15. – 2. November 1877 „Hingebung“
Meine lieben Kinder!
Ihr sollet euch jetzt nicht mehr wundern über eure seitherigen Führungen, welche Ich als euer liebender Vater Selbst zugelassen habe, um euch dadurch zu reinigen und zu Etwas tüchtig zu machen. Ihr sollet Meine Kinder werden, in der Liebe, in der Demut, in der Wahrhaftigkeit, und in noch vielen andern Tugenden, welche auch Mein Wesen ausmachen.
Als Kinder habt ihr aber die Verpflichtung, dem Vater zu folgen, bis Er euch tüchtig findet, euch etwas zu übertragen. So lange sollet ihr aber in Geduld alles annehmen, was über euch kommt, und zu eurer eigenen Besserung es anzuwenden suchen.
Glaubet nicht, dass Ich euch nötig habe Herzen für Mich zu gewinnen; aber Meine Liebe will euch an diesem beseligendem Geschäfte teilnehmen lassen. Erkennet daher dieses wohl, so werdet ihr es nicht als Verdienst euch anrechnen, wenn ihr eine Seele für Mich gewonnen habt, sondern mit dankbarem Herzen für dieses Gnadengeschenk zu Mir kommen.
Wie Vieles muß Ich euch noch aufdecken, bis ihr euern Standpunkt Mir gegenüber richtig erfasset! Ich muß ganz von vorne anfangen euch zu erziehen, muß euch die Wichtigkeit, und die damit verbundenen Folgen jeder Tugend genau auseinander setzen, damit ihr mehr zum Ernste angetrieben werdet, nach denselben zu streben; ihr seid schon zu sehr in das Alltagsleben hinein gewachsen, habt Meine Worte im Überflusse, und daher selbe oft mehr zur Unterhaltung gelesen, als mit dem Vorsatze euch wieder eine neue Aufmunterung zu holen. Gleichwie die heilige Schrift zu einem Alltagsbuche geworden ist, und gar Wenige den hohen Wert derselben zu schätzen wissen, so geht es mit Meinen neuen direkten Worten auch in der Jetztzeit; manches unter euch hat sich schon zum Überflusse daran gesättigt, und verlangt nichts mehr, was ihn aufs Neue für Mich anziehen könnte; zufrieden mit ihrem Vielwissen, sind gar Viele unzugänglich für Meinen weiteren Reichsplan; denn ihre Eigenliebe verblendet sie!
Glaubet ihr denn, Ich der liebe Vater wolle nur so gar wenige durch diese Mitteilungen beglücken, und die Ausbreitung derselben auf Einzelne beschränken? gewiß nicht! Sondern Ich will in vielen Herzen, welche nach Mir fragen, das Gefühl hervorrufen, dass sie Mich in ihrem Herzen finden können.
Dies ist das unsichtbare Wirken Meines Geistes; denn Ich habe schon viele Kinder auf der Erde, welche im Stillen zu Mir halten, und um Abhilfe bitten, bei dem Anblick der Versunkenheit ihrer Mitmenschen.
Ohne diese Gebetsstimmen, die an Mein Herz dringen, hätte Ich schon lange die Auflösung über diese arge Menschheit kommen lassen müssen; aber da es Seelen gibt, die Meine Liebe, Meine Geduld, Meine Erbarmung mehr als Andere zu würdigen wissen, und daher liebend zu Mir kommen, um dieselbe auch für ihre Mitmenschen zu erflehen, so will Ich mit Meinen Gerichten noch verziehen.
Darum lasset es euch euer größtes Anliegen sein, euch selbst Meiner Erbarmung zu übergeben, und auch eure Mitmenschen dahin zu bringen, dass sie zu Mir kommen, und dieselbe für sich erflehen. Sorget nicht, dass ihr dazu zu ungeschickt bleibet; denn sobald ihr euch Mir nicht allein in Worten übergebet, sondern in eurem Wandel euch bemühet Meine Kinder zu werden, so werde Ich bei euch sein, als Euer Helfer und Vater. Amen!
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