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2. Januar 1881
Matth. 14, 14
Meine lieben Kinder!
Wir wollen die Sättigung des Volkes in der Wüste betrachten, welches Mir nachfolgte, um Meine Worte zu vernehmen, und dabei die Bedürfnisse des Leibes vergaß; es wurde Nacht und sie hatten keine Herberge und keine Nahrung, so daß selbst Meine Jünger um sie besorgt wurden.
Dieses Volk jammerte Mich, weil es Gutes suchte, und Ich erwies ihnen zuerst eine Wohltat dadurch, daß Ich ihre Kranken gesund machte, dann aber sollten sie Meiner ganzen Liebe und Macht inne werden, Ich segnete ihnen das Brot und die Fische auf wunderbare Weise, und zeigte ihnen – wie sie durchs Gebet auf Weniges so viel Segen erflehen können, daß es so weit reicht als eine große Masse, welche sie sich selbst zu erjagen suchen.
Gerade in dieser Geschichte liegt die größte Aufmunterung, euer Vertrauen auf Mich zu setzen, hauptsächlich da, wo es der Fall ist wie bei Meinen damaligen Jüngern, die aus Liebe zum Volk zu Mir kamen, darum Ich ihre Liebe dadurch belohnte, daß Ich sagte – "gebet ihr ihnen zu essen", und hernach das Brot und die Fische durch sie austeilen ließ.
Ebenso halte Ich es jetzt noch, wenn jemand ein Anliegen für seine Mitmenschen Mir vorbringt, da erteile Ich ihm auf wunderbare Weise soviel Kraft, daß er die Not des andern lindern kann.
Besonders gilt diese Geschichte nun euch als Beispiel, die ihr sehet, daß das Volk in der Wüste ist und wahres Himmelsbrot von Nöten hat. Ihr kommet ja oft mit der Bitte zu Mir – die Nacht bricht herein, und das Volk ist noch unversorgt, – und Ich sage zu euch: "Gebet ihr ihnen zu essen", und wenn gleich euer Herzens- und Büchervorrat noch viel zu gering euch dünkt für das Bedürfnis so vieler, so will Ich es segnen, nur kommet in vollem Glauben auf Meine Beihilfe zu Mir, so werdet ihr erfahren, wie viele dadurch noch gesättigt werden können; es ist noch genug Vorrat da, und können sogar alle mitgesättigt werden, sobald Ich Meinen vollen Segen dazu gebe.
Gleichwie Ich dort aufsah gen Himmel und dankete, also blicket auch ihr stets nach oben bei euren redlichen Unternehmungen und der Segen ist euch dann gewiß.
So wie dort Ich und Meine Jünger gleichgesinnt waren in der Liebe für das Volk, so sollet auch ihr immer mehr euch dessen erinnern, und fürbittend zu Mir kommen, und Ich will Rat schaffen, daß alle gesättigt werden können mit wahrem Himmelsbrot, oder glaubet ihr, daß die Sättigung im Geistigen Mir weniger möglich sei, als im Leiblichen? Ich sage euch – Ich bin noch derselbe, Der damals wirkte, und Meine Kraft ist nicht veraltet – aber euer Glaube ist schwach geworden, ihr wollt immer wieder auf eure eigene Kraft euch verlassen, und darum muß Ich verziehen; denn auch euch will Ich helfen zur wahren Demut, um in euch den rechten Hunger zu erwecken nach Mir, und dieses kann bloß geschehen, wenn ihr eure eigene Ohnmacht dabei einsehet.
So gehet mit Vertrauen der Zukunft entgegen ( eingedenk des Wortes ) "Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig!"
Euer Vater! Amen!
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