a) Zeitvorschau während und nach der Abrechnung.
Johannes Schau im Himmel wird erst auf Erden wahrgenommen, wenn der vierte Hauptteil ‚Die Himmlische Herrlichkeit‘ erscheint. ‚Darnach hörte ich eine Stimme großer Scharen im Himmel, die sprachen: Halleluja! Heil und Preis, Ehre und Kraft sei Gott, und Herrn!‘ Das Darnach ist sowohl ein Anschluß an das Bisherige, wie auch aus URs ATMA eine ganz bestimmte Folge, die vom Moment des Bildbeginnes bis zum Ende der Gesamtschau einbezogen werden muß.
Hören = Tatsache; eine Stimme großer Scharen = vom einheitlichen Bekenntnis aller aus den einzelnen Zeitahschnitten Heimberufenen, was zur Preisanbetung für das herrliche Ende führt. Im Himmel = die Scharen bekennen und erhalten die Heilswahrheit; die sprachen = und bestätigen das lichtgeistige Leben. Halleluja! Das ist nicht nur Frohlocken, sonst gehörte es ans Ende der Gesamtoffenbarung.
Das Bild weist ein vierfaches Halleluja auf, dessen Wichtigkeit nicht zu übersehen ist. Hier ist es einfach die Vorwegnahme eines Schlußgebetes, weil auch die Scharen die letzten Ausgärungen sehen. Richtig aber gilt es im Zeitablauf als ausgesprochene Rechtskraft dafür‚ daß das Reich das Ende zu seinem Recht behält.
Heil, Preis, Ehre, Kraft! Wieder eine vierfache Anbetung. Diese mannigfaltig dargestellte ‚Vier’ besitzt ein Geheimnis wie der Neue Name, den V. 12 weiterhin enthüllt. Wenn GOTT vom lebendigen Herzen sprach, daß — in vier wirksame Kammern unterteilt — in der Brust so eingebettet hängt wie im Universum diese Erde (Erde hängt im Raum um 23,5°), auf der der HEILIGE Sein Wunderwerk vollenden will, so sind die Herrlichkeiten solcher Offenbarung zu erkennen. Denket nach, ihr Letzten dieser Welt!
Die vierfache Preisanbetung gilt daher der Vierwesenheit URs als Schöpfer, Priester, Gott und Vater, sowie den in ihr aufgeteilten sieben Grundlebensstrahlen. Hierorts bedeutet es noch Folgendes:
Heil = Du hast zu Deinem Recht,
Preis = Dein Werk begründet,
Ehre = zu Dir hoch erhoben,
Kraft = und keiner ist, der Dir widersteht!
Das findet im ‚sei Gott, unserm Herrn‘ die würdigste Bekräftigung. Obendrein kennt die Offenbarung vier vierfache Preisanbetungen (Kap. 5, 13; 12, 10; 15, 3; 19, 1).
Doch noch mehr: ‚Denn wahrhaftig und gerecht sind Seine Gerichte, daß Er die große Hure verurteilt hat, welche die Erde mit ihrer Hurerei verderbte, und hat das Blut Seiner Knechte von ihrer Hand gefordert.‘ Wahrhaftig = letzter Mahn- und Gnadenwink; und gerecht unantastbar, im Sinne der Halleluja-Rufe erbarmend des Niedrigsten gedacht; Seine Gerichte = bisher nur einzählig genannt, bedeutet in der Mehrzahl vollstrecktes Urteil und anschließende Wiederaufrichtung. Derartig erhält die große Hure auch ihr Doppelbild: das gefallene Kind und das aus ihm hervorgegangene Böse = Babylon.
Auch hier mag heißen: Die Ersten werden die Letzten, die Letzten aber die Ersten sein. Sadhana ging als erstes Kind vom Himmel aus, als letztes empfängt sie am glorreichen Liebetag den Abendsegen. Im Bildakt handelt es sich um die Ich-Sucht, aus der das meiste Unheil kommt. Das Blut der Gottesknechte wird gefordert = alles Mitopfertum zurückverlangt, die Lichtkinder der Materie entwunden; von ihrer Hand = von der bewußten Irreführung. In der Forderung liegt zugleich die ‚heilige Rache‘ für die Knechte.
‚Sie sprachen zum andernmal: Halleluja! und der Rauch geht auf ewiglich.‘ Die Preisanbetung wird — wie begonnen — mit einem Halleluja beendet, was bedeutet: ‚Ich, IMANUEL, bin der Anfang und das Ende‘, darin die hohe Überfülle Seiner Herrlichkeit und Seiner Rechtskraft glänzt. Das erste Halleluja birgt außerdem die Kenntnisnahme des Schöpfungstestamentes, das zweite Halleluja dessen ganz besondere Bekräftigung im Hinblick auf die Erfüllung.
Der Rauch geht auf ewiglich = im Tatwerk von den Scharen und nur bedingt vom Bösen. Vielmehr gilt der Rauch den Heilsgebeten und Fürbitten dieser Scharen um das Geistige; daher ewiglich aufgehen = untilgbares Erbe, ein Samenkorn, das seine Früchte bringt.
‚Die vierundzwanzig Ältesten und die vier Tiere fielen nieder und beteten an Gott, Der auf dem Stuhl saß, und sprachen: Amen, halleluja!‘ Beten hier die Ersten nicht mit an? Die sieben Reichsfürsten gehören sowieso zum Stuhl, und das Niederfallen geht entweder von den Ersten aus bis zu den Scharen oder umgekehrt. Da nun zuerst die Scharen angebetet haben, daran sich die vierte Stuhlgruppe unerwähnt beteiligte, folgen jetzt die Ältesten und die vier Tiere als dritte und zweite Gruppe. Wahrlich, eine heilige Grundordnung.
Sie fielen nieder = ein Demutsakt, aber mehr Symbol der durch das Endgericht erfolgten Reinigung der Gefallenen. Die Beter berühren den Boden mit ihren Angesichtern und Händen = UR neigt Sich in Gnade rechtfertigend dem Kindesfalle zu. Also ausdrücklich die Anbetung Gottes‚ der dritten Herzkammer URs, in welcher Geduld und Liebe mit Kelch und Kreuz ihre heilige Vereinigung erfahren haben.
Gott auf dem Stuhl (Jes. 6, 1; 51, 3-4) in ewiger Herrschaft und Herrlichkeit bringt ER als kreuzträger JESU dem Liebetag die Vollendung; Die Anbeter bestätigen das mit einem Amen, mit dem ‚es soll also geschehen‘. Der erste Sinn liegt aber im ‚Das sagt, der AMEN heißt!‘ zumat die Himmlische Herrlichkeit den Endsieg angetreten hat. ‚Amen‘ ist hier ein Anruf Dessen, Der es ist!‚ im dritten Halleluja liegend.
‚Eine Stimme ging aus von dem Stuhl: Lobet unsern Gott, alle Seine Knechte und die Ihn fürchten, beide, klein und! groß!‘ Eine Stimme = einheitliche Meinung, und der Sprecher geht vom Stuhle aus. Genug wurde auf die Wiederaufrichtung der Ordnung hingewiesen; also ist‘s nicht schwer, hier den Ordnungsträger zu erkennen, weil die Ordnung die erste Eigenschaft URs für das Werk gewesen ist. Zugleich vertritt Uraniel die siebenfache Rechtsmacht der UR-Majestät.
Er ging aus in seiner Trägerschaft. Dieser herrliche Reichsfürst bezeugt später seine Demut (V. 10). Lobet unsern Gott – anerkennt die Liebe im Kreuz für uns: unsern CHRISTUS! (Röm. 5, 8). Der Name UR wird vom ersten Engel nicht genannt; denn mit Luzifers Fall hatte der All-Heilige ihn zugedeckt, damit die Hingestürzten nicht zu sehr die Heiligkeit verspüren sollten. Hat Er nun als GOTT den Schöpfungsfall bereinigt, muß auch bis zum Ende die dritte Herzkammer in der Vor-Regenschaft bleiben. Der Engel anhaltende Preisanbetung GOTTES bestätigt dieses Liebe-Christuswerk. Also ist Uraniels, des Ordungsträgers Aufruf, ‚Lobet unsern Gott’ ein wundersames Recht.
Alle Seine Knechte = die dem anerkannten UR-Opfer als Mittätige nachgehen; die Ihn fürchten = vom Bannfluch der satanischen Materie Erlösten, beide, klein = die erst nach einem Weltenweg zur Umkehr kommen; groß = die Babylon bezwingen konnten. Die Letzteren werden über die kleineren gesetzt, um sie zu betreuen.
‚Ich hörte wie eine Stimme einer großen Schar und wie eine Stimme großer Wasser und wie eine Stimme starker Donner, die sprachen: Halleluja! denn der allmächtige Gott hat das Reich eingenommen.‘ Das Leitbild wird mit dem vierten Halleluja einheitlich gezeigt, zumal die drei Stimmen zur ersten (V. 1) gehören. Es sind also auch vier Sprechchöre, von denen der erste der Auftakt war, während die dreifachen Stimmgruppen Richtung, Lauf und Abschluß bilden.
Unter Führung des Uraniel wird die vierte vierfache Preisanbetung ausgelöst; daher ist die erste Stimme eine Darstellung der Schöpfermacht, die zweite als große Schar der Priesterkraft, die dritte als große Wasser der Gottgewalt, die vierte als die starker Donner der Vaterstärke. Die vier Stimmen bilden eine absolute Einheit im Sinne der Vierwesenheit (keine vier Gestalten) und der vier Stuhlgruppen. Ja — ICH BIN; deshalb alle wie eine Stimme!
Halleluja! Dieses vierte kann fast nur empfindungsmäßig aufgenommen werden. Denn der allmächtige Gott hat tatsächlich die Allmacht Seines Gottherzteiles durch das ‚CHRISTUSWERK zur Hand‘ gegeben als oberste Regentschaft für den sechsten Schöpfungstag.
Das Reich eingenommen = ewig Seine Schöpferherrlichkeit zu Gunsten aller Kinder fundiert, und: Seine Heiligkeit von der Werkverletzung befreit, so daß sie auch den Kindern zur gerecht gewollten Mittat überlassen werden kann. Das ergibt das Fundament für einen neuen Tag, dem siebenten, dem Sabbat (21, 1).
‚Lasset uns freuen und fröhlich sein und Ihm die Ehre geben! denn die Hochzeit des Lammes ist gekommen, und sein Weib hat sich bereitet.‘ Frotz des Jubels hat der Aufruf noch einen zweiten Sinn, nämlich: Freuen = das Reich hat; fröhlich sein = von der Materie Besitz ergriffen; Ihm die Ehre geben = und in Dienstbarkeit; die Hochzeit ist gekommen = in das Licht zurück geholt, in dem ‚Es ist vollbracht, geschehen‘! Das Lamm bedeutet wie sonst das Christuswerk. Die Übertragung auf die Erde bedarf noch ‚einer kleinen Zeit‘ in Hinsicht der weiteren Bildfolgen.
Die Hochzeit denen zubereitet, die sich im vierfachen Hallelujaruf vereinigt haben, gilt dem Weib, der treuen Gemeinde. Denn ist das Liebe-Tagewerk gekrönt, so sind die Geschöpfe aus Geist und Seele ‚UR-Kinder‘ geworden. Und dieses unerhört gelungene Werk nennt der Hochheilige ‚Sein Weib‘, Sein un bedingtes Eigentum.
Noch der tiefere Sinn: Die herrliche Braut, einst die ‚liebliche Sadhana‘, in der URs Werk sein Gegenüber fand, hält sich bereit. Erst mit ihrer Rückkehr wird der gesamte Fall gerettet, mit ihrer Wiedereinsetzung in alte Reichsrechte erhalten die Getreuen ihren höchsten Lohn. Im Augenblick, als das ‚Es ist vollbracht‘ gewaltig durch die Räume hallte, war der Schöpfungstiefpunkt überschritten, war die Zeit zur einmaligen Erkenntnis hergeschenkt.
Sollte das Vollbracht‚ dessen Tragweite menschlich unbegreiflich bleibt, nicht das ausgelöst haben, um deswillen es geschah? O — nach furchtbarem Ringen zwischen dem ‚Menschensohn‘ und dem ‚Herrn der Erde‘ kam die Erkenntnis, der die unmittelbare Umkehr folgte. Diese konnte keine Heimkehr sein; die geschieht erst dann, wenn sich das Weib zur Anvermählung zubereitet hat. Die dafür gegebene glorreiche Offenbarung zeichnet Johannes mit wenigen markanten Worten auf.
‚Es ward ihr gegeben sich anzutun mit reiner und schöner Leinwand. Die köstliche Leinwand aber ist (Gerechtigkeit der Heiligen).‘ Zur Umkehr wird angeleitet, nie gezwungen; darum ward ihr (Sadhana) gegeben = die Möglichkeit geboten; sich anzutun = im Bekennen das für sie gebrachte Opfer anzunehmen, wodurch sie die reine = gereinigt durch Golgatha; schöne = zum Reich-Tum, zugehörige; Leinwand erhält = jene Güte, die ein Kind umhüllt. Heiligung = Rechtsprechung aus Anerkenntnis des Sühneopfers, auch Lossprechung, Befreiung vom Fall. Das bezieht sich nun auf alle. Die zusätzlich erwähnte ‚köstliche Leinwand als Gerechtigkeit der Hei1igen’ ist ein Schmuck, den UR Seinem neuen Tagwerk vorbehält. Doch Johannes darf es sehen.
‚Er sprach zu mir: Schreibe: Selig sind, die zum Abendmahl des Lammes berufen sind. Und er sprach zu mir: Dies sind wahrhaftige Worte Gottes.‘ Die Stimme vom Stuhl (V. 5) gebietet das: Schreibe! An sich ist das nichts Besonderes, da Johannes wiederholt den Schreibbefehl erhielt. Hier ist aber zu erkennen, daß der erste Fürst, der das gefallene Kind vertritt, den Schreibbefehl erteilt.
Wer über enge Grenzen menschlichen Verstandes hinauszugreifen wagt, wird bald merken, wie hochwichtig gerade die Vertretung des Uraniels ist. Sadhana zerstörte sich den Ordnungsgrund. Also steht der Ordnungsträger dem Gefallenen gegenüber; vor dessen Umkehr als Forderer und Kläger (Joh, 5, 45), hernach als großer Helfer, der zufolge seiner Wesenheit das zerstörte Leben der gerechten Ordnungsbahn zuzuleiten hat. Und deshalb gibt der erste Fürst den Schreibauftrag; denn das Geschriebene ist im Licht das unabänderliche Testament, das eine!
Und die Unterschrift im Dokument? Selig sind! Zwar die Berufenen; doch ebenso: selig freigekauft durch des UR-Opfers Loskaufsumme GOLGATHA; zum Abendmahl dem letzten dieses Tages. Wenn die Urglocke den Feierabend kündet, dann ist des Schöpfers wundersames Tagewerk getan, dann kehren alle heim zum letzten Liebes- oder Abendmahl. Jeder gute Hausherr gibt ein Nachtmahl allen seinen Hausgenossen, auch wenn etlicher Kinder Tagewerk nur mäßig war. Er läßt keines hungrig schlafen gehn. Wieviel mehr der HERR! Des Lammes Abendmahl bleibt Symbol von jenem, da JESU Seine Jünger sättigte.
Jedes Kind war berufen, und nun heimgerufen. Der Rechtsspruch des ‚Schreibe’ heißt: Das ganze Kind-Werk ist freigekauft zum Abendmahl und wieder heimgebracht durch das Lamm, um in einer hochheiligen Schöpfungsnacht das neue Werk zu empfangen, den reichgesegneten Feiertag des HERRN!’ Das bekräftigt hier der Ordnungsträger mit dem
‚Dies sind wahrhaftige Worte Gottes!
‚Ich fiel vor ihn zu seinen Füßen, ihn anzubeten. Und er sprach zu mir: Siehe zu, tu es nicht! Ich bin dein Mitknecht und deiner Brüder, die das Zeugnis Jesu haben. Bete GOTT an! (Das Zeugnis! Jesu ist der Geist der Weissagung). Daß Johannes vor dem Fürsten niederfällt, ist begreiflich. Doch der Ordnungsträger nennt sich in Demut einen Mitknecht des Johannes und seiner Brüder. Wie recht hat er darin! ist er doch auch in der Materie durch die Sünde geführt, geprüft, geläutert und wieder heimgebracht worden (siehe: Als Mose starb), einer, der das ‚Zeugnis Jesu‘ hat. Auch für ihn gilt das Wort nach Röm. 6, 18.
Bete GOTT an! (Matt. 4, 10). Das ist für Johannes eine liebevolle Führung, etwa keine Zurechtweisung. Denn durch die ungeheure Schau weiß er kaum, was nur zum Allerheiligsten gehört. Er möchte alles einbeziehen. Und betet er das UR-Lamm an, so dünkt‘s ihm recht, auch das Werk anzubeten, das seines Meisters Hände schufen. In diesem Sinne hat der Seher recht getan. — — Nun folgt das nächste Bild.
NEUOFFENBARUNG