← Zurück zu „Vaterbriefe Band 2“

226.  Karfreitag – Mich dürstet!

226.
************
Karfreitag
Johannis 19, 28

Liebe Kinder!

"Mich dürstet!" (Nr. 4, Kp. 306). Auch jetzt möchte Ich euer Herz dadurch Mir geneigt machen, daß es diese Worte tief eindringen läßt; denn Meine Liebe schmachtet abermals nach Gegenliebe, welche Mir (im Vergleich zu denen, die nicht nach Mir fragen) von gar so wenigen Menschen dargebracht wird, und auch diese Wenigen sind noch sehr verschieden; davon z.B. Manche ( zum Teil aus Unkenntnis) Mir statt Liebe bloß große Verehrung bringen, welche in äußeren Opfern besteht, die nur ihrem Besitztume entnommen werden, wobei aber ihr Herz sich von der Pflicht losgekauft fühlt, nach Meinem eigentlichen Wohlgefallen stündlich und gründlich (d.h. innerlich geistig) mit Mir verkehren.
Sie vergessen, daß nur in solcher Stellung zu Mir die Liebe, die Ich ersehne, Mir dargebracht werden kann, eine Liebe, welche bemüht ist, stets mehr Meinem Vorbilde nachzuwandeln; denn ebenso, wie Ich euch jede Minute neue Beweise Meiner Liebe gebe, sowohl um euch her, als auch in euch selbst durch das Innewerden des heiligen Geistes, so soll es denen, die Mich lieben wollen, ein Anliegen sein, in jedes Wort, in jede Tat, in jede Begegnung mit ihren Nebenmenschen ein Zeugnis uneigennütziger Liebe zu legen, damit sie freudig und hoffnungsvoll zu Mir als ihrem liebevollen Vater stets aufblicken können, nur aus Liebe und nicht scheu zu Mir kommen, unsicher ob eine einzel dastehende vollbrachte gute Tat wohl genügt, Mich zu befriedigen, gleichsam wie einen Richter, der sich bestechen läßt und nun ein milderes Urteil spricht? Diese Liebe ist entsprechend der Trank, der Mir gereicht ward am Kreuze, Essig mit Galle vermischt, als ich ausrief: "Mich dürstet!" und dieser Mein Durst nach reiner Liebe ist dies heutzutage noch nicht gestillt!
Ihr Alle, die ihr mit teilnehmenden Worten Meine Feinde anklaget, welche Meinen Leib töteten und Mich schmachten ließen, bedenket doch, wie viel bedeutungsvoller es ist, wenn Meine göttliche Liebe auch jetzt gleichfalls noch so wenig Gegenliebe findet und Ich abermals sagen muß: "Mich dürstet!" nachdem doch Meine Auferstehung und die ganze Aufrechterhaltung Meiner Worte und Lehre die Echtheit Meiner Gottheit bezeugen, und dennoch nun abermals eine gänzliche Abwendung von Mir selbst bei dem größeren Teile der so genannten Christen stattfindet, und sogar von denen, die Meine Kinder sein wollen, Mir ebenfalls ein unlauterer Trank dargebracht wird, vermischt mit Eigenliebe und Selbstsucht!
Darum ihr alle, die ihr Mich aufrichtig lieben wollet, entfernet diesen bitteren Beisatz, damit eure reine Liebe ein Erquickungstrank für Mein blutend Vaterherz werden kann, welches so gerne alle an Seine Brust nehmen möchte, und Ich deshalb mit so vieler Langmut und Geduld immer noch Vorbereitungen treffe, viele bei Meinem Wiederkommen würdig zu finden.
Haltet Mich also nicht länger von Meinem Erscheinen ab durch Lauheit; denn so wie Ich jetzt alles antreffen würde, wäre dasselbe euch Allen noch zum Schrecken; Wenige nur könnten vor Mir bestehen, auch wenn Meine große Erbarmung, obwalten würde; weil es nicht allein Schwachheitssünden sind, die euch zu sehr entstellen, sondern es fehlt noch zu sehr am ernstlichen Wollen und Streben.
Darum prüfe ein Jedes sich selbst, wie viel es Mich verschmachten läßt, und wie viel es zu Meiner Auferstehung in der göttlichen Liebe durch sein Wollen, seine Liebe und sein Tun beiträgt.

Amen. Euer Jesus

← Zurück zu „Vaterbriefe Band 2“