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Zum 9. Mai 1882
Matth. 16, 13
Liebe Kinder!
Heutzutage ist es wiederum von Wichtigkeit, daß eine Seele weiß, — Wer Ich sei; denn die Ansichten über Meine Persönlichkeit sind sehr verschieden, und zwar auf vielfache Art.
Gleichwie die Jünger sprachen: "Etliche sagen, Du seiest Johannes der Täufer, und andere: Du seiest Christus, Etliche: Du seiest Jeremias oder der Propheten Einer," so ist es auch in der Jetztzeit, wo es von um so größere Wichtigkeit ist, daß man Mich wahrhaftig erkennt und anerkennt als Gott und Vater in Jesu; weil ohne diesen Glauben die Menschen sich nicht verpflichtet fühlen, Mir ganzen Gehorsam zu leisten. Sie fühlen sich zu unabhängig von Mir und Meiner Lehre, und es ist am bequemsten für sie, Mich als Stellvertreter bei Gott dem Vater zu betrachten, damit sie ungestört ihren natürlichen Gelüsten fröhnen können, und am Ende doch noch erlangen was sie beglückt, und zwar ohne ihre Bemühungen und ohne Kampf. (?!)
Es ist den Menschen nicht mehr wichtig, in der Schrift zu forschen, worin das Seligwerden besteht, daß dasselbe im ganzen Wesen und Willen gegründet werden muß, wie Ich einst sagte: "Das Reich Gottes ist innerlich in euch, und kommt nicht mit äußeren Gebärden; "darum ist auch der Glaube, den Petrus aussprach, der beseligende, weil er Mich als Gott erkannte; denn dadurch wird der Mensch einer hohen Würde teilhaftig, und kann sich freuen, daß er mit Mir als seinem Gott so innig in Verbindung steht; und gleichwie auf Erden bei euch ein jedes, das in der Nähe eines Königs weilt, sich alle Mühe gibt, dieser Stellung sich würdig zu machen, indem es genau die Wünsche und Befehle des Königs beobachtet, und sich so auszubilden sucht, daß es die Tugenden desselben nachzuahmen sich bemüht, so soll auch der Glaube, daß ihr durch Jesum oder durch Mich Selbst in eine ganz nahe Stellung zu Mir gekommen seid, die Triebfeder sein, euch immer mehr zu vervollkommnen, und alle Meine Gesetze genau zu befolgen.
Denn gleichwie die Untertanen nur einen König achten und ihm gerne folgen, wenn sie von seinen Tugenden überzeugt sind, und durch diese Tugenden ihnen ein beglückender Genuß zukommt, so müssen auch alle Meine Untertanen und Menschen zuerst die richtigen Begriffe von Meinem Wesen haben, ehe sie Mir mit Eifer folgen.
Solcher Petrusglaube ist höchst nötig, denn auf demselben beruht die Kraft, daß Ich in den Menschen wirken kann. Wer in der Heiligen Schrift liest, gläubig, als in dem von Gott Selbst gegebenen Buche, der wird die wahre Wirkung der Worte verspüren; denn der Strom des Geistes ist alsdann nicht gehemmt, sondern erfrischt das Herz mit dem Wasser der Wahrheit, während Ich alle anderen Glaubensbegriffe von Mir nicht unterstützen kann, sondern zuvor noch vieles vorausgehen lassen muß, ehe die wahre Erleuchtung eintritt.
Dieser verblendete Zustand über Mein Wesen ist in der Jetztzeit im Ganzen fast ein allgemeiner, und gar Wenige (unter dieser Mehrzahl) können sich rühmen, von Mir als von Gott Selbst erleuchtet zu sein, weil es eben gar wenig sind, die in der Schrift suchen, Mich näher kennen zu lernen und mit Mir in Verbindung zu kommen; aber Solche, welche Mich nicht kennen, kennen auch sich selbst nicht, und wissen den Drang in ihnen nach etwas Beglückendem nicht zu befriedigen; sie geraten auf allerlei Abwege, und haschen nach äußerlichen Besitztümern, als da sind: Ehre, Reichtum, Ansehen, von welchen Ich aber nicht zulasse, daß sie (dauernd) befriedigen, sondern Meine Gnade wendet immer wieder Mittel an, die Nichtigkeit der äußeren Schätze klar zu machen.
Daher die vielen Wechselfälle, welche alle Meinem liebenden Vaterherzen entstammen, wofür Ich aber den größten Undank ernte, auch oft noch von denen, die sich rühmen, Mich zu kennen.
In Meiner Liebe hat Mich noch kein Geschöpf ganz erfaßt, daher ist der Name "Vater" von besonderem Werte für die Meinen, weil in ihm die Liebe am deutlichsten bezeichnet wird, denn ein Vater gibt ohne Rückvergütung, und nur Dank und Liebe will er als Pfand von seinen Kindern, alles andere geht ja von ihm selbst aus, als anvertrautes Pfund, den Kindern übergeben, damit zu wuchern.
Amen!
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