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Reine Liebe, die sich frei erhebt

Wer Mich also liebt, der muß Mich lieben wie eine reine Braut ihren reinen Bräutigam, da sich nichts denn allein die Herzen anziehen;
alles, was darunter oder darüber, ist der freien Liebe eine Last, darum sie sich dann auch nimmer erheben kann bis zu Meinem Herzen
hinan. Denn was da ist unter der Liebe, das zieht das Herz in die schlammige Tiefe hinab; was aber da ist über der Liebe, das drückt
sie zu Boden und beschwert das Herz so sehr, daß es dann zu schwach und kraftlos wird, um sich je wieder zu erheben.

Also aber muß die Liebe rein sein, daß sie, durch nichts genötigt, sich frei erhebt und mit vereinter Kraft aus sich den frei gewählten
Gegenstand erwählt, ihn umschlingt und ewig nimmer ausläßt.
Gott erkennen ist Wachwerden der Liebe, aber nicht Gott lieben selbst; Gott lieben aber heißt völlig leben in Ihm.

Die Erkenntnis aber wird niemanden je beleben und ihm öffnen die heiligen Pforten der ewigen Liebe und somit des ewigen Lebens,
sondern – wohlgemerkt und -begriffen! – allein die reine Liebe zu Gott und in Gott ohne oben und unten und somit ohne den
allergeringsten Eigennutz als allein den der reinen Liebe selbst.

Prüfet nach dem nun eure Herzen, und dann erst erhebet euch und kommet zu Mir! Amen.“

Haushaltung Gottes, Band 1, Kap. 134

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