J.H. Nr. 126 7. Mai 1973
»Ihr geht so viele Irrwege«
Dieses Wort, das ICH euch heute gebe aus Meiner väterlichen Liebe heraus, aus Meiner Gnade, ist nicht nur für euch, sondern es wird alle die berühren, die es hernach hören werden. So ist es für Jedes, das ein aufgeschlossenes Herz hat, ein Wort, zu ihm im Herzen gesprochen, wie Mein Wort auch nur aufgenommen werden soll von Meinen Kindern im Herzen. ICH sage nicht, im Verstande, sondern im Herzen: Denn im Herzen allein erkennt man die Wahrheit. Was ist Freiheit? Freiheit, Glaube und alle anderen Eigenschaften: Heiliger Geist, Geduld, Sanftmut: Alles kann nur allein gegeben oder erworben werden durch Meine Liebe in euch. Nur die Liebe führt euch hinein in die innere Freiheit. Ihr geht so viele Irrwege und seid so viele Irrwege schon gegangen; auch dein Schwesterlein, von dem du gesprochen hast, Mein Kind. Sagt nicht, es war Mein Wille, sondern gebt getrost zu: Es war dein Wille, euer Wille, wenn ihr Irrwege gegangen seid und gerade aus diesen Irrwegen heraus mache ICH die richtigen Wege. Gerade die Irrwege sind die rechten Wege für euch. Denn darin erkennt ihr euer unnützes Tun, darin erkennt ihr eure Wunschgedanken, die hineingehen bis in eine Phantasie, wo ihr meint: Das ist der Vater, oder: Das hat der Vater gesagt, oder: Das muß ich tun, weil ihr es wünscht in euren Herzen. Solange ihr noch diese Wunschgedanken habt, geht ihr in die Irre. Alle Wunschgedanken sind Irrwege. Allein, wenn ihr leer geworden seid, wenn ihr stille geworden seid, kann ICH euch hineinziehen in euer Inwendiges, dann seid ihr ohne Wunsch. Dann kann ICH euch belehren. ICH will euch ein Beispiel geben: Erst, wo Adam in einen tiefen Schlaf versetzt wurde, konnte das Weib aus ihm gestaltet werden. Erst, wenn ihr in einem sog. Schlaf seid – wie ICH sage, es ist eine Stille in euch, gleich einem Schlafe – werdet ihr hineingezogen in das Inwendigste, wo ICH bin. Und daraus wird das Neue Leben geboren. Und dann sind keine Irrwege mehr da. Daß aber die Irrwege gerade die richtigen Wege für euch sind, kommt daher, weil ICH euch dann sanft leite zu dem Ziele hin, das ICH mit euch vorhabe. Wie sollt ihr euch erkennen lernen, wenn nicht dadurch, daß ihr irregeht? Und wenn ein Mensch oder ein Gotteskind irrgeht, und allmählich sieht, wie Brecher über Brecher über das Boot schlagen, in dem es drin ist, und Angst, Verzagtheit und Zweifel über das Kind kommen, so weiß doch das Kind sich dennoch von Meiner Hand gehalten und siehe! Das Boot ist doch nicht untergegangen. Ist euer Boot untergegangen? Selbst in den tiefsten Brechern, die über das Boot geschlagen haben, seid ihr doch nicht untergegangen, weil es Meine Hand ist, die euch hält. Aber ihr habt etwas gelernt dabei: Daß ihr eigene Wege gegangen seid, daß ihr Wunschbilder hattet, daß euer Ich sich hervortun wollte, indem es sagte: Ja, Vater, ich will DIR dienen. Und dann fangt ihr an zu dienen, aber ihr wartet nicht ab, bis Mein Geist über euch kommt. Denn nur Mein Geist macht euch fähig, Mir zu dienen. Und es ist der höchste Geist: Denn ICH BIN Liebe. Und diese Liebe, die will ICH euch etwas näher beschreiben. Und ICH nehme wieder ein Gleichnis, das ICH, der Menschheit sowieso gegeben habe. Wollen wir nicht die arme Sünderin nehmen, die kam und MICH salbte? Und ihr wißt, wie die Pharisäer gedacht haben: „Wenn ER wüßte, wer sie ist!“ Oder wie Judas gedacht hat, der gesagt hat: „Man könnte damit Gutes tun.“ Aber was sagte ICH? ICH durchschaute sie und ICH sage es auch euch: Wenn ihr aus eurer Seele Gutes tut, so sagt ihr: Heute muß ich das für den VATER tun, und heute will ich jenes für Ihn tun und morgen kommt das dran, und all das Gute tut ihr und tut ihr, und ihr habt doch eines vergessen dabei, was die Sünderin getan hat: Die Sünderin hat viel geliebt. Was sie tat, war in den Augen der Menschen einfältig und töricht. Und so wird die Liebe immer vor den Augen der Menschen einfältig und töricht sein. Warum hältst du deine Ehe aus? Du kannst dich doch frei machen, sagen die Geschwister. Aber sie tut’s. Das ist das Törichte, was sie tut: Daß sie aushält und ihr Kreuz trägt. Und wenn sie es in diesem Sinne tut, wie es die arme Sünderin getan hat, dann erst hat sie die wahre Liebe. Versteht ihr? Sie tat es aus reinster Liebe und ICH sagte: Sie hat viel geliebt, sie hat viel Törichtes getan. Oder: Sie hat viel Einfältiges getan. Aber sie hat MICH geliebt. So, wie ICH bin, so kam sie auf MICH zu mit ihrem einfältigen und törichten Herzen und salbte Meine Füße. Und machte sie naß mit ihren Tränen und trocknete sie ab mit ihren Haaren. Sie tat Törichtes und deshalb ist sie eingegangen in Mein Reich. Die aber gesagt haben: Das hätte man verkaufen können, man hätte damit Gutes tun können, das war aus der Seele und hatte mit der Liebe überhaupt nichts gemein. Und so ist es bei den Menschen. Sie sagen: Man kann Gutes tun, ich habe Gutes getan, dies und jenes. Ja, aber es ist ohne Liebe geschehen. Die Liebe rechnet nicht, sie überlegt nicht, sie ist töricht, sie ist einfältig, sie verschenkt sich, sie gibt sich hin, sie denkt nichts anderes, als das Herz zu verschenken, und das ist bei den Menschen töricht. Aber das ist die Liebe, die ICH bei euch haben möchte. Und wenn eine Ehe schwer zu tragen ist, so kann ich ruhig sagen: Nein, ICH habe nicht gesagt, du sollst die Ehe anfangen, nein: Sie (d. Schw.) hat sie angefangen und wenn sie sie abschieben will, so geht sie nicht den Weg der Liebe. Wenn sie aber den Weg der Liebe gehen will, darf sie nicht klagen über den Weg der Liebe, über den Weg des Kreuzes. Denn, indem sie sich verschenkt wie die arme Sünderin, MIR verschenkt sich in der Liebe, und sich verschenkt ihrem Ehemann in dieser geistigen, allesumfassenden, barmherzigen Liebe, wird sie sehen, daß das Kreuz leicht ist, daß die Last leicht zu tragen ist. Denn dann ist ihr Geistherz geöffnet und sie schaut die große, barmherzige Liebe Gottes, des Vaters im Himmel. Aber nur der wird sie erschauen, der die wahre Liebe hat: die Liebe, die nicht abwägt, die nicht rechnet, sondern die Liebe, die sich einfach verschenkt. Warum? Weil sie MICH lieb hat und weil sie den lieb hat, der vom Satan geplagt und gebunden ist. Das – und wenn ihr noch so viel Gutes nebenher tut – so ist es noch lange nicht diese eine, einzige Liebe, die aus dem Geiste kommt. Und wie ICH gesagt habe: Es ist noch kein Boot untergegangen, das von MIR geführt wurde, auch wenn Brecher über Brecher über das Boot kamen. Meine Hand hat das Boot gehalten, also euch gehalten, daß ihr nicht untergegangen seid. Aber wo finde ICH eine solche Liebe? Und deshalb sollt ihr einander nicht bedauern, wenn ihr kreuztragend seid, sondern ihr sollt durchschauen lernen und flehen, daß ICH eure Irrwege, eure Umwege gerade mache. Denn gerade eure Irrwege dienen euch zur Erkenntnis eurer selbst. Sie dienen euch, euch zu MIR zu wenden mit einem reuevollen Herzen, wenn ihr nicht mehr weiter seht. Und sie dienen euch somit, daß ihr euch wirklich aufmacht und sagt: O Vater, nun leite und führe Du mich, ich habe jetzt genug. Dann kann ICH in euch wirken und so ist eigentlich der Irrweg der geradeste Weg geworden dadurch, daß ICH euch dahin bringe, wo ICH euch haben möchte. Ihr müßt nur erkennen lernen, wie groß Meine Liebe für euch ist. Und dann müßt ihr euch von MIR leiten lassen, nicht soviel fragen, nicht soviel hören, sondern stille werden in euch, damit ICH zu euch reden kann. Und ihr könnt stille werden im größten Lärm und ihr könnt stille werden im Umtrieb der Straße, ihr könnt immer stille werden, so ihr die wahre Liebe habt. Und diese Meine Liebe in euch, die zieht euch hinein immer mehr in euer Inwendigstes und ihr habt dann vor allen Dingen Meinen Frieden. Einen Frieden, den die Welt nicht geben kann, und wenn sie euch das Allerschönste bietet, so wird sie euch doch nicht den Frieden geben können. So vertraut euch MIR an, getrost und mit Zuversicht, daß ICH euch leite und führe und euch immer wieder zurecht bringe. Aber hascht nicht nach Neuigkeiten, hascht nicht nach Sensationen in Zukunftsprognosen, sondern: Schaut, daß sich Mein Ebenbild in euch offenbaren kann. Das ist das Wichtigste, daß ihr hinüber kommt über diese Zeitwende in das Reich des Heiligen Geistes, Meines Heiligen Geistes, damit immer wieder das Licht in euch fließen kann. Denn ihr könnt ja nur Gehorsam haben, gemäß eurer Liebe. Wenn ihr MICH nicht so liebt, wie die Sünderin, wie wollt ihr MIR dann gehorsam sein? Nur aus der Liebe entstehen alle Dinge. Und alles ist gemacht aus der Liebe heraus. Und wenn ihr euch dieser Liebe hingebt, dann wandle und verwandle ICH euch, aber ihr seht es nicht, und die, die um euch sind, sehen es auch nicht, was in euch geschieht. Nur im allergrößten Leid, wenn ihr meint, ihr könnt nicht mehr weiter, kommt ein Lichtblick in eure Seele hinein und ihr erkennt im Rückblicken Meine große, barmherzige Liebe, daß alles, was ICH mit euch gemacht habe, gut war. Aber das sind Sekunden, dann kommen wieder die schweren Ereignisse, die die Welt mit sich bringt, die große Gefährdung, die die Welt in sich trägt. Dann kommt all das tiefe Leid, alles kommt über euch, bis ihr durch dieses Leid so umgestaltet werdet in Meine Liebe hinein. Und wenn es nur ein Spalt ist, der durch euch fließt, ein ganz schmaler Spalt, daß Meine Liebe durchdringt und zum Nächsten hinkann, dann habt ihr nicht umsonst gelebt. Das geht weiter und trifft den Nächsten, nicht eure Worte, nicht das Gute, das ihr tut, sondern die Liebe, in der ihr euer Herz MIR geschenkt habt. Und jetzt denkt an dieses Licht, wenn ein Kind die Leiden dieser Zeit auf sich nimmt im Vertrauen, im Glauben – auch der Glaube kommt aus der Liebe. – Kannst du glauben ohne Liebe? – Erst durch die Liebe hast du den wahren Glauben. Das andere ist ein Wunsch-Glaube. Nur durch die Liebe kannst du wahrhaftig glauben. Und wenn nun dein Herz so geöffnet ist für Meine heilige Liebe: Denke dir das Licht, das durch dich strahlen kann! Und das will ICH, daß ihr euch MIR hingebt in dieser Liebe, daß Mein Ebenbild, daß Mein Licht in dieser schweren, unendlich schweren Zeit, in der ihr steht, wo von der Kindheit an über Jugend bis zum Greisenalter alles gefährdet ist, daß dieses Licht durch euch fließen kann. Das ist Meine Bitte an euch, daß ihr sorgt, daß Mein Licht durch euch kommt. Und wie könnt ihr denn dafür sorgen, daß Mein Licht durch euch kommt? Denkt an die Sünderin. Sie hatte nur diesen einen Gedanken: Ich will hin zum Herrn, da habe ich Erlösung, da gehe ich hin, da ist Einer, der mich versteht, und der mir hilft, daß ich ein anderes Leben führen kann. Und so muß es bei euch auch sein. Und im Rückblick erkennt ihr immer wieder eure eigenen Wege. Und dieses Hingehen zu MIR, dieses törichte Benehmen und dieses einfältige Wesen in euch ist es, worüber die Welt lacht. Und viele, die sich Gotteskinder nennen, finden es nicht richtig. Und doch konnte sie in Mein Reich eingehen, weil sie soviel geliebt hat. Sie war eine Sünderin, aber sie war die Sünderin aus Liebe, deshalb konnte ihr viel vergeben werden, weil sie viel geliebt hat. Und so wird es auch bei euch sein: Es kann euch alles vergeben werden, so ihr mit dieser Liebe zu MIR kommt, zu Meinen Füßen euch Mir darbietet in Reue: All euer Leid, eure Irrwege, dann bin ICH da und sage: Ihr habt viel Eigenes gehabt, ihr seid viele Irrwege gegangen, es sind viele Brecher über euer Boot hereingebrochen. Aber Meine Liebe richtet euch auf und hält euch. ICH will das zerbrochene Rohr wieder aufrichten. Und so werde ICH euch aufrichten. ICH habe unendliche Geduld, ICH weiß ja, wie lange es braucht und ihr wißt es auch, wie lange es braucht. Und doch ist es nicht ein plötzliches Verwandelt-werden in euch, sondern eine stetige Verwandlung, ein stetiges Verwandeln, immer wieder verwandeln, bis nur noch Mein Liebelicht in euch ist. Und das ist die Wiedergeburt eurer Seele mit eurem Geiste. Und das sollt ihr und könnt ihr erreichen. Denkt an die Sünderin. Und nun habt ihr die ganze Antwort, warum die Brecher über euer Boot kommen müssen. Es liegt nur an euch, wie ihr es tragt: Ob im Aufblick zu Mir. Und habt kein Mitleid, wenn eines ein schweres Kreuz hat. Wenn es es trägt im Aufblick zu Mir, ist es beneidenswert, weil es Meine Herrlichkeit erlebt. Und ihr seid beneidenswert, wenn ihr durchhaltet im Kreuz. Wenn ihr nicht frei sein wollt in einer Freiheit, die Wunschträume sind, die euch irre führen, sondern wenn ihr die Weisheit sucht, die ihr allein im Geiste, in MIR, habt. Diese Freiheit, wo ständig Mein hl. Geist der Liebe in eure Seele und in euren Geist dringen kann. Das erst bringt euch die wahre Freiheit. Alles andere sind Wunschgedanken, Gedanken, die die Welt und die Menschen verbessern, die Erneuerung schaffen wollen. Das alles sind Irrgedanken, Irrwege, Wunschgedanken. Nur eines ist kein Wunschgedanke: Mein Knecht zu sein, denn das muß gelebt sein: Den Anderen zu dienen mit der Gabe, die ICH einem jeden gegeben habe. Und so segne ICH euch in dieser Stunde! Meine Liebe hebt und trägt euch allezeit. Seid auch MIR ein folgsames, liebendes, ein sich hingebendes Kind in der reinsten Liebe! Amen.
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