Harret auf GOTT!, denn ich werde Ihm danken, daß Er meines Angesichtes Hilfe und mein Gott ist!“
In diesem Zuruf zeigt sich zweierlei, ein Spiegelbild für alle, die zwar dem Höchsten sich vertrauen, doch denken, daß man selbst sich helfen kann. Überlegt es euch, liebe Leute: ‚Harre auf Gott‘ ist nichts anderes als ein Notschrei an sich selbst, ein Wille, der noch keine Festigkeit besitzt, weil es heißt: ‚denn ich werde Dir danken‘, wenn ich Deine Hilfe sehe und mir zuteil geworden ist.
Ach, das ist das Prestige des Menschen: erst empfangen, obendrein besehen, prüfen, ob es ‚jene Hilfe‘ ist, wie man sie sich dachte, daß Gott handeln müsse nach dem Notschrei seiner Seele.
Immerhin — wenn schon das kleine Menschlein dennoch auf die Hilfe hofft, was im ‚mein Angesicht‘ zutage tritt, streicht Gott gern mit Seiner Gnadenhand die Unzulänglichkeiten aus, damit doch einst der Glaube jene Türe öffnet, die ins Heiligtum des Höchsten führt.
Harret auf Gott, ihr lieben Menschenkinder, ER hilft euch aus!
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