46.- 10. Februar 1878 "Zur Fastenzeit"
Liebe Kinder!
Nun ist die Zeit, in welcher ihr lebet, nach dem Kirchenjahre die Fastenzeit, in welcher ihr euch nach euren Kirchengesetzen allen äußeren Vergnügungen entziehen sollet; aber Meine Kinder sollen in anderer Art ihre jetzige Zeit erkennen, als bloß in äußerem Entsagen! Sie sollen sich vorbereiten in ihrem Herzen, nachdem Ich als Kind bei ihnen Wohnung gemacht habe, Mir Meine Wohnstätte immer größer und reiner zu machen, damit Ich dort, ehe die Leidenstage anfangen, als König, der Einzug hält, aufgenommen oder völlig anerkannt werde.
Auch zu euch werde Ich auf einer Eselin kommen; denn durch die Demut ist es Mir nur möglich, Mich euch immer mehr zu nähern. Darum ist es jetzt so nötig, daß ihr euch der wahren Demut befleißet und willenlos tuet, was euch befohlen wird, gleichwie Meine Jünger die Eselin holen mußten mit der Weisung: "der HErr bedarf ihrer"; also sollet auch ihr eure Wege ruhig fortgehen, mit der Zuversicht, daß Ich eure Demut zuerst verlangen muß, um Mich bei euch und durch euch auch bei andern als König zu beweisen.
Auch ihr sollet vorbereitet werden auf Meine Leidenswege im starken Vertrauen zu Mir; wenn ihr erfahren müßtet, wie Ich dem bittersten Spott und der Verachtung immer mehr ausgesetzt bin; dann sollet ihr, wie Meine damaligen Jünger, festhalten an dem Einzuge, welchen Ich bei euch gehalten habe, auf dem Wege der Demut, und ruhig Meinen Worten vertrauen: "der HErr bedarf`s", ohne weiter zu fragen, auf welche Weise? Bleibet fest, auch wenn ein "kreuzige, kreuzige!" euch entgegen tönt. Gleichwie meine damaligen Jünger sich verborgen halten mußten, aber treu an Mir hingen, also sollet auch ihr in aller Stille zu Mir halten; die Liebe soll euch dazu drängen, und keine weitere Hoffnungen. Euer Vater in Jesu! Amen!
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„Zur Fastenzeit“
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