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25. Kapitel – Von der Anzündung des Herzens oder Lebens dieser Welt

Von der Anzündung des Herzens oder Lebens dieser Welt

29. Als Gott den Leib dieser Welt hatte in zween Tagen in eine rechte Formam gebracht, und hatte den Himmel zum Unterscheid zwischen die Liebe und den Zorn gemacht, so drang nun am dritten Tage die Liebe durch den Himmel durch den Zorn; da bewegete sich zuhand der alte Leib im Tode und ängstete sich zur Geburt.

30. Denn die Liebe ist hitzig. Die zündet den Feuerquell an. Der rieb sich in der herben und kalten Qualität des erstarreten Todes, bis sich die herbe Qualität am dritten Tage erhitzete, davon dann die Beweglichkeit oder die herbe Erde beweglich ward.

31. Denn es stund alles im Feuerschracke bis an vierten Tag. Da zündete sich das Licht der Sonnen an, denn der ganze Leib ängstete sich in der Geburt als ein gebärend Weib.

32. Die herbe Qualität war der Umfasser oder der Einschließer des Lebens gewesen. In der ängstete sich nun die Hitze, welche durch die Liebe Gottes angezündet ward, und dringete die herbe Qualität als einen toten Leib aus. Die Hitze aber behielt im mittlern Punkt des Leibes seinen Sitz und drang durch.

33. Als sich aber nun das Licht der Sonnen anzündete, so stund der näheste Zirk um die Sonne im Feuerschracke, denn die Sonne oder das Licht ward im Wasser scheinend, und die Bitterkeit aus dem Wasser fuhr im Feuerschracke mit auf. Das Licht aber war also geschwinde hinnach eilend und ergriff den Feuerschrack. Da blieb er als ein Gefangener stehen und ward körperlich.

34. Davon ist in dem ersten Umgang worden der Planeta Mars, welches Kraft in dem bittern Feuerschracke stehet, denn er ist ein Wüter, Tober und Stürmer wie ein Feuerschrack. Dazu ist er hitzig und ein giftiger Feind der Natur, durch welches Aufgang und Geburt in der Erden sind allerlei giftige, böse Würmer worden.

35. Weil aber die Hitze im mittlern Punkt des Leibes also mächtig groß war, so drang sie auch alsoweit von sich und eröffnete die Kammer des Todes vor ihrer Anzündung des Lichts alsoweit, daß Sie der größte Stern ist.

36. Alsbald sich aber das Licht in der Hitze anzündete, sobald ward der hitzige Locus in dem Lichte gefangen und konnte der Corpus der Sonnen nicht größer werden. Denn das Licht sänftiget die Hitze. Da blieb der Corpus der Sonnen als ein Herze in Mitten stehen, denn das Licht ist das Herze der Natur und nicht die Hitze.

37. Hie mußt du aber eigentlich merken: Alsoweit als sich der mittlere Punkt hat angezündet, also groß ist auch die Sonne, denn die Sonne ist anders nichts als ein angezündeter Punkt in dem Leibe der Natur.

38. Du darfst nicht denken, daß etwa eine andere Kraft dazu sei als in der ganzen Tiefe des Leibes überall ist.

39. Wenn die Liebe Gottes durch ihren Himmel wollte den ganzen Leib dieser Welt durch die Hitze anzünden, so würde es überall also licht wie in der Sonnen.

40. Wenn nun von der Sonnen könnte die große Hitze genommen werden, so wäre sie ein Licht mit Gott. Weil aber dasselbe in dieser Zeit nicht sein kann, so bleibet sie ein König und Regent in dem alten verderbten und angezündeten Leibe der Natur. Und die klare Gottheit bleibet in dem sanften Himmel verborgen.

41. Aber das Licht der Sanftmut der Sonnen inqualieret mit der reinen Gottheit. Aber die Hitze kann das Licht nicht ergreifen, darum bleibet auch der Locus der Sonnen in dem Leibe des Zorns Gottes. Und darfst die Sonne nicht anbeten oder für Gott ehren, denn ihr Locus oder Corpus kann das Wasser des Lebens von wegen ihrer Grimmigkeit nicht ergreifen.

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