Liebe Freunde!
‚Weh dem, der mit seinem Schöpfer hadert, eine Scherbe, wie andere irdene Scherben. (Jes. 45, 9)
Aber nun, Herr, Du bist unser Vater; wir sind Ton, Du bist unser Töpfer; und wir alle sind Deiner Hände Werk.‘ (Jes. 64, 79
Reiche Gnade ist uns widerfahren, eine Herrlichkeit ohnegleichen. ‚Seiner Hände Werk‘ nennt uns Jesaja, und es zeigt das Leben aller Menschen an. Alle stehen vor dem Tor der Ewigkeit. Die Erkenntnis gibt uns UR, der Ewig-Heilige, Ewig-Einzige und Wahrhaftige, Dessen Wort aus Seiner Ewigkeit in unsre Zeit erschallt. Und unser Glaube ist der Schlüssel, der die Pforte öffnet.
Wir betrachten jetzt den Weg, der zum Jenseits leitet. Ist‘s ja unser Mithilfdienst, die ‚Schafe aus dem andern Stall‘ (Joh. 10, 16) herbeizulocken, damit alle an das Tor der ewigen Seligkeit gelangen. Denn haben wir Lust, beim Vater zu sein, so sollten wir die gleiche Lust auch anderen vergönnen. Das allein wird aus dem Wort und aus der Tat eine fruchtreife Folge haben.
Wollen wir nun Mithilfsdiener werden, dann müssen wir so handeln wie der Herr. Er stieg von der Höhe Seiner Herrlichkeit herab, zur armen Welt, um die Verirrten zu erretten. Wir müssen uns also in den Seelentiefstand eines gottfernen Mitmenschen versetzen.
Schauen wir zunächst die Glaubensarmen an. Sie trachten nach den Dingen ihrer Welt, häufen Reichtum, Macht und Ehre auf, Tag um Tag, und merken nicht, daß nichts zu halten ist, wie nicht die Tage, die vor ihnen fliehen, je mehr sie in ihrer Scherbengemeinschaft zusammenschachern und mit ihrem Schöpfer hadern, um so mehr verwandelt sich ihr Glanz und Gold in Staub und Asche der Vergänglichkeit.
Kann der Weltmensch mit dem Schöpfer hadern, wenn er gar nicht an Ihn glaubt? Mit dem Munde streiten wiegt nicht schwer; doch ihr Sinn ist wider Gott gerichtet! Und wenn sie an das Tor der Ewigkeit gelangen, dann zeigt sich, daß ihr ganzes Leben nur ein Hadern wider Gott gewesen ist. An ihnen offenbart sich jenes ewig-wahre Wort:
‚Bis hierher sollst du kommen und nicht weiter, hier sollen sich legen deine stolzen Wellen!‘ (Hi. 38, 11)
O, jede Epoche überspült mit stolzer Macht das geistige Gestade; und Dunkelheit beherrscht die Völker. Allein: ‚Bis hierher sollst du kommen und nicht weiter!‘ Der Spielraum ist gegeben, die Grenzen aber liegen in des Schöpfers Hand! Daran zerschellt des Weltlings Leben wie ein morscher Kahn am Fels, zumal von denen, wo es heißt:
‚Ein Totschläger hat nicht das ewige Leben bei Ihm!‘ (1. Joh. 3, 15)
Nun, alle sind ja keine Mörder; es gibt gute Charakter. Für die tritt auch ein anderes Gesetz in Kraft. Johannes hat aber nebst den Blutmördern die gemeint, die Gottes heilige Gnadenzeit verstreichen lassen oder andere Menschen mit schädigendem Tun verderben.
Man sagt gern: Ich gehe nur, um die Zeit mir totzuschlagen! Sie morden Gottes Zeit. Man mordet durch Verleumdung auch des Nächsten Ehre (2. Mo. 20, 16). Und jene alle, die ein Leben, Gottes gnaden volle Zeit, des Nächsten Ehre und den Glauben morden, kommen nicht zum ewigen Leben bei Ihm! Sie werden immer vor dem Tore stehen bleiben müssen, bis sie ihre Herzen der Erkenntnis öffnen.
Die Hinweise aus der Bibel bestätigt Gott in den uns gegebenen herrlichen Offenbarungswerken. In der Haushaltung Gottes sagt Er:
‚Wer da liebt die Welt, wird sterben in der stets wachsenden Weltliebe; weil aber die Welt kein Leben hat, so wird er auch nimmerdar erstehen
zu einem neuen Leben, sondern zu neuem Tode nur.‘ (HG 1/150)
Das zeigt den Abgrund an, in den die Glaubensarmen stürzen können. Hilfe tut not. Wir müßten Rettungsleute bilden, nicht ziel- und wahllos, nein, geistig organisiert wie in den Bergen und auf hoher See. Und jeder könnte Helfer sein, auch die zu Hause bleiben.
Betrachten wir die zweite Gruppe. Wie steht diese vor dem Tor der Ewigkeit? Zu ihr gehören, die ‚Gott einen guten Mann sein lassen‘; ferner jene, die behaupten: Wenn Gott allmächtig ist, warum läßt Er Krieg und vieles Elend zu? — Diese Leute sind ein großes Übel.
Sie wollen Gott in einen Winkel stellen, weil Er ihr Genußleben stört. Einer Verantwortung gehen sie aus dem Wege. Sie sind ein Nachtmahr im Schein der Kerze. Ihre Palisade, hinter der sie sich verstecken, heißt: Was geht‘s mich an? Jeder sehe zu, wo er bleibt! Über den Tod denken sie nicht nach; wenn schon, dann sagen sie:
‚Wir haben mit dem Tode einen Bund und mit der Hölle einen Vertrag gemacht; wenn eine Flut dahergeht, wird sie uns nicht treffen.‘ (Jes. 28, 15)
Dieses Altbundwort trifft immer zu. Kriege haben diesen Spöttern ihre ‚Flut‘ gebracht! Was übrig blieb, ist nur Geschichte, die vor dem Tor der Ewigkeit der Sand verweht. Das bestätigte Paulus:
‚Was hattet ihr nun zu der Zeit für Frucht? Welcher ihr euch schämet; denn ihr Ende ist der Tod!‘ (Röm. 6, 21)
Wo ist ihre Frucht geblieben, von der man meistens böse Scherben erntet? Dennoch müssen sie die Früchte essen; verdorbene Früchte, für die man sich am Ende schämt. Wie Wetter blitzt es über ihnen:
‚Was du säst, das wirst du ernten; denn der Tod ist der Sünde Sold.‘
Gemeint ist hier der Seelentod, ein Leben ohne Gott.
Die wieder neu gegebene Offenbarung erhärtet die alte biblische:
‚Seht, im Sinnleben liegt der Grund, daß viele Menschen von einem Leben nach dem Tode ihres Leibes ebensoviel wissen, wie ein Stein, der am Wege liegt; und so man ihnen davon sagt, lachen sie höchstens oder treiben den Weisen zur Tür hinaus. Und doch sollte jeder Mensch längstens bis zu seinem 30-sten Jahre so weit mit der Bildung seines Ichs fertig sein, daß ihm das freie, selige Leben nach dem Leibestode vollbewußt und sicher wäre, wie einem Aar der Flug in die hohe, freie Luft.‘ (Lorber Bd. 2, 10)
O, die Lauen haben auch ihr ‚Lebensbild‘. Allein wie schnell geht ihre Lebenskunst verloren! Sie vermögen nicht, den friedlosen Tod in jenen ‚freundlichen der Erlösung‘ einzutauschen. Wie es natürliche und geistige Todesarten gibt, so den Freiheit bietenden Tod, den Gott mit einem Aarflug vergleicht; und den anderen, der bitter schmeckt, dessen faule Früchte die Mußernte einer armen Seele sind.
Die Folgen überschatten einst das Jenseits. Je mehr sich jemand gläubig vorbereitet, je lichter wird das Tor, durch das er seine Schritte lenken kann. Je weniger einer diese Lebenswahrheit anerkennt und der Überzeugung ist, ‚mit dem Tod hört alles auf!‘, um so mehr schließt er das Tor zum ewig-freien, lichten Leben zu.
Allerdings — durch eine Pforte wird die arme Seele weinend gehen müssen; sie heißt ‚Zu spät!‘ Und wenn auch am gesegneten Abend des Liebe-Schöpfungstages statt der belastenden die entlastenden Worte ‚Komme heim‘ ertönen, so bleibt niemandem verborgen, was zwischen diesen Zeiten waltet. Mit dem Erdentod beginnt bereits das ‚Bücher aufschlagen‘, von dem Johannes eine tiefe Wahrheit wußte. (Off. Joh.)
Die Not tritt uns da entgegen. Wollen wir das ewige Leben ernten, darf man von anderen dann sagen: Sie haben es nicht anders verdient!? Wer gab uns denn die Erkenntnis in das Herz, daß wir glauben dürfen? Ja dürfen, und das nicht aus uns, sondern aus Gottes Güte.
Sicher findet diese Gnade erst an uns Erfüllung, wenn wir nicht mit unserm Schöpfer hadern, wenn wir williger Ton in Seinen Händen sind. So ist der Kontakt von Geist, Herz und Seele mit dem Schöpfer herzustellen. Um so mehr ist die Seelenlast der gottfernen Menschen zu bedenken. Sie sind unsre armen Geschwister, deren Errettung der geistige SOS-Ruf gilt, dem wir uns nicht verschließen dürfen, wollen wir nicht mitschuldig an der Schuld der Armen werden.
Wie steht es um die dritte Gruppe, die allgemeinen Christen? Wie passieren sie das Tor der Ewigkeit? Welchen Glauben bietet uns die Kirche? Leider ist zu sagen, daß da ein mageres Feld geblieben ist. Die Kirche lehrt den Schlaf im Grabe bis zum Jüngsten Tag. Wie armselig dieser Glaube ist, beweist die Vergänglichkeit der Gräber samt den Leichen. Müßte man in den Gräbern bis zum sogenannten Jüngsten Tag verbleiben, alsdann gäbe es mehr Leichen- als Getreidefelder.
Wo bleiben nun die Schläfer, wenn schon nach wenigen Jahrzehnten kaum noch Knochen vorzufinden sind und diese auch der Zahn der Zeit zermalmt? Wo bleibt er denn, dessen Asche nach Verbrennung kaum die Hände füllt? Wenn sie aber schlafen, was schläft, und wo? Kann das Dogma uns vernunftsgemäß belehren? Wo bleibt bei ihm das Gotteswort, das wie folgt vom ewigen Leben zeugt?:
‚Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben!‘ (Joh. 14, 6)
‚So jemand Mein Wort wird halten, der wird den Tod nicht sehen ewiglich!‘ (Joh. 8, 51)
Gibt es in dieser Hinsicht keinen Tod, wie mag man die von GOTT geborenen Seelen sterben und undefinierbare Zeiten schlafen lassen? Ist Gott der Ewig-Lebendige, so muß ja Seiner Hände Werk ebenfalls ein Ewig-Lebendiges sein!
Hier stehen viele Kirchenchristen vor dem Tor der Ewigkeit; ihr ‚Todesglaube‘ läßt sie nicht hindurch. Im Jenseits müssen sie erst lernen, Gottes Lebenswahrheit zu begreifen. Für sie wiegt manches Wort der Bibel schwer, das ihren Dogmatismus untergräbt. Wieder bietet Hiob uns ein klares Bild:
‚Haben sich dir des Todes Tore je aufgetan, oder hast du gesehen die Tore der Finsternis?‘ (Hiob 38, 17)
Das fragte Gott die bösen Freunde Hiobs. So kommt auch für die armen Seelen immer etwas nach: Jähes Wissen um ihr Weiterleben. Die Kirche lehrt das ewige Weiterleben und den Schlaf bis zum Jüngsten Tag. Dabei wird des reichen Jünglings Frage oft zitiert:
‚Guter Meister, was muß ich tun, daß ich das ewige Leben ererbe?‘ (Luk. 18, 18)
Der Meister nennt SICH hier das ewige Leben und die Pforte. Will der Kirchenchrist nicht glauben, daß es nur ein ewig pulsierendes Leben gibt und die dem Menschen göttlich eingehauchte Seele durch den Tod des Leibes weder schläft noch stirbt, so bleibt auch er noch vor dem Tore stehen, selbst wenn die Erde hinter ihm versinkt.
Sogar der allgemein genannte ‚geistige Tod‘ ist kein Schlaf noch ein unbewußtes Dämmern. Er heißt auf Erden ‚Gottesferne‘, jenseits aber ‚Pein‘. Doch eben aus der Pein sind die Seelen zu erretten, was wohl kaum in einem Todesschlaf im Erleben und Erleiden der Umwandlung vor sich geht. Das bedingt drüben sogar ein gesteigertes Lebensgefühl, freilich da noch nicht zur Seligkeit.
Wer das fortwährende Leben verneint, hat trotz Glauben wenig für die eigene Ewigkeit getan. Von ihnen sagt der Herr durch Lorber:
‚Ich sage euch: Wer nicht vollkommen ein Täter Meiner Lehre wird, sondern bloß ein Hörer, Bewunderer und Lobpreiser bleibt, der bekommt Meinen Geist nicht, und Meine Lehre nützt ihm nichts! Denn wenn er nach der Ablegung des Leibes endlich ganz nackt zur Seele dasteht, so wird er von Mir und Meiner Lehre ebensowenig wissen, als hätte er auf der Erde nie ein Wort davon gehört.‘ Gr.Ev.J. 5/121
Das gilt allerdings auch uns. Aber betten wir uns in des Vaters Herz hinein, so erlangen wir als Kinder Seine Heilsobhut, wie Er sie herrlich offenbart, wie der große Psalmensänger singt:
‚Der Du mich erhebst aus den Toren des Todes.‘ (Ps. 9, 14)
‚Ich werde nicht sterben, sondern leben und des Herrn Werke verkündigen. Der Herr züchtigt mich wohl; aber ER gibt mich dem Tode nicht!’ (Ps. 118)
Das ist verknüpft mit vielen Opfern; denn wenn Gott auch sagt:
‚Wer alles verläßt um Meines Namens willen, der wird’s hundertfältig nehmen und das ewige Leben ererben.‘, (Matt. 19, 29)
so hat das im Nächstendienste zu geschehen. Wer für sich nur etwas tut, hat keine Seligkeit, solang noch Arme ‚draußen‘ stehen.
Gingen einst von Gottes Geist die Seelen aus, wie wäre denn Sein Reich vollkommen, wenn auf ewig welche fehlen würden? Solange es noch Lücken gibt, solang ist unsre Seligkeit nicht rein. ‚Stückwerk‘ wäre unser Glaube samt den Werken, wenn wir nur für uns die Seligkeit erlangen möchten. Das gilt für die Welt wie für das Reich! Nur in Verbindung mit den ‚Schafen aus dem andern Stall‘ werden wir zu echten Kindern, von denen in der Haushaltung Gottes steht:
‚Wir sind, was wir sind, aus Gott, dem Herrn; unser alles ist Sein völliges Ebenmaß. So ist auch sicher unser Leben Sein Leben, und wir mögen leben wann und wo wir wollen — sobald wir den wahren göttlichen Grund des Lebens erschauen und begreifen, so leben wir ein vollkommenes Leben, ob noch im fleischlichen Leibe oder ob im reinen Geist, das ist kein Unterschied!’ (H.G. 3/10)
Dazu gehören die Gefallenen. Um mit zu helfen, legten wir ein Gelübde ab (Ps. 50, 14), bevor wir einst zur Erde gingen. Das ist in Wahrheit unser Lebensdienst: Mitopferträger für die Verirrten sein! Für unsre Seligkeit brauchen wir uns nur um ein Prozent zu kümmern, doch zu neunundneunzig Prozent um die Kinder dieser Welt. Diese neunundneunzig Teile öffnen uns das Tor zur Ewigkeit.
Läßt sich eine Rettungsmannschaft bilden? Wird der geistige SOS-Ruf aufgenommen? Wie hebt man die Posaune an den Mund, um die Weltmauern Jerichos zu stürzen? Um das zu können, müßten alle einmütig in Liebe zu einander handeln; und unser Wille, vom Heiligen Geist bestrahlt, müßte auch ein einheitliches Lied posaunen. Leider fehlt dazu noch viel. Dabei hat die Welt nur wenig Zeit; ihre Sanduhr wird nicht wieder umgedreht!
Gedanken sind Kräfte. Manche bemühen sich; sie setzen eine Stunde fest, in der ein Gedanke ausgesendet werden soll. Das ist zwar gut; aber soll das Rettungswerk die ganze Welt umfassen, so kann man sich an keine uhrmäßige Tagesstunde klammern. Hier gilt bloß die eine Stunde: jene unseres HERRN!
Ist UR alleiniger Träger von Raum und Zeit, sind wir alle Seiner Hände Werk, der Ton in des Töpfers Hand, so ist Seine Stunde jeder Augenblick. ER kann verschiedene ‚Sendezeiten‘ in Einklang bringen. Ist das Vertrauen, müßten wir uns an Minuten klammern, die in der Ewigkeit verrinnen? Soll jedermann die gleichen Worte murmeln — ?! Wahrlich, das wäre einem armen Stückwerk gleich!
Wer sich an Äußerliches bindet, steht außerhalb der Himmelsstadt, die wir im Glauben jetzt betreten können. Wenn wir täglich an die armen Menschen und verirrten Seelen denken, ihnen zur Hilfe, GOTT zur Freude, stets zur Dienstbarkeit bereit, dann öffnen wir das Tor der Ewigkeit für die Gebrechlichen an Leib und Seele.
Doch wir selber sollen stets des Vaters Ruf gewärtig sein und erkennen, daß wir nicht nur unsertwegen leben, sondern jeder, der einst durch das Himmelstor zur Erde ging, ein Mitopferträger wurde. Es ist nicht sehr leicht; aber herzliche Barmherzigkeit zeigt an, daß alle Kinder nur zum Dienst berufen sind.
Sehen wir das Anfangsleben einst im Lichte an. Während Sadhana die Schöpfungsfreiheitsprobe nicht bestand, weil sie statt mittätig eigentätig werden wollte, blieben die sieben Fürsten samt ihren Scharen treu und lösten sich von Sadhana, dem nachmaligen Luzifer. Allein — sie lösten nicht die LIEBE zu dem Schöpfungskind; vielmehr gaben sie dieselbe in URs wundersamen Heilsbeschluß.
Zur Heilung für den Fall wurde die Materie geschaffen, in deren Hauptnervbahn die Erde kreist. Aber wäre sie allein der Löseort, so ließen sich bloß wenige Gefallene inkarnieren. Und zwingen — ? Das tut Gott nicht! Es liegt am Geschöpf, sich sein Leben frei in der Hingabe an Gott oder unfrei in der Abtrünnigkeit zu gestalten.
Damit sie aber in freiwilliger Einkörperung zur Erlösung kommen, sind die Tatbeispiele von den Lichtgetreuen zu erbringen. Auch die Lichtkinder werden nicht gezwungen, Kraftpotenzen der Gefallenen durch ein Mitopfer wieder heimzutragen. Außerdem sollte ja der Fall in seiner Ganzheit die Erlösung haben.
Leopold Engel berichtet von der ersten Welt Mallona, auf welcher schon ein Lichtkampf ausgetragen wurde. Scheinbar siegte dort die Hölle; denn Mallona ward zerstört. Aber die Verausgabung der Kräfte wird die Finsternis zum Stillstand zwingen. Das ist jenes heilige Mittel, damit sich Gottes ‚Heilandsplan‘ am armen Fall erfüllt.
Hierbei dienen Ihm die Kinder Seines Lichts, indem sie die Materie erwählen und das hochheilige UR-Opfer von Golgatha auch auf sich beziehen lassen. Sie, die vordem keine Sünden kannten, begeben sich auf den Tiefstand der Materie, auf eine arme Welt. Dadurch erlangen sie für jenen aufgenommenen finsteren Seelenteil ebenfalls die Golgatha-Erlösung und werden so zum ‚lebendigen Beispiel‘ für den ganzen Fall.
Das ist ihr Samariterdienst! Und wer sagt von uns: „Herr, draußen, vor dem Tore an der Gasse, liegt einer; lasse mich ihn holen.‘ Der Herr wird fragen: „Bist du Mein Kriecht, Meine Magd?“ Und kann dann unsere Antwort lauten: „Ja, Herr, ich will es sein!“, so wird der Meister uns befehlen: „Gehe hin und hole ihn!“
Lichtkinder gehn auf eine Welt, um neben aufgenommenen Materieteilen ein Abgeirrtes loszukaufen und die kleine Loskaufsumme in die heilige von Golgatha zu legen. Tun wir dieses ganz bewußt, so sind wir für uns selber unter oder in dem Tor, in des Friedefürsten hehrem Gnadenschutz; für den Vater aber hinter Seinem Tor der Ewigkeit. Denn auf dieser Basis nimmt Er uns in Seine gute Töpferhand.
Sind wir täglich dienstbereit, alsdann werden unseren Gedanken oder Worten bald die Taten folgen. Und wir bilden Rettungsgruppen, wie die Welt sie bisher kaum ersah. Denn gab Gott uns Seine Offenbarung wieder, so auch den Weg, daß wir dies- und jenseits leuchten können. Laßt uns in freier Dienstbarkeit die Herzen opfern, bis kein Kind mehr vor dem Tor der Ewigkeit zu stehen braucht, bis auch die letzten Gottes ‚Heilandsruf‘ in jeder Hinsicht folgen werden.
Dionysius sagt in seinen Erkenntnissen: Das ist der erhabenste Dienst, Gottes Helfer zu sein, und die Schöpfung zurückzuführen zu ihrem Herrn! Noch sind wir Scherben; doch wir wollen danken, daß uns Gott zu Scherben machte, bis wir uns willig formen lassen von der ewig wohlgeübten Formerhand! Wir preisen Ihn, weil Er uns auf Erden Seine Ewigkeit zu tragen gibt. Demütig wollen wir uns neigen; Er läßt uns mittun an dem Liebe-Heilandswerk. Er gab Sich für die Schafe und auch für die Böcke hin. Darum opfert euere Herzen; kommt, und dient den Armen; teilet alle Gaben aus. Denn es ist wahr:
Je mehr ihr austeilt, um so mehr erntet ihr!
Amen
NEUOFFENBARUNG