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„Vom Wesen des Herrn als Sohn“

57. – 1. Juli 1878  "Vom Wesen des Herrn als Sohn"
 
Liebe Kinder!
Nun sollt ihr das Wort "Sohn" erklärt erhalten, damit ihr das volle Bild Meiner Dreiheit besser fassen könnet. Der Sohn ist entsprossen Meiner Liebe, oder er ist der Ausdruck derselben. Um eben dieselbe begreiflich zu machen, mußte die Mitteilung durch etwas Wesentliches geschehen, welches war das Wort; das Wort aber brauchte ein Organ zu seinem Schalle, welches durch den menschlichen Leib hergestellt wurde, ("und das Wort ward Fleisch und wohnete unter uns";) darum auch der Sohn Vermittler genannt ist.
 
Es wird das Wort Vermittler deshalb oft mißdeutet, weil man darunter versteht einen Friedensstifter, während es die Vermittlung bezeichnet, welche getroffen ist, um dem Menschen zugänglich sein zu können!
 
Konnte doch Ich als Vater und Urheber der Vermittlung, welcher die Liebe zum Grunde lag, nicht zugleich Haß in Mir tragen, welcher mit dem, was von Mir Selbst ausging (Sohn), vertilgt werden sollte, sondern es war das tiefe Erbarmen mit Meinen geschaffenen Kindern, welches Mich bewog, in dieser Weise Mich ihnen wieder zu nähern.
 
Mein Wesen mußte verhüllt werden durch das Fleisch, welches durch Meine Willenskraft erzeugt, Sohn genannt wird, und deshalb unzertrennlich mit Mir Selbst ist. Darum sagte Ich wer den Sohn  siehet, der siehet den Vater, denn wer die Worte vom Sohn gegeben aufnimmt, der hat ja Meine Worte oder Meine eigene Mitteilung aufgenommen.
 
Nicht der Leib spricht, sondern das innen wohnende Ich ist es, und so wie "der Sohn", der auf Erden unter dem Namen Jesus wandelte, die Göttlichkeit ist, oder Gott Selbst durch das Ich bezeichnet: "Ich bin der Weg und die Wahrheit", ähnlich so sind auch die Menschen erschaffen; ihrem Geist oder göttlichen Ich habe Ich gleichfalls die Sprache verliehen, um sich mitteilen zu können, was in ihrer Gedankenwelt, (welche ist eine schöpferische Kraft) vorgeht.
 
Die Sprache oder das Wort ist das Hilfsmittel, etwas hervorzubringen oder wirken zu können; durch die Sprache werdet ihr aufgeklärt über euer Sein, und weiter belehrt euch nützlich zu machen.
 
Was nützte euch eine Fülle von Gedanken, wenn kein Mittel da wäre, sie mitzuteilen? Die göttliche Liebe, welche in euch gelegt ist, äußert sich in dem Drange anderen euch mitteilen zu können, um näher mit ihnen verbunden zu werden; doch durch den Sündenfall, welcher war ein Mißbrauch des Vorzuges gegenüber anderen Geschöpfen, und in Hochmut und Herrschsucht ausartete, wurde Mein Ebenbild entstellt, und Ich mußte nun sichtbar unter die Menschheit treten, um durch Lehre und Beispiel ihnen zu zeigen, wie sie leben sollen, um wieder auf die Stufe zu gelangen, zu welcher Ich sie bei ihrer Erschaffung bestimmte, nämlich zu Meinen Kindern, welche der Vater nach ihrer Fähigkeit einsetzt, um mitzuregieren. Amen!

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