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311.  Entsprechung des Blindgeborenen mit unserer Zeit

311.
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12. November 1882
Johs. 9

Liebe Kinder!

Auch in der Jetztzeit kann man von den Menschen sagen, daß sie geistig blind geboren werden, weil die Lehre und Erziehung nun so eingerichtet ist, daß deren Licht und Wärme nicht mehr das geistige Innewerden anfacht, sondern nur noch Gewohnheitsglauben dadurch erzeugt wird; deshalb wird es von den Menschen nun gar nicht mehr beachtet, wenn ein geistig Blinder zum wahren Lichte gelangt; denn in diesem Punkte werden nicht mehr viele Beobachtungen angestellt, was auch ein Zeugnis für die jetzige Lauheit in geistigen Dingen ist.
Dort war es ein leiblich Blindgeborener, welchen Ich sehend machte, und wodurch also der größte Beweis für Meine Macht ausgestellt war; aber dennoch traten die Schriftgelehrten und Pharisäer gegen Mich auf; sie wollten sogar dem Sehendgewordenen Meine Macht weg streiten, was ihnen aber nicht gelang; denn welchem Ich Selbst das wahre Licht gebe, der wird von noch so großer weltlicher Übermacht und Vernunftgründen sich nicht mehr überwältigen lassen, sondern offen bekennen, daß ihm eine große Wohltat durch Mich widerfahren ist.
Darum machet es auch ihr, wie der Blinde, welcher sich in seinem Danke gegen Mich nicht irre machen ließ, sondern der damals gewaltigen Herrschaft der Priester gegenüber dennoch Mut genug hatte, offen zu bekennen, daß er sich nicht um Nebensachen bekümmere, sondern festhalte an der großen Wohltat, daß er sehend geworden sei, und darum sein ganzes Vertrauen in Mich setze.
Haltet auch ihr es so, wenn euch Fragen vorgelegt werden, wobei ihr zu befürchten habt, daß sie eine Verfolgung nach sich ziehen könnten, bekennet offen und frei, daß ihr durch Mein Wort, das Ich euch direkt zukommen lasse, sehend geworden seid; denn nur die Wirkung des Wortes ist es, welche man euch nicht widerlegen kann; haltet fest, ganz nach demselben euch zu zeigen, und wenn gleich sie suchen zuerst durch Drohungen, dann durch Schmeicheleien euch zu gewinnen, um euch zum Schweigen zu bringen, so bekennet deshalb auch ohne Rückhalt, daß ihr geistig sehend geworden seid und daß Derjenige, Welcher dieses an euch getan hat, euer Gott und Vater ist, vor Dem alle andere Macht zu gering sei.
Also könnt ihr gleichfalls, wie der Blindgeborene, vieles zu Meinem Lobe und zu Meiner Verherrlichung tun!
Sorget nicht, denn Ich bin mit euch: Aber bedenket, daß ihr schon in dem alltäglichen Leben genau zu wachen habt, daß euch der Gegner nicht überliste, und sei es oft nur durch einzelne Worte!
So segne Ich euch auch heute als Meine treuen Mitarbeiter.

Amen! Euer Jesus!

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