54.- 16. Juni 1878 "Zum Dreieinigkeitsfest"
Meine lieben Kinder!
Vater, Sohn und Geist in Einer Person ist Mein Wesen. Vater bin Ich als Erzeuger alles Daseienden; und gleichwie ein Vater seine Kinder lieb hat, also ist auch Meine Liebe eine unbegrenzte für alles was existiert, besonders aber zu den Menschen, welche Ich ganz nach Mir gebildet habe.
Meine Liebe entäußerte sich und legte alle Fähigkeiten in sie, wodurch sie Mir ähnlich werden können; darum Ich ihnen auch den freien Willen hinzutun mußte, und nachdem sie so ausgestattet waren, verlangte Ich von denselben, daß sie Mir folgen sollten.
Weil sie dann aber den freien Willen mißbrauchten, so mußte Ich als Sohn erscheinen, Fleisch annehmend, um sie durch Meine Lehre und Mein Wort, welches da ist der Geist, mit Mir wieder zu verbinden, und ihnen die Zusammensetzung ihres Wesens begreiflich machen, damit sie einsehen lernen, wie nötig es ist, ihren Willen dem Meinigen unterzuordnen, um einst im Jenseits mit regieren zu können.
Gleichwie der Mensch seine Dreiheit nicht trennen kann, weil er sonst kein Mensch mehr wäre; denn der Geist ist das eigentliche Ich, welches von Mir ausgeht, die Seele das Mittel oder Werkzeug, welches ihn in Verbindung mit dem Leibe setzt, damit er sich immer mehr ausbilden kann, und so diese drei zusammen ein Ganzes ausmachen, welches dadurch tätig und für andere Geschöpfe faßbar ist. Also auch Ich durch die Einhüllung Meines Sein (Sohn), und durch die Kundgebungen im Wort (Geist), der faßbare Gott wurde, so daß man für Diejenigen, welche Mich in Meinem wahren Wesen erkennen lernen, die Namen: Gott, Vater, Sohn, Geist (gleichbedeutend für Mich) sind.
Die drei Namen zusammengestellt, sind der Ausdruck, welcher der Mein ganzes Wesen bezeichnen soll, wie es bei den meisten Christen geschieht; jedoch im Herzen könnet ihr nur Ein Bild besitzen, doch unter verschiedenen Namen, je nach dem augenblicklichen Bedürfnisse, bald verehret ihr Mich mehr als den Schöpfer, wenn ihr von der schönen Natur und ihrer Mannigfaltigkeit gehoben seid; dann als Sohn und Mittler, wenn eure Unzulänglichkeit euch klar wird beim Kampfe gegen die Sünde, und ihr eure Zuflucht zur Barmherzigkeit und Versöhnung nehmet, wo dann meine Weisheit es ist, die es ermöglichte, daß ihr den Geist oder Tröster empfanget, der euch in alle Weisheit leitet, und ihr erkennet Denselben, darum ihr saget: "Vater, gib mir den heiligen Geist." Also bin Ich es wiederum, Der die wirkende Kraft ist, und nicht geheilt oder getrennt werden kann von Sohn und Geist.
Wer in Mir den dreieinigen Gott verehrt, so wie Ich es euch jetzt erkläre, der hat in allen Verhältnissen des inneren Lebens einen wahren Gott; er braucht ihn bald als Schöpfer, bald als Mittler, oder als Tröster, und wird deshalb Mich nie entbehren können, sondern wird angetrieben, sich gleichfalls (dreifältig) seinen Mitgeschöpfen zu zeigen, nämlich in Gefühlen, Worten und Taten, wodurch er sich erkenntlich macht, daß er ein Kind von Mir ist.
Gleichwie ein irdischer Vater oft auch eine dreifache Benennung hat, als: einen Namen, einen Titel und auch Vater heißt; das Kind aber nur "Vater" sagen wird, also sollet auch ihr bei allen Benennungen, welche Mir die Menschheit gibt, an dem Namen Vater festhalten, welcher euch erinnert, daß ein Kind mehr Pflichten gegen den Vater zu beobachten hat, als sonst jemand, der bei demselben im Dienst ist um des Lohnes willen, und diese Pflicht heißt: Liebe; ja Liebe soll eure Grundlage sein, aus Liebe sollet ihr Mich anrufen; denn die Formen der Verehrung haben keinen Wert.
Alle drei Wesenheiten, welche von Mir zeugen, als Schöpfer und Geber alles Guten, als Sohn und Mittler, als Geist und Tröster, sind so eingerichtet, daß sie Gegenliebe hervorrufen. Wer nachdenkt über das Amt eines jeden derselben, wird finden, daß Liebe und Weisheit immer wieder Mein Wesen ausmachen. Amen!
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