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25b. Kapitel — Satans Macht und Gottes Allmacht. Henochs Sabbatsrede

Fortsetzung von 25a

[HGt.02_025,49] Wer da hat ein starkes Gesicht, der leite die Brennpunkte seiner Sehe in sein Herz, auf daß dadurch sein Dankopfer in ihm die lebendige Flamme fange, vollauf erbrenne und also sein Geist lebendig erstarke in der wahren Liebe zu Gott, der da ist unser liebevollster, überheiliger Vater nun unter uns allen, sichtbar uns allen!

[HGt.02_025,50] Wer da hat ein starkes Gehör, der kann seine Schalltrichter hinwenden zu den Ohren seines Herzens, damit dadurch alles vernommene Getöne sich eine im Herzen zu einem wahren, kräftigen, dem Vater wohlgefälligen Lobgesange vor dem lebendigen Opferaltare der Liebe und alles wahren Lebens aus ihr in uns!

[HGt.02_025,51] Wer da ist gar stark in seinen Gedanken über allerlei Dinge, der leite alle diese seine Gedanken zurück ins Herz; ja, in die Tiefe seines Herzens versenke er alle seine Gedanken, allda der lebendige Opferaltar der reinen Liebe aufgerichtet ist, lege sie da auf diesen geheiligten Altar und entzünde sie alle da mit der sonst vielleicht schwächeren Flamme seiner Liebe, damit dadurch lebhafter diese Flamme werde und Gott wohlgefälliger und er desto lebendiger durch und durch!

[HGt.02_025,52] Wer da stark ist im Empfinden, auch der leite diese reiche Ölquelle hin auf den Altar der reinen Liebe im Herzen, damit die Flamme eine beständige Nahrung habe zur allerschuldigsten Verherrlichung des größten und allerheiligsten Namens Jehova in uns!

[HGt.02_025,53] Wer da ist stark in Wahrnehmungen aller Art, diese Wahrnehmungen sind das frische Holz, das da jeder Hungrige und Durstige nach der Kost des Lebens zur Hütte der Purista als eine Mitopferung bringen soll.

[HGt.02_025,54] Dieses Holz also leget reichlich auf den Altar des lebendigen Heiligtums in uns, damit dadurch die Flammen reicher und reicher werden zum wahren Preise und Lobe Dessen, dem es also wohlgefiel, Sich in unseren Herzen eine heilige, lebendigste Wohnung zu errichten!

[HGt.02_025,55] Wer da stark ist in der Nächstenliebe, der führe seine Brüder und Schwestern in diese reine Hütte des Herrn, und versehe sie da reichlichst mit der Kost des Lebens! Wahrlich, das ist dem liebevollsten, heiligsten Vater der allerangenehmste Lobgesang, so sich ärmere Brüder und Schwestern reichlich an der Zahl in unserem Herzen an der heiligen Flamme der reinen Liebe in uns wärmen und zehren mit dankbarem Gemüte voll Freuden von der gastlichen Küche der herrlichen Purista in uns!

[HGt.02_025,56] O Väter, Brüder und Kinder! Wahrlich, wahrlich, wahrlich, – wir können nichts Größeres und dem heiligen Vater nichts Wohlgefälligeres tun, als so wir mit großer Liebe, Dienstfertigkeit und aller Freigiebigkeit unsere ärmeren Brüder und Schwestern, wenn sie selbst aus der Tiefe zu uns kämen, mit großer Freudigkeit und Freigiebigkeit aufnehmen und ihnen den bei weitem größeren Topf, als der für uns bestimmte es ist, aufsetzen und sie früher sättigen und tränken denn uns selbst!

[HGt.02_025,57] Überaus wohlgemerkt: ja früher – denn uns selbst! Denn sonst wird sich der hohe, heilige Gast, der nun auch in uns allen die heilige Küche der Purista errichtet hat, wohl schwerlich je einfinden, da Speise der Liebe nehmen und uns segnen mit dem ewigen Leben!

[HGt.02_025,58] Väter, Brüder und Kinder! In was immer alsonach sich sicher jemand stark fühlt, der denke und glaube es lebendig, daß da jegliche Stärke in uns ist eine Gnadengabe des überheiligen Vaters!

[HGt.02_025,59] Was wäre demnach ein Mensch, der da hätte irgendeine Stärke und möchte dieselbe also benützen, als wäre sie pur sein eigen?

[HGt.02_025,60] Ich sage euch, eine größere Eigenliebe könnte es gar nicht geben!

[HGt.02_025,61] Denn so sich jemand da irgendein Werk seines Bruders zueignen möchte, der wäre doch sicher auch voll der Eigenliebe; aber da hätte er es doch nur mit seinem Bruder zu tun und wäre ein arger Dieb gegen seinen Bruder.

[HGt.02_025,62] Bei der Zueignung einer Gabe Jehovas aber hat er es mit Gott zu tun, der da ist unser aller liebevollster, heiligster Vater, und dem allein alle Dinge, wie alle Mächte und Kräfte und Gewalten völlig zu eigen sind.

[HGt.02_025,63] Sehet und höret und verstehet es: da wird ein solcher Eigenliebler ein Dieb gegen Gott, – welches da ist der Eigenliebe höchster Grad!

[HGt.02_025,64] Wahrlich, in diesem Falle hört der Mensch auf, ein Kind des heiligsten Vaters zu sein, so zwar, daß er sich dadurch selbst dem Gerichte überliefert und wird bloß ein Geschöpf nur, und bessert er sich nicht, ein Kind der Schlange sogar, ein Kind des Todes, und also auch ein Kind des Zornes und des Grimmes, ein Kind der Hölle, die da ist ein ewiges Grab voll des Fluches, voll der Verdammnis und voll des Zorngrimmfeuers aller ewigen Verworfenheit!

[HGt.02_025,65] Daher – wie es schon gesagt wurde, liebe Väter, Brüder und Kinder! –, wer da von euch was immer für eine überwiegend fühlbare Stärke hat, der betrachte sie ja nicht als irgendein Eigentum, sondern als ein immerwährend neues Geschenk vom heiligsten Vater, und gehe mit diesem alsbald in die Hütte der Purista im eigenen Herzen, lege diese heilige Gabe auf den Opferaltar im eigenen Heiligtume, trage dann selbst frisches Holz der wahren inneren Demut zu diesem heiligen Herde, lege es auf die vielleicht schon matte Flamme der reinen Liebe, damit diese wieder helle auflodere und die geopferte Gabe ergreife und sie verzehre zum alleinigen Lobe, Ruhme und Preise Dessen, der da ist der alleinige heilige Geber aller solcher guten Gaben und da heißt Jehova, Gott von Ewigkeit, unendlich und über alles heilig und allmächtig, unser überheiliger Vater, voll der höchsten Liebe, Gnade und aller Erbarmung!

[HGt.02_025,66] Denn nur Ihm allein gebührt alle Liebe, alles Lob, alle Ehre, aller Ruhm, aller Preis und alle Anbetung.

[HGt.02_025,67] Was aber ist die wahre, reine Liebe in uns zu Gott? Sie ist die innigste Vereinigung unseres gesamten Lebens mit dem Leben alles Lebens in Gott, aus welchem Leben alles Leben, alles Sein und alle Dinge hervorgegangen sind!

[HGt.02_025,68] ,Gott allein lieben‘ heißt demnach nichts anderes, als in Gott Selbst ein neues, ewig unsterbliches, unvergängliches Leben beginnen, und zwar dadurch, daß wir alle unsere Kräfte als lauter Gaben des heiligsten Vaters auf den Altar in unserer eigenen von Gott errichteten Speisehütte des Geistes legen, dann hernach das heilige Flämmchen mit dem frischen Holze unserer Demut unterstützen, auf daß da ein Vollbrand wird, der alsonach alle unsere geopferten Kräfte ergreift, sie verzehrt und uns weltlichermaßen vernichtet.

[HGt.02_025,69] Aber eben aus dieser Vernichtung geht erst dann ein neues Leben hervor, ja ein Leben in Gott, unser aller liebevollstem heiligem Vater!

[HGt.02_025,70] Das ist der verordnete größte Speisetopf in der heiligen Hütte der herrlichen Purista. So darin die Früchte vollends weich gekocht werden, wird der hohe heilige Gast dann auch kommen und wird daselbst am heiligen Kindertische mit Seinen Kindern eine neue Mahlzeit halten, eine Mahlzeit der ewigen Liebe, Gnade und Erbarmung, ja eine Mahlzeit zum ewigen Leben!

[HGt.02_025,71] Sehet, so wir solches tun, so ist das ein rechtes Lob, eine rechte Ehre, ein wahrer Ruhm, ein für uns höchster Preis und in unserer endlichen Vernichtung im heiligen Feuer der reinen Liebe in uns die allein wahre Anbetung, da wir da wahrhaft im Staube unserer vollkommenen Nichtigkeit vor Gott darniederliegen und uns einen in und durch das uns verzehrende Feuer der Liebe auf dem neuen Opferaltare in unseren Herzen mit Gott, mit unser aller liebevollstem, allerheiligstem Vater!

[HGt.02_025,72] Wahrlich, wahrlich, liebe Väter, Brüder und Kinder, so jemand nicht sich selbst ganz opfern wird auf diesem uns allen nun zur Genüge bekannten Altare in der Hütte der herrlichen Purista in uns und wird sich nicht verzehren lassen zu Staub, Rauch und Asche, – wer sonach nicht diese wahre Feuerprobe wird bestehen wollen, der wird den sicheren Tod nicht aus sich bringen, und nie wird ihm eine Ghemela zum Lohne des ewigen Lebens werden!

[HGt.02_025,73] Wer da lebt und atmet und empfindet die endlose Wohltat des Lebens und fühlt die unaussprechliche Süßigkeit desselben, der bedenke wohl, daß dies irdische Leben nur ein Probeleben ist und ist in allem eine Gabe des heiligen Vaters.

[HGt.02_025,74] Wer es sich törichterweise wird aneignen wollen, wird es verlieren auf ewig, wer es aber in allem dem großen, heiligen Geber wieder also, wie es nun zur Genüge gezeigt wurde, wieder anheimstellen wird, sich selbst opfernd, der wird es behalten im reinsten Vollbestande für ewig, ewig, ewig in Gott, unser aller heiligstem, liebevollstem Vater!

[HGt.02_025,75] Da wir aber nun alle vernommen haben, was da jedem von uns allen not tut vor Gott, so lassen wir es bei dem alleinigen Vernehmen nicht verbleiben, sondern machen das Vernommene durch Worte im eigenen Herzen vernehmbar, damit es von da übergehe in das Blut und vom Blute in alle Glieder unseres Wesens zur lebendigen Tat; denn so jemand das wahre, lebendige Wort aus Gott Selbst vernommen hat und ist ihm dadurch der Weg gezeigt worden, ja gezeigt der kürzeste und sicherste Weg, und er wandelt nicht sogleich vollkommen diesen Weg, der ist doch sicher ein allergrößter Tor, ein allerträgster Ochse und ein allerdümmster Esel darum, da ihn die Kraft des lebendigen Wortes ohnehin schon während des alleinigen Vernehmens gestärkt und wenigstens schon zur Hälfte lebendig erweckt hat, und er es dann überleicht hätte, durch seines eigenen freien Willens Tätigkeit sich vollends zu beleben.

[HGt.02_025,76] Also, nicht beim alleinigen Vernehmen lasset es bewendet sein, sondern zur Tat, zur lebendigen Tat trage ein jeder tief in seinem Herzen diese Worte, so wird er sein ein wahrhaft Weiser in der Ordnung Jehovas, darum ihm lieber sein wird ein lebendiges Haus von tausend im schönsten Kreise stehenden schlanksten Zedern denn ein totes von behauenen Tannen, die da zwar auch in die Erde gesteckt sind, aber da sie selbst tot sind, so verfaulen sie auch bald in der Erde, und weht dann irgendein Sturm über diese toten Häuser, da stürzen sie alsbald ein und ertöten ihre Inwohner.

[HGt.02_025,77] Das Haus aus den lebendigen Zedern ist ein sicheres Haus, indem wir allzeit den rechten Schutz finden darinnen.

[HGt.02_025,78] So wir aber den Samen legen in die Erde, damit wir aus ihm mit der ehestmöglichen Zeit zu einem lebendigen Hause kommen möchten, und zwar in dem Kreise wir den Samen gelegt haben, in dem möchten wir auch schon unser lebendiges Haus erschauen, – müssen wir da aber trotz unserer großen Begierde zum lebendigen Hause nicht zur nötigen Geduld übergehen und unterdessen ruhig wohnen in den behauenen toten Hütten, bis das lebendige Haus völlig dicht und reif dasteht und wir es dann beziehen können?! Und haben wir es einmal bezogen, wie voll Freuden sind wir da darum, daß wir ein also festes lebendiges Haus nun haben, das uns wohl decken kann vor jeglichem Sturme!

[HGt.02_025,79] Aber wie oft läuft der Mensch mehrere Jahre hindurch mit dem Wasserschlauche um den Bäumchenkreis herum und begießt jegliches sorgsam, damit sie sich ja recht bald hoch über den Erdboden erheben sollen, und er die Stämme bald möchte mit den duftenden Zweigen des Myrten-, Lorbeer- und Balsampalmbaumes einzuflechten anfangen, und die Klüfte auszustopfen mit dem reichlichen Speick der Schafherdenhöhen, und mit wohlduftendem Moose, und also auch sonach vom Hauptmittelbaume ein wohlgeflochtenes Dach aus dem unzerstörbaren Goldstroh zu spannen bis zu den Seitenwandbäumen!

[HGt.02_025,80] Sehet, solches nennen wir weise; ja, solches ist auch wahrhaft weise getan! Übertragen wir aber diese weise Handlungsweise auch auf uns selbst!

[HGt.02_025,81] Der allergesündeste Same ist nun im Übermaße ausgestreut. Des lebendigsten Wassers haben wir nun auch in der größten Menge. Der große, heilige, allmächtige Baumeister aller Dinge ist sichtbar unter uns. Wir sind alle erweckt. Wir sind in der heiligen Mitte des hellsten Tages. Die Herdealpen spenden schon überherrlich von den wohlduftenden Kräutern reiche Wohlgerüche zu uns herab. Das Goldstroh ist allenthalben in großer Überfülle schön geraten vorhanden.

[HGt.02_025,82] Wie wenig alsonach geht uns noch ab, zum Besitze der lebendigen Häuser im Geiste zu gelangen; o denket, denket doch, wie sehr wenig!

[HGt.02_025,83] Und so denn ergreifen wir alle lebendigst tätig das lebendige, heilige Wort, das da ist ein Wort alles Lebens, aller Macht und aller Kraft unmittelbar aus Gott Selbst, und des Lamechs Lohn, die himmlische Ghemela oder die sich über alle Begriffe mild und sanft herablassende Liebe des überheiligen Vaters wird uns nicht entgehen! Ja sie ist schon bei uns; aber nur ergreifen müssen wir sie lebendigst, so werden wir das Ziel erreichen, das uns die endlose Güte und Liebe des überheiligen Vaters selbst vorgesteckt hat! Ein herrliches Ziel, ja ein überherrliches Ziel! Ein Ziel des allervollkommensten, ewigen Lebens!

[HGt.02_025,84] Wahrlich, wenn das nicht aller unserer geringen Anstrengungen würdig ist, so soll bei aller meiner mir nun gediegenst inwohnenden Kraft, Macht und Gewalt aus Gott, – ja ihr zur sicheren Folge soll die ganze Schöpfung in ihr altes Nichts zurückkehren und wir als Kinder mit ihr!

[HGt.02_025,85] Einen Eid schwöre ich euch, ein großes Wahrzeichen gebe ich euch allen in der nun sichtbaren Gegenwart Jehovas, der da war, ist und ewig sein wird mein steter, mächtiger Zeuge, und sage nun, wie ich bisher jegliches Wort gesprochen habe, in Seinem Namen:

[HGt.02_025,86] Wahrlich, wahrlich, wahrlich, – die ganze sichtbare Schöpfung drückt zu Tode ein alter zwiefach harter Fall! Mit alter Sünde ist alle Welt befleckt; auf uns alle hat sich der Tod vererbt, einmal im Geiste, und einmal im Fleische.

[HGt.02_025,87] Kann Gott vermöge Seiner allerhöchsten Heiligkeit uns aber auch das Fleischleben nicht wiedergeben, so aber hat Er Sich doch in Seiner unendlichen Liebe unseres Geistes erbarmt und hat uns sonach im Geiste wieder zu Kindern Seiner Gnade, Erbarmung und endlosen Liebe aufgenommen, damit wir wieder des ewigen Lebens möchten teilhaftig werden.

[HGt.02_025,88] Väter, Brüder und Kinder, jetzt ist es vor uns, das Leben und der Weg zu Ihm: Liebe das Leben, Demut der Weg! Ergreifen wir es mutig und tun darnach, so werden wir in dieser großen Nähe des großen Urhebers und Urborns alles Lebens sicher nicht in den Tod übergehen, sondern nur in das ewige Leben selbst, welches nun zu uns gekommen ist und sicher auch ewig bei und in uns verbleiben wird! Amen, Amen, Amen.“

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