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„Wie sollen wir fasten? in der Zeit; und vom Judasgeist.“

103. – 23. März 1879 "Wie sollen wir fasten? in der Zeit; und vom Judasgeist."
 
Liebe Kinder!
Weil ihr nun wisset, daß diese Fastenzeit mehr geeignet ist mit Mir zu verkehren, und Ich euch angeraten habe zu Mir zu halten, so will Ich euch jetzt auf den Verrat aufmerksam machen, welcher an Mir durch einen Jünger verübt wurde, und zwar nicht aus Feindschaft, sondern aus Habsucht oder Geiz. Gerade demselben Jünger wandte Ich Meine Liebe stets zu; denn Ich mußte ihn gegen seine Mitjünger in Schutz nehmen, welche zu klar an ihm einsahen, was die Triebfeder war, weshalb er Mich nicht mehr verlassen wollte. Er beurteilte mit seinem Verstande, daß er auf Meiner Seite doch ein angenehmeres Leben führen könne, als wenn er der Welt lebte. Manchmal bei stärkeren Einflüssen von Oben wurde er wieder in der Liebe zu Mir mehr bestärkt; aber da sein eigenes Wollen und Hinzutun fehlte, so blieb es beim alten Standpunkte, wo der Geiz sein ganzes Wesen regierte, und also dem Satan der Weg offen war, um ihn in den Abgrund zu ziehen.
 
So sind auch heute die Judas-Ischariothe in denjenigen am meisten vertreten, welche um äußern Besitzes willen sich an Mich wenden, und immer darauf bedacht sind, nur äußern Segen zu gewinnen, dabei aber im Herzen von Meinen Liebes-Geboten nichts wissen wollen.
 
Diese Scheinchristen gehen nur so lange mit, bis eine günstige Gelegenheit ihnen mehr äußern Gewinn bietet; wenn sie dann ihre Maske ablegen und gegen Mich stehen, dann sind sie reif zum Verrat, und rufen ein "kreuzige" über Mich; sie wissen ganz geschickt ein Ärgernis hervorzubringen, weshalb sie sich von denen absondern, die mit Ernst und Wahrheit zu Mir halten, und Meine Kinder werden wollen.
 
Immer mehr tritt jetzt in dieser Zeit ein Judasgeist ans Licht; es wird um Geldeswillen alles getan, alle Eigenschaften und Tugenden werden nachgeäfft, so lange bis ein Gewinn gemacht wird, oder Menschengunst erreicht ist. Wenn es Geld einträgt, so ist keine Tugend zu schwer, so lange bis die Menschen ihren Zweck erreicht haben; aber nur um Meinetwillen kann nicht viel geschehen, da sind die Bedingungen zu schwer, während Ich doch alles biete, und kein Mensch ohne Meine Liebe bestehen könnte; Ich muß stets zuerst geben, und gebe aus Liebe.
 
Diese Meine Liebe will auch noch weiter geben; aber die Menschen halten zu Meinem Gegner, und verraten Mich ohne Ursache, d.h. weil Ich nicht ganz ihre unersättliche Begier befriedige, so gibt es viele, die zu der Welt zurück kehren, und Mich und Meine wahren Kinder bei derselben lächerlich machen. Ich muß es Mir gefallen lassen, und gebe auch Meinen Kindern das Gebot sich nicht zur Gegenwehr zu setzen, sondern ruhig sich auf Meine Macht und Weisheit dabei zu verlassen, die doch am Ende den Sieg davon tragen wird, ohne dabei zu vernichten.
 
Also, liebe Kinder, hütet euch vor dem Zeitgeiste der Habsucht, damit ihr nicht zu spät dessen Unwert einsehen lernet, und ihn erst dann wegwerfen wollet, wenn es zu spät ist.
 
Das beste Bewahrungsmittel in dieser Zeit ist Selbstverleugnung in jeder Beziehung, sowohl in Ehre und Ansehen, als in andern Bedürfnissen. Also fastet in dieser großen Fastenzeit! und wartet ruhig ab, was Ich als euer Herr und Meister nach der Grablegung ausführen werde. Einstweilen aber lebet ihr einmütiglich im Geist unter einander, ihr alle, welche der Zug zu Mir, als zu dem Vater, verbunden hat. Amen!

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