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18.- Trost an einen leiblich Blinden

18.- Trost an einen leiblich Blinden

Den 7. August 1882.

Mein lieber Sohn!

Ich habe dich nun stark gemacht, dein dir auferlegtes Kreuz wieder mit mehr ruhe zu tragen; denn Ich will dich jetzt einblicken lassen in Meinen Liebesplan (dabei), der dir das leibliche (Augen-) Licht entzogen hat, um in desto hellerem Scheine das Geisteslicht dir zu geben.

Wenn Ich nicht mit Gewalt dich zu Mir gezogen hätte, durch ein freilich bitteres Mittel, so wärest du nicht so nahe mit Mir in Vrbindung gekommen; denn alle deine anlagen wollte Mein Gegner für sich ausnützen. Ich mußte deshalb die Thüre auf so lange verschließen, bis derselbe sich überzeugt, daß all seine List dich und Mich nicht mehr zu trennen im Stande ist; und was seither ihm mit vieler List nicht gelungen ist, das will er jetzt im Sturm erreichen. Darum sage Ich allen deinen guten Geschwistern, welche so sehnlich für dich anhalten: Kinder, die Thüre bleibt zu, bis Ich es für gut finde, sie zu öffnen, was vielleicht doch noch geschehen kann; einstweilen aber hast du ja doch für Mich zu arbeiten; denn dein Pflegesohn ist die von Mir übergeben, sorge, daß du dein anvertrautes Pfund Mir mit Freuden einst übergeben kannst; vergelte demselben seine leiblichen Liebesdienste mit geistigen, und so seid ihr Beide von Mir mit gleichen Armen an Meine Brust gedrückt, weil Ich gleichfalls auch die äußere Liebe groß segne, und Alles was ihr euch untereinander erweiset, als Mir Selbst getan ansehe.

So frage Ich dich nun: bist du zufrieden mit dem Platze, den ich Selbst dir zugewiesen habe? Und Ich sehe die Antwort in dir: „Vater, Dein Wille geschehe allezeit in mir.    Amen!“ Diese Stimmung, Mein Sohn, macht dich werher vor Mir als alle Dienstleistung, und du darfst dafür immer mehr Meine himmlische Herrlichkeit erschauen, als reichlich Ersatz für den entbehrten Anblick der Welt.

Amen!

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