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Jesu Erscheinen am Meere nach Seiner Auferstehung

495.- 13. Januar 1886  Jesu Erscheinen am Meere nach Seiner Auferstehung

Spricht Simon Petrus zu ihnen: „Ich will fischen gehen“; sie sprachen zu ihm: „So wollen wir mit dir gehen“. Sie gingen hinaus, und traten in das Schiff alsobald, und in derselben Nacht fingen sie Nichts. Da es aber jetzt Morgen ward, stand Jesus am Ufer; aber die Jünger wussten das nicht, daß es Jesus war.  (Joh. 21, 3.)
 
Liebe Kinder!

Nachdem Meine Jünger durch ihr Alleinsein sich verlassen fühlten, war es Petrus (entsprechend dem Glauben), welcher sich zur tat wieder aufmachte, und das Netz auswarf, um Fische zu fangen. Ebenso ist es der Glaube, welcher stets wieder sucht Seelen für Mich und Mein Reich zu gewinnen. Es werfen Viele das Netz aus, um Seelen zu fangen; aber sie vergessen dabei Mich einzuladen und um den Segen zu bitten, weil sie meinen, daß sie Mir einen großen Dienst mit ihrer Arbeit erweisen; darum lasse Ich diese Mühe so lange ohne Erfolg, bis der Morgen anbricht, oder das Herz anfängt erleuchtet zu werden und also tüchtig ist zu einem Fischfange.
           
Ich stehe da am Ufer, und gebe dazu die nötige Anleitung wie und wohin Meine Jünger das Netz auswerfen sollen, und Johannes, als Bild der Liebe, spricht zu Petro, dem Glauben: „Es ist der Herr!“ Sehet, so muss der Glaube zuerst Bahn brechen, und soll die Liebe Mich erschauen in Allem was Segen heißt; denn nicht die Arbeiten des Petrus füllten das Netz, sondern Mein Zutun, welches Ich ihnen erst angedeihen ließ, nachdem sie sich überzeugt hatten, daß ihre eigene Arbeit vergebens war, und ein Verlangen in ihnen entstand nach Meiner Beihilfe

Denn sie waren damals sehr traurig über Meinen Verlust, darum stand Ich am Ufer; die Liebe zog Mich zu ihnen, und Ich bereitete Ihnen ein Mahl der Freude, und hielt es mit ihnen, und Alle erkannten, daß Ich der Herr bin. So gehe Ich auch jetzt noch Allen nach, die sich berufen fühlen in Meine Dienste zu treten; aber gleichwie Ich Meinen Jüngern durch ihre eigenen gemachten Erfahrungen zeigen musste, daß es nicht auf die Arbeit ankommt, sondern in welchem Sinne und wie die Arbeit begonnen und getan wird, so muss Ich auch heutzutage Jeden, der sich berufen fühlt, eine mission (für Meine Sache) zu übernehmen, in Meine Erziehungsschule aufnehmen, die ihn oft in ganz andere Richtung führt, als solche, welche der Verstand vorschreiben will.
           
Doch wenn die Liebe die Triebfeder zu solcher Mission ist, so stehe Ich am Ufer und warte, bis der Morgen graut, welche die Herzen erhellt, und gebe Meinen Segen nach mühevoller Nachtarbeit; denn nicht der Segen, sondern die Liebe zu Mir soll Kraft geben, die Arbeit fortzusetzen, auch ohne glücklichen Erfolg. Und wie Petrus an einer andern Stelle sprach: „Meister, wir haben die ganz Nacht vergeblich gearbeitet und nichts gefangen, aber auf Dein Wort will Ich das Netz auswerfen“, so sollet auch ihr euch wohl prüfen, ob ihr aus Liebe zu Mir das Netz auswerfet? und dann könnet ihr fest glauben, daß das Netz gefüllt wird; aber ohne Meinen Segen, der sich nach der Triebfeder des Herzens richtet, könnet ihr nichts tun!

Euer Vater! Amen!

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