihren Sieg; darum gehört ein wahrer und starker Glaube dazu, um sich in einen solchen Kreis hineinzubegeben, und solche Geister zu demütigen; denn viele durchschauen einen solchen Menschen, welcher ihnen entgegentritt, und ist derselbe nicht ganz enge mit Mir verbunden, so dass er sich nur auf Meine Kraft und Meinen Beistand dabei verlässt, im Bewusstsein seiner eigenen Schwäche, oder in wahrer Herzensdemut, so weichen diese bösen Geister nicht, sondern toben noch viel stärker so war es auch bei Meinen damaligen Jüngern der Fall, sie bauten auf die Ausrüstung, mit welcher Ich sie unter die Menschen schickte, und hielten diese Kraft für ihr unabhängiges Eigentum, verzichteten deshalb auf Meinen Beistand und Meine Hilfe dabei, und somit folgten ihnen diese Geister nicht.
Das Bewusstsein, dass nur durch Mich und mit Mir geholfen werden kann, ist die erste Bedingung, wenn ich Meinen Segen dazu geben solle. Ich kann Meine Jünger und Nachfolger nur dann als Werkzeuge gebrauchen, wenn sie ganz nach Meinem Willen sich dabei verhalten; denn diese Geister wissen gar gut, was dazu gehört, sie zu beherrschen; darum fliehen sie nicht sogleich bei Nennung Meines Namens, wenn derselbe nicht schon vorher in eines Menschen Herzen eingeschrieben ist, und nur der Abdruck Meines Ebenbildes in einem Herzen macht eine Übermacht möglich; darum befleißet euch Meines Ebenbildes, weil eine ungeheure Macht darin liegt, auch sogar im Kampfe gegen die Geisterwelt, zum Siege zu verhelfen!
Amen!
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