JL.Gedi.018,01] Im Gefühl ist’s gelegen,
Was das Leben mag begreifen,
Und auf allen finst’ren Wegen
Mag das Licht allein nur reifen.
JL.Gedi.018,02] Wenn das Leben im Gefühle
Sich dir gibt getreu zur Kunde
Unter gläubig lichter Hülle,
Treu in jeder Zeit und Stunde,
JL.Gedi.018,03] Magst du reden, disputiren,
Was dir immer mag gefallen,
Magst dich geistig instruiren,
Was das Leben in den Allen;
JL.Gedi.018,04] Nimmer doch wirst du es finden,
Was in sich da ist das Leben.
Im Gefühl nur wird sich’s künden,
Wie das Leben ist gegeben.
JL.Gedi.018,05] Darum – lebe im Gefühle!
Treu nach alter Lebenskunde,
So in aller Herzensstille
Auf dem öden Erdenrunde.
JL.Gedi.018,06] Dann lebst du ein wahres Leben,
Selbst ein Leben dir gestellet,
Treu und wahr von Gott gegeben,
Also auch von Ihm erwählet;
JL.Gedi.018,07] So denn fühlet sich das Wahre
Selbst als ein’ge Kraft hienieden,
Und einst über Zeit und Bahre
Reicht es dir den ew’gen Frieden!
Amen.
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