← Zurück zu „Vaterbriefe Band 1“

„Barmherzigkeit“

34.- 15. Dezember 1877  "Barmherzigkeit"
 
Meine lieben Kinder!
Barmherzigkeit ist es, daß Ich Mich auf euren Erdenball im Fleische niederließ; denn nur durch diese ist es Mir möglich geworden, Mich euch zu nähern. Meine Heiligkeit trennte Mich von euch, und stellte eine unübersteigliche Kluft zwischen Mich und euch.
 
Durch die Barmherzigkeit wurde eine Brücke über diese Kluft geschlagen; wollet ihr deshalb zu Mir gelangen, so müßet auch ihr Barmherzigkeit besitzen, und zwar gegen eure Mitmenschen und Mitgeschöpfe; denn nicht allein die Menschen sind derselben benötiget, sondern oft auch die Tierwelt. Wie auch Ich schon bei Meiner Geburt Tiere in Meiner Nähe duldete, und sogar von ihnen Mir eine Wohltat zufließen ließ, so sollet auch ihr eure Gefühle für die Tiere immer mehr zu erweitern suchen. ( Nr. 9 Jugendgeschichte Jesu 18, 9 – 12 ).
 
Es gehört dieses eben so wohl zur Veredelung eurer Seele, als die Liebe zum Nächsten; denn wer eine Liebe zu den Tieren besitzt, dessen Liebe ist uneigennütziger, indem dieselbe nicht darauf beruht, daß man nach der Denkungsart, oder nach dem Verkehr mit denselben sie liebt, sondern man hat dieselben oft lieb, ohne zu wissen warum.
 
So lernet auch daraus, was eigentlich Liebe ist; es ist die uneigennützigste Selbstsuchtlosigkeit, die sich freut über alles, was in der Natur ist, und dadurch dem Schöpfer dankt. Dieser Dank wird erhöht, wenn euch klar ist, daß der Schöpfer euer Vater ist, und Sich Selbst ins Fleisch begeben hat, um euch zu belehren über Sein eigenes Wesen, und so den Geist durch Sein Wort auf die Stufe zu bringen, wo er begreift, in welch` innigem Verhältnis er zum Schöpfer selbst steht.
 
Dieses ist nur möglich geworden durch Mein Kommen in`s Fleisch; denn vorher war es nur ein ängstliches Ahnen von einem Gott, nun aber ein freudiges Erkennen eines göttlich liebenden Vaters.
 
Wie wenig solche Menschen Mich, ihren Gott, erfassen können, welchen Mein Wort von Meinem Wirken auf Erden noch nicht zu Teil geworden ist, das sehet ihr an den Heiden; darum auch immer noch viele sind, welche zeugen von dem Unterschiede (in dem geistigen Zustand), wo Ich als Gott und  Vater im Glauben erkannt bin, und dem derer, welche noch keine (direkt von Mir) geoffenbarte Religion haben.
 
Eure Aufgabe soll es sein, auch in dieser Hinsicht Weihnachten zu betrachten, und ihr werdet den Segen von Meiner Geburt nicht erst erhoffen, sondern für denselben schon jetzt danken, mit dem Vorsatze, daß ihr euch immer mehr bemühen wollet, Meine Barmherzigkeit, Meine Liebe, Meine Demut, Meine Geduld, Meine Langmut euch anzueignen; damit auch ihr als Sprößlinge von Mir dazu beitraget, die Menschheit auf die Segnungen hinzuweisen, welche durch Mein Erscheinen dem Erdballe zu Teil wurden.
 
Dies ist die wahre Mission, wenn ihr durch euer Vorwärtsstreben euren Mitmenschen zeiget, mit welch` großen Fähigkeiten Ich den Menschen ausgestattet habe aus Liebe, und wie Mich Barmherzigkeit bewog Selbst zu euch zu kommen, euch darüber zu belehren, und den Weg zu zeigen, welcher heißt: Selbstverleugnung und Demut, der zu Mir führt; dann kann euch nicht mehr die Frage beschäftigen, was ihr für Mich tun sollet?  Lehret durchs Beispiel, wirket durch die Mittel, die euch zu Gebote stehen, auch im Äußern, und betet jeden Tag inbrünstiger, daß so Mein Reich überall mehr ausgebreitet werde.
 
So soll euch das kommende Weihnachten ein Mahnruf werden, in tiefe Betrachtungen einzugehen, welche euch den großen Vorzug aufdecken sollen, welchen ihr vor vielen eurer Mitmenschen zu genießen habt. Amen!

← Zurück zu „Vaterbriefe Band 1“