329.
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4. März 1883
Lukas 10, 21 ff.
Zu der Stunde freute sich Jesus im Geiste und sprach: "Ich preise Dich Vater und Herr Himmels und der Erde, daß Du solches verborgen hast den Klugen und Weisen, und hast es offenbaret den Unmündigen. Ja Vater, also es war wohlgefällig von Dir usw."
Liebe Kinder!
Wie Ich in allen Stücken Meinen Erdenbrüdern Mich gleichstellte, so war es bei Mir auch mit dem Innewerden der Fall, daß Ich zu gewissen Stunden Mich mehr mit der ewigen Liebe beschäftigte, wobei Mir ihre ganze Macht und Herrlichkeit, sowie ihr Heilsplan zur Rettung der Seelen groß vor Augen stand. Da war Ich denn ganz vereint mit ihr, und so konnte Ich ausrufen: "Ich danke Dir Vater usw."; denn Ich fühlte Mich derselben ganz untergeordnet, und wie Ich alles, was Ich fühlte und dachte, mit Meinen Kindern und Brüdern teilen wollte, so war es Mir also auch zur Freude, daß die göttliche Weisheit es so einrichtete, daß nicht der Verstand und die Weltweisheit zuerst das enge Verhältnis zwischen Mir und dem Vater erfassen können, sondern die Unmündigen oder Solche, die durch Liebe sich zu Mir hingezogen fühlen, ohne vor Meiner Macht und Größe zu erzittern, vielmehr wie ein unschuldiges, unmündiges Kind jedem gleich liebevoll entgegen kommt, der ihm ein freundliches Gesicht bietet oder ihm freundliche Worte gibt, auch nicht unterscheidet, ob diese Person ein König oder ein Bettler ist, sondern sich an die warme Erscheinung der Freundlichkeit hält, und diese mit Freude und Dank genießt.
Daher ist es auch vom Schöpfer Himmels und der Erde so eingerichtet, daß Seine geschaffenen Kinder zu Ihm kommen dürfen, nicht als Untertanen, die, weil sie zu arm sind, ihren Tribut zu entrichten, sich schüchtern nahen und auf Vergebung und Gnade hoffen, sondern also, daß die Gnade vorausgeht.
Der Vater läßt dieselbe durchs Wort verkünden, und Seine Kinder durch ein Anklopfen zu einer Unterredung mit Ihm einladen, was in diesem Kapitel mit den Worten bezeichnet ist: "Zu der Stunde freute sich Jesus im Geiste!"
Solche Stunden hat auch jeder Mensch; denn je geistiger er strebt, desto deutlicher findet er dieselben heraus, und desto segensreicher sind sie, was bei solchen Seelen, die noch Herzenseinfalt besitzen, weit mehr der Fall ist, als bei solchen, die durch Vielwisserei (gemüts-) taub geworden sind, und also die Stimme des Geistes, welche ist: ein Anklopfen vom Vater Selbst, darum überhören; deshalb können die Menschen die innige Verbindung zwischen dem Vater und dem Kinde nicht begreifen, und lieben Denselben nicht mit Freudigkeit, sondern ihre Verehrung ist mehr Berechnung, um den Lohn zu empfangen, welcher verheißen ist denen die Gott lieben.
Weil ihre Liebe aber nicht Freude ist, sondern sie selbst sich dieselbe zum Geschenk machen, so ist die Frucht davon nicht die wahre, sondern äußert sich bloß mehr in der Form und wirkt nicht segensreich; denn nur die wahre Frucht treibt abermals Frucht; die Schale aber verdirbt. Ebenso auch eine Liebetat, angeregt durch reine göttliche Liebe, eine Saat in sich birgt, die früher oder später Frucht bringt.
In dieser Liebe also liegt die Mitwirkung des Vaters oder der ewigen Liebe. Darum Ich so oft sagte: "Ich und der Vater sind Eins", weil auch Mein Wesen durch die uneigennützige Hingabe Meines Selbsts ganz in das Wesen des Vaters überging, und nur ein Wollen und Einfließen zwischen Mir und dem Vater oder zwischen dem Herrn und Schöpfer und dem als Vater in Jesu geoffenbarten Gott stattfand.
Die Liebe verschmolz alle Macht und Herrlichkeit in den einzigen Begriff von Gott als Vater; darum auch wiederum die Liebe es ist, durch welche die Menschen ihren Gott am klarsten erkennen und erfassen können, und weil dieselbe Demut und Einfalt als Haupteigenschaften bei sich hat, so sind diejenigen, welche in wahrer Demut stehen, der Liebe zugänglicher als diejenigen, welche in ihrem Eigendünkel mit Weisheit und Wissenschaft sich zu schmücken bemühen.
Darum, liebe Kinder, bleibet in der Demut und göttlichen Liebe, so bleibet ihr in Mir und Ich in euch!
Amen! Euer Jesus!
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329. Segen der Herzenseinfalt, „Vater Ich preise Dich….“
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