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Gleichnis über den reinen Forscher der Liebe und dem der sie in die Tat umsetzt

So aber alle Menschen ihr Wissen zusammentrügen, möchten sie dadurch Gott auch nur um ein Haar näher erkennen?!

Welch ein Unterschied aber ist zwischen einem, der die Gesetze studiert, und einem, der dieselben beachtet?

Ist da nicht der Studierende totgeschlagen durch der Gesetze Wust – und der Gesetzbeachtende durch eben die Gesetze lebendig?!

Du möchtest Mir sagen: ,Muß man aber das Gesetz nicht zuvor in seine Wissenschaft aufnehmen, bevor es möglich wird, selbes zu beachten?!‘

Ich sage dir, du hast einesteils recht; jedoch, um dich aufs wahre Licht zu führen, will Ich dir ein Gleichnis kundgeben, und du selbst sollst als solches dir dienen und dann beurteilen dasselbe:

Siehe, so du zwei Diener hättest, die dir dienten: Der eine, so du ihm zur Arbeit eine Heißung tätest, würde sich über dein ausgesprochenes Gebot wissenschaftlich den Kopf zerbrechen und würde den ganzen Tag nichts als studieren, was alles dein Gebot besagt, und was Verborgenes es enthält.

Der andere aber möchte nicht viel darüber nachdenken, sondern gehen und aus Liebe zu dir alsbald in der Tat erfüllen deinen Willen.

Sage Mir, welchen von den beiden Dienern wirst du behalten und einweihen in viele deiner Geheimnisse und Wünsche deines Herzens?

Den wissenschaftlichen Erörterer deines Willens sicher nicht, sondern den, der da allzeit täte deinen Willen!

Meinst du, bei Gott ist es anders? O nein, sage Ich dir, sondern gerade also ist es auch bei Gott, der da auch nicht achtet einen forschenden, sondern nur allezeit einen liebetätigen Geist!

Also tue desgleichen auch du, so wirst du leben und wirst in einer Minute mehr erfahren vom großen Herrn und Vater als mit deiner Wißbegierde in Jahrtausenden!

Dieses fasse in dein Herz und tue danach! Amen.“

Haushaltung Gottes, Band 1, Kap. 165

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