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15. April 1882
Johs, 8, 34
"Jesus antwortete ihnen und sprach: Wahrlich Ich sage euch: Wer Sünde tut, der ist der Sünde Knecht; der Knecht aber bleibet nicht ewig im Hause, der Sohn bleibet ewiglich!"
Liebe Kinder!
Die Pharisäer hielten ihre Gesetze oder vielmehr Meine Gesetze, welche Ich ihnen durch Moses gegeben habe, für eine Unterjochung und Bürde, welcher sie sich aus Furcht vor Strafe unterziehen mußten; und daher kam es auch, daß sie so viel auf Opfer hielten, welche anfangs ihrer Entstehung einen guten Grund hatten, die Menschen sahen nämlich ihre Verfehlungen ein, und wollten dieselben wieder gut machen; aber von der Beglückung, welche das Befolgen der Gesetze mit sich bringt, hatten sie keine Ahnung, weil sie damit gar nicht anfingen, und sich nicht bemühten, mit Mir als dem Gesetzgeber einig zu sein, und somit waren sie untereinander nicht in Liebe verbunden, sondern sich selbst zur Übung (in der Geduld) und zur Plage.
Weil aber dieser Zustand sich erst nach und nach entwickelte und von Geschlecht zu Geschlecht sich verschlimmerte, so tragen die damaligen Juden nicht ganz die Schuld *), weshalb Ich sie bei Meinem Erscheinen auf Erden Meine Liebe in hohem Grade fühlen ließ, und ihnen darum so viele Wohltaten erzeigte, sie besuchte, und ihnen Vieles vergab, was Meine Mich umgebenden Jünger nicht begreifen konnten.
Ich sagte daher zu den Pharisäern: "Ich bin nicht gekommen, das Gesetz aufzulösen, sondern zu erfüllen", d.h. nach seiner wahren Bestimmung, um euch frei zu machen, euch zu erfreuen, zu beglücken und nicht gleichsam einen Tribut von euch zu fordern.
So lange die Menschen glauben, daß sie das Gesetz als einen Befehl von Mir erfüllen müssen, um Mich dadurch zu ehren, so stehen sie noch in der Knechtschaft und sind dem Wechsel und Schwanken in ihrem geistigen Leben unterworfen; so aber eine Seele aus Lust und Liebe Meine Gesetze befolgt; so wird sie die Beglückung derselben fühlen, und also frei werden von der Angst und dem Drucke, welcher in dem "Muß" beruht; sie wird es als eine Gnade erkennen, daß ihr der wahre Weg zum Leben vorgezeichnet ist, und ihr Dank dafür wird sich in Liebe zu Mir äußern, und so gelangt sie zur wahren Freiheit der Kinder Gottes.
Diese Freiheit ist durch Meine Menschwerdung von Menschen klar gezeigt worden, in Meiner Lehre und Meinem Beispiel, und wird an einer (folgsamen) Seele immer mehr unterstützt durch den heiligen Geist. Dieser erleuchtet sie, tröstet sie, und leitet sie in alle Wahrheit, daß ihre Freiheit oder Freudigkeit am Ausüben Meiner Gebote immer mehr zunimmt. Solchen Kindern wird es an Aufgaben nie fehlen, welche es möglich machen, noch immer genauer diese Gesetze auszuüben.
Die Liebe ist des Gesetzes Erfüllung; aber sie teilt sich in verschiedene Formen: daher in den zehn Geboten diese genauer bezeichnet sind, um diese Liebe nicht allein äußerlich, sondern zugleich geistig so auszuüben, daß der Empfänger der Liebe geistigen Segen davon erhält. Dieses zu erreichen ist oft eine schwere Aufgabe; denn wo geistige Liebe ausgeübet wird, treten oft Mißverständnisse ein, und anstatt des Dankes und der Gegenliebe oft auch Undank und Widersetzung.
Doch die wahre göttliche Liebe lässet sich nicht irre machen, sondern hält aus, und läßt das Ziel nicht aus den Augen, wie Ich ein Beispiel gegeben habe und noch immer gebe, durch Langmut und Liebe jeden Tag wieder Seelen zu Mir ziehe; ja dieses Gewinnen der Seelen höret nie auf; denn es kommen immer wieder welche dazu.
Darum ihr Lieben, die ihr einige Begriffe von Meiner Liebe habt, glaubet nicht, daß eine baldige Vernichtung Meiner Erde stattfindet; denn dies wäre ein Aufhören Meiner Liebe, die doch alles noch beglücken will und auch nicht ruht, bis alle Menschen in der Erleuchtung dahin gelangt sind, daß allein die Liebe das Gesetz erfüllt.
Bis aber dieses geschieht, muß Ich noch starke Bußpredigten über den Erdboden ergehen lassen; aber wenn ihr selbe höret, so fürchtet euch nicht; denn es ist der Sturm, der den geistigen Frühling hervorruft, und die Erde reinigt von den (üblen) Dünsten der falschen Lehren oder Menschensatzungen, damit dann das sanfte Wehen Meines heiligen Geistes vernommen werden kann.
Amen!
*) Wie auch nun es wieder größtenteils die Schuld der vorauf gegangenen Generationen und falschen Lehren ist, daß nun die Lüge des Materialismus und Nationalismus, d.h. der Geist des Antichrist so mächtig wurde. D.Hsg.
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