← Zurück zu „Gleichnisse im Licht des alten und neuen Wortes“

Das Gleichnis vom Unkraut unter dem Weizen und dem Wachstum der Saat

24 Ein anderes Gleichnis legte er ihnen vor und sprach: Das Reich der Himmel gleicht einem Menschen, der guten Samen auf seinen Acker säte.
25 Während aber die Leute schliefen, kam sein Feind und säte Unkraut mitten unter den Weizen und ging davon.
26 Als nun die Saat wuchs und Frucht ansetzte, da zeigte sich auch das Unkraut.
27 Und die Knechte des Hausherrn traten herzu und sprachen zu ihm: Herr, hast du nicht guten Samen in deinen Acker gesät? Woher hat er denn das Unkraut?
28 Er aber sprach zu ihnen: Das hat der Feind getan! Da sagten die Knechte zu ihm: Willst du nun, daß wir hingehen und es zusammenlesen?
29 Er aber sprach: Nein! damit ihr nicht beim Zusammenlesen des Unkrauts zugleich mit ihm den Weizen ausreißt.
30 Laßt beides miteinander wachsen bis zur Ernte, und zur Zeit der Ernte will ich den Schnittern sagen: Lest zuerst das Unkraut zusammen und bindet es in Bündel, daß man es verbrenne; den Weizen aber sammelt in meine Scheune!

Die Deutung des Gleichnisses vom Unkraut
36 Da entließ Jesus die Volksmenge und ging in das Haus. Und seine Jünger traten zu ihm und sprachen: Erkläre uns das Gleichnis vom Unkraut auf dem Acker!
37 Und er antwortete und sprach zu ihnen: Der den guten Samen sät, ist der Sohn des Menschen.
38 Der Acker ist die Welt; der gute Same sind die Kinder des Reichs; das Unkraut aber sind die Kinder des Bösen.
39 Der Feind, der es sät, ist der Teufel; die Ernte ist das Ende der Weltzeit; die Schnitter sind die Engel.
40 Gleichwie man nun das Unkraut sammelt und mit Feuer verbrennt, so wird es sein am Ende dieser Weltzeit.
41 Der Sohn des Menschen wird seine Engel aussenden, und sie werden alle Ärgernisse und die Gesetzlosigkeit verüben aus seinem Reich sammeln
42 und werden sie in den Feuerofen werfen; dort wird das Heulen und das Zähneknirschen sein.
43 Dann werden die Gerechten leuchten wie die Sonne im Reich ihres Vaters. Wer Ohren hat zu hören, der höre!

Matthäus, Kap. 13

Gleichnis vom Wachstum der Saat
26 Und er sprach: Mit dem Reich Gottes ist es so, wie wenn ein Mensch den Samen auf die Erde wirft
27 und schläft und aufsteht, Nacht und Tag, und der Same keimt und geht auf, ohne daß er es weiß.
28 Denn die Erde trägt von selbst Frucht, zuerst den Halm, danach die Ähre, dann den vollen Weizen in der Ähre.
29 Wenn aber die Frucht es zuläßt, schickt er sogleich die Sichel hin; denn die Ernte ist da.

Markus, Kap. 4

[GEJ.01_192,02] Das Himmelreich ist auch gleich einem Menschen, der guten Samen auf seinen Acker säte. (Matth.13,24) Als aber dessen Knechte schliefen, kam des Ackermanns Feind und säte arges Unkraut zwischen den Weizen, das dann mit dem Weizen zugleich aufging. (Matth.13,25) Da aber der Weizen mit seiner Frucht, die er bringt, emporwuchs, da fand sich auch das arge Unkraut. (Matth.13,26)

[GEJ.01_192,03] Als die Knechte das bemerkten, traten sie zum Hausvater und sprachen: ,Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesät? Woher hat er denn das Unkraut?!‘ (Matth.13,27)

[GEJ.01_192,04] Der Hausherr aber sprach und sagte: ,Das hat mir der Feind getan!‘ Da sprachen die Knechte: ,Herr, so du willst, wollen wir hingehen und es ausjäten!?‘ (Matth.13,28) Und der Herr sprach: ,Lasset das, damit ihr nicht, so ihrs Unkraut ausjätet, auch den guten Weizen zertretet und mit ausraufet! (Matth.13,29) Lasset beides miteinander wachsen bis zur Ernte! Um die Erntezeit will ich den Schnittern sagen: Sammelt zuvor das Unkraut in Bündeln und schaffet es vom Acker auf eine Stelle, wo man es verbrennen wird; aber den reinen Weizen sammelt mir hernach in meine Scheuern!‘ (Matth.13,30) Sehet, das ist ein gutes Bild vom Himmelreiche! Aber höret Mich weiter an! Ich will euch noch mehrere ähnliche Bilder geben, die alle das Gottesreich genauest in sich enthalten. Und so höret Mich weiter an!

…

[GEJ.01_197,10] Meine Jünger aber, die trotz alles ihres Denkens, Grübelns und Sinnens mit dem Gleichnisse vom Unkraut auf dem Acker nicht fertigwerden konnten, traten auf dem Hügel zu Mir und baten Mich, daß Ich ihnen das Gleichnis vom Sämann, der guten Samen ausgesät hatte und hernach Unkraut in seinem reinen Acker mitten unter dem Weizen fand, deuten und näher erklären möchte.

[GEJ.01_197,11] Ich aber sprach zu ihnen: „Habt ihr nicht gehört, was Kisjonah auf diesem Hügel für Mich zu Meinem Gedächtnisse zu errichten willens ist, und was Ich ihm sagte, wie es leider solcher Anstalt von seiten der Welt ergehen werde? Sehet, das hat Bezug auf den guten Acker, der mit reinstem Weizen besät ward und hernach dennoch eine große Menge Unkrautes mitten unter dem Weizen aufschießen ließ! Sehet, das aber besagt das Gleichnis:

[GEJ.01_197,12] Ich, oder wie da sagen die Juden, der Menschensohn, ist es, der da nun ausstreut den guten Samen. (Matth.13,37) Der Acker ist die Welt; der gute Same sind die Kinder des Reiches; das Unkraut aber sind die Kinder der Bosheit. (Matth.13,38) Der Feind, der sie sät, ist der Teufel; die Ernte ist das Ende der Welt, und die Schnitter sind die Engel! (Matth.13,39) Gleichwie man aber das Unkraut auf dem Acker ausjätet, es in Bündeln zusammenbindet und es dann verbrennt, also wird es auch am Ende der Welt gehen! (Matth.13,40)

[GEJ.01_197,13] Des Menschen Sohn wird Seine Engel aussenden, und sie werden sammeln aus Seinem Reiche alle Ärgernisse und alle Menschen, die da unrecht tun (Matth.13,41) und für die Not ihrer Brüder weder Augen noch Ohren und noch weniger ein Herz haben, und werden sie werfen in den Feuerofen, allwo Heulen und Zähneklappern sein wird. (Matth.13,42) Der Feuerofen aber wird sein der Kinder der Bosheit – darunter zu begreifen ist Hochmut, Selbstsucht, Herrschlust, Hartherzigkeit, Gleichgültigkeit gegen Gottes Wort, Geiz, Neid, Scheelsucht, Lüge, Betrug, Wortbrüchigkeit, Unzucht und Hurerei, Ehebruch, falsches Zeugnis, böser Leumund und alles, was da ist wider das Gebot der Nächstenliebe – ihr eigenes Herz!

[GEJ.01_197,14] Denn wie den Gerechten aus ihrem Herzen ihr Himmel erblühen wird in aller Herrlichkeit, so wird den Ungerechten aus ihrem Herzen das erwachsen, was sie darinnen haben; ein böser Same wird ewig keine gute Frucht zum Vorschein bringen!

[GEJ.01_197,15] Ein hartes Herz wird keine weiche Frucht geben, und ein wortbrüchiges wird sich nimmer sammeln, und der Zorn wird das Feuer sein, das nimmer erlöschen wird! Darum hütet euch vor all dem und werdet in allem Gerechte nach dem Gesetze der Liebe!“

[GEJ.01_198,01] (Der Herr:) „Versprechet nie jemandem etwas, das ihr dann nicht halten könntet oder – noch schlechter – aus was immer für Gründen nicht halten wollet, so ihr wahrhaft Gotteskinder werden wollt; wahrlich, sage Ich euch, das Ärgste ist ein Versprechen und eine Verheißung, die nicht gehalten wird!

[GEJ.01_198,02] Denn wer da zürnt, der sündigt in sich und schadet sich zunächst selbst; wer Unzucht treibt, der vergräbt seine Seele im Gerichte des Fleisches und schadet sich wieder selbst; aber das Übel der Übel ist die Lüge!

[GEJ.01_198,03] Hast du jemandem etwas zu tun versprochen, und es kommen bald Umstände, die dir das Versprechen zu halten unmöglich machen, so gehe alsogleich ohne Säumnis zu dem hin, dem du etwas versprochen hast, und zeige ihm mit dem besten Herzen an, was dir begegnet ist, auf daß der Erwartende in dem Falle andere Wege und Mittel ergreifen kann zur rechten Zeit, um sich aus irgendeiner Not zu befreien!

[GEJ.01_198,04] Wehe aber jedem, der Versprechungen macht und sie nicht hält, auch so er sie halten könnte; denn er stiftet dadurch ein umfassendes Übel; denn der Erwartende kann dann seiner Pflicht nicht nachkommen, und die auf ihn hofften, bekommen auch gebundene Hände, und so kann solch eine treulose Verheißung Tausenden die größte Verlegenheit und Trübsal bereiten, und also ist eine nicht gehaltene Verheißung das der Nächstenliebe Allerentgegengesetzteste und somit der Übel größtes!

[GEJ.01_198,05] Es ist besser, ein hartes Herz haben, weil ein solches niemanden mit irgendeiner Hoffnung trügt, und weiß man, daß man vom Hartherzigen nichts zu erwarten hat, so ergreift man andere Mittel zur Aufrechthaltung jeglicher Ordnung. Wenn aber jemand etwas erwartet, das ihm verheißen ward, so unterläßt er es, andere Wege und Mittel zu gebrauchen, und wenn dann die Zeit kommt, wo der Erwartende seine Geschäfte in die Ordnung zu bringen bestimmt hatte, und der Versprecher läßt ihn dann im Stiche und sagt ihm nicht zuvor, daß er sein Versprechen aus einem Grunde, der natürlich vollwahr sein muß, nicht werde halten können, da ist solch ein Verheißer gleich dem Satan, der den Menschen auch von Anbeginn durch seine Propheten die glänzendsten Verheißungen gemacht, aber nie eine erfüllt hat und hat dadurch Zahllose ins größte Elend gestürzt!

[GEJ.01_198,06] Darum hütet euch vor allem vor derartigen Verheißungen und Versprechungen, die ihr nicht halten könnet und, was noch schlechter wäre, aus was immer für Gründen nicht halten wolltet; denn das ist des Obersten der Teufel Sinn.“

[GEJ.01_198,07] Seid liebevoll und gerecht in allen Dingen; denn die Gerechten werden einst in ihres Vaters Reiche leuchten wie die Sonne am hellsten Mittage!

Großes Evangelium des Johannes, Band 1, Kap. 192, 197 und 198

01] (Jesus:) »Es war ein Hausherr, der hatte viele Weinberge, Wiesen, Gärten und Äcker. Er bekam aber einen überaus edlen und reinen Weizen von seinem Vater und sagte darauf zu seinen Knechten: "Gehet hin und reiniget mir einen großen Acker auf das sorgfältigste, auf daß, so ich den reinsten und edelsten Weizen auf den Acker säe, mir kein Unkraut dazwischen aufgehe!"

02] Die Knechte taten das, und der Weizen wurde auf den gereinigten Acker reichlich gesät; und er ging bald auf, und der Herr des Ackers hatte eine rechte Freude, daß er zwischen dem aufgegangenen Weizen kein Unkraut bemerkte.

03] Doch nach einer Zeit, als der Weizen schon hoch emporgewachsen war, daß er in die Ähren zu schlagen anfangen konnte, siehe, da kamen auf einmal die Knechte zum Hausherrn und sagten: "Herr, wir haben den Acker gereinigt und nach deinem Willen den reinsten Weizen in denselben gesät, und er ging auch rein auf, worüber du selbst eine große Freude hattest; aber siehe, nun, da der Weizen schon bald in die Ähren schlagen sollte, schießt auf einmal eine Menge Unkraut zwischen dem Weizen hervor! So du willst, wollen wir hingehen und das Unkraut ausjäten!"

04] Sagte darauf der Herr des Ackers: "Lasset das nun gut sein, auf daß ihr durch eure Arbeit nicht auch dem bereits hoch aufgegangenen edlen Weizen schadet; denn ich weiß es schon, daß mir solches ein Feind getan hat! Lasset daher alles bis zur Reife kommen, den Weizen samt dem Unkraut! Mit der Zeit der Reife des Weizens werde ich durch euch, meine Diener, den Weizen sammeln lassen und bringen in meine Scheune, darauf aber dann erst auch das viele Unkraut zusammenbinden lassen in Bündel, bis es dürre wird; dann wollen wir es zur weiteren Reinigung des Ackers anzünden und verbrennen!"

05] Sehet, das ist das Bild, aus dem ihr lernen sollt, was ihr in bezug auf das Unkraut auf Meinem Lebensacker zu tun habt!

06] Der edle Weizen stellt jene Menschen dar, die bei Meiner Gastmahlstafel ein rechtes Festkleid anhaben, das Unkraut aber stellt insgesamt jenen Gast dar, der kein hochzeitliches Festgewand anhatte. Er bediente sich zwar auch so lange der auf den Tisch gesetzten Speisen, bis der scharfsichtige Gastgeber selbst ins Gastzimmer kam, was das Reifwerden des edlen Weizens und des Unkrautes bezeichnet.

07] Die festlich geschmückten Gäste werden behalten, und der unfestlich gekleidete wird in das Zornfeuer des Gastgebers hinausgeworfen werden, und er wird dann dazu dienen müssen, daß durch sein Verbrennen er den verunreinigten Acker am Ende selbst reinigen wird.

08] Ihr werdet darum auf dieser Welt noch auf gar viele unfestlich gekleidete Gäste kommen (treffen) und gar viel Unkraut unter dem reinen Weizen aufwuchern sehen; aber ereifert euch darum nicht allzusehr, und lasset alles zur Reife kommen, und wartet ab, bis der große Gastgeber Selbst kommen wird! Dann wird mit Ihm auch die gehörige Ausscheidezeit kommen, und es wird einem jeden das zum Lohne werden, nach dem seine gute oder böse Liebe gestrebt hat. Denn in Meinem Hause gibt es zwar sehr viele beseligende Wohnungen, aber daneben auch sehr viele Kerker, und die Meine vielen Kerker den beseligenden Wohnungen vorziehen und sie zu bewohnen trachten, die sollen denn auch das haben, was sie wünschen, und wir werden sie nicht und niemals durch was immer für eine Gewalt aus denselben herausziehen und durch sie dann unsere reinsten Himmelswohnungen verunreinigen. Werden sie sich aber selbst eines Besseren bedenken, so sollen ihnen darin auch keine Schranken gesetzt werden. – Verstehet ihr nun alles das?«

Großes Evangelium des Johannes, Kap. 218

[PH.01_051,01] Die Gleichnisse dieses Kapitels enthalten die ganze Geschichte Meiner Lehre und die Geschichte Meiner Schöpfung vom Anfang bis zum Ende. Die Geschichte Meiner Lehre, weil sie euch zeigt, auf welch verschiedenen Boden Meine Lehre und Meine Worte fallen, und die Geschichte Meiner Schöpfung, weil sie euch klar vor Augen stellt, wie das göttliche Wort der höchsten Geistesweihe, von Stufe zu Stufe aufwärts steigend, in den Millionen von Welten seinen Ausdruck fi??ndet. Und wie der Eindruck, den Mein Wort auf Millionen von Menschen macht, bei jedem verschieden ist, so ist auch der Entwicklungsprozeß einer jeden Welt verschieden von dem einer anderen.

[PH.01_051,02] Diese Gleichnisse, wie Ich sie zum Volke Israel redete, waren dem gewöhnlichen Leben entnommen, damit sie die Zuhörer leicht verstehen konnten. Aber sie begriffen in dem Gleichnis, welches für diesen Sonntag bestimmt ist, trotzdem nicht, wer unter ihnen mit dem guten, wer mit dem steinigten Boden, und wer mit dem Wege, auf den der ausgestreute Samen fällt, zu vergleichen sei.

[PH.01_051,03] Dieses Gleichnis bezeugt, daß Ich wohl durch Taten und Worte die Leute zum Besseren bekehren möchte, daß aber der gute Same, da die Welt mit ihren Genüssen sich darein mengt, nur vereinzelt an manchen Stellen gedeiht, doch im allgemeinen nicht solche Frucht bringt, wie es den Worten aus Meinem Munde gemäß verlangt werden könnte. Es bezeugt euch, daß das Ende, die Ernte, Gutes vom Schlechten scheiden wird und die Guten den gerechten Lohn empfangen werden, die Halsstarrigen und Bösen aber den langen Weg der Materie werden durchmachen müssen, bis sie alles Unreine abgelegt haben und sich in Meinem Himmel- und Geisterreich als ein geistiger Ton zur dort herrschenden Harmonie gesellen können.

[PH.01_051,04] Seht, seit dem Abfall Luzifers hat in der ganzen Schöpfung das Gute oder Leichte, Geistige – im Bösen oder Schweren, Materiellen seinen Gegensatz!

[PH.01_051,05] Die ungeheure Menge abgefallener Geister, welche mit Luzifer fielen und dann als Träger der Materie in ihr gebunden wurden, sie alle klassifizieren die ganze Weltenschöpfung nach dem geistigen Inhalt, und die Welten sind deswegen mehr oder minder moralisch-geistig leicht oder schwer, was nichts anderes heißt als: Auf allen Welten ist das große Prinzip der höchsten Eigenschaften Meines eigenen Ichs als höchste Liebe mit allen von ihr abhängenden Eigenschaften ausgedrückt.

[PH.01_051,06] Wenn Ich Meine Jünger lehrte und selbst auf ??eure Erde kam, so hatte dies keinen andern Zweck, als allen geschaffenen Wesen Mein geistiges Reich, seine Gesetze und seine Grundprinzipien kundzugeben. Als Ich auf Erden lehrte, sagte Ich nichts Neues, sondern immer das gleiche, was Ich von Anbeginn der Welt all Meinen Geistern eingeprägt hatte, nämlich: was ihr endliches Ziel und ihr ganzes Streben sein soll. Selbst der Materie mit ihren in sie eingeschlossenen Geistern legte Ich den Trieb ein, nach Vervollkommnung zu ringen, um so die Außenseite, die Bestandteile der Materie zu vergeistigen, bis diese endlich, mit dem Innern in Übereinstimmung, sich zu höheren Potenzen der Lebensentwicklung, vom schweren Gestein bis zum sich seiner selbst bewußten Menschen aufschwingen kann, der dann – mit dem Bewußtsein seiner Mission – sein eigenes Materielles vergeistigen muß, bis er, wenn sein Äußeres mit seinem Inneren gleich geistig geworden ist, zur Aufnahme in Mein Reich reif ist.

[PH.01_051,07] Dem Durchlaufen dieser Phasen entsprechen die Gleichnisse mit dem Samen; denn der ausgestreute Samen wird, auf verschiedenes Erdreich fallend, verschiedene Produkte hervorbringen, je nachdem, was für Elemente er zu seinem Gedeihen dort vorfindet. Das Freigeben der menschlichen Natur, d.h. der freie Wille, bedingt diese verschiedene Auffassung Meiner Lehre, so wie Ich sie einst Meinen Jüngern predigte und jetzt nur wenigen auf dieser Erde wieder kundgebe. Die Menschen, mitten zwischen den beiden Polen von Gut und Böse stehend, mußten natürlich auch verschiedene Reaktionen zeigen, wie sie Meine Lehre auffassen wollten oder konnten.

[PH.01_051,08] Wie die Welten in Meiner ganzen Schöpfung millionenartig verschieden sind und dadurch bildlich das verschiedene Auffassen der reinen Wahrheit ausdrücken, ebenso verschieden mit Millionen von Abweichungen sind die Menschen, ein jeder einzelne als geistige Welt für sich betrachtet.

[PH.01_051,09] Ihr erseht also aus diesen Gleichnissen die weitgehende Bedeutung des Samens, des Wortes „Es werde!“, das Ich einst gesp??rochen habe, das heute noch fortwirkt und am Ende alle Geister in einem Geisterreich vereinen wird, wenngleich einzelne Welten und Individuen längere und andere kürzere Wege dahin zurücklegen müssen.

[PH.01_051,10] Mein Wort, oder der Ausdruck der Liebe in jeder Bedeutung, enthält die ganze Schöpfung und enthält Meine ganze Lehre. Das beweist, daß Ich nur Gesetze der Liebe, und zwar nur zwei, gegeben habe, die aber nur dann von Wert sind, wenn eins das andere ergänzt.

[PH.01_051,11] Diese Gesetze der Liebe sind der Same, den Ich materiell in Meiner ganzen Schöpfung und geistig in den Herzen aller vernünftigen Wesen gesät habe. Das Aufkeimen dieses Samens, je nach dem mehr oder minder großen Einfluß der materiellen Welt, bedingt das Fortschreiten zum Guten oder das Zurückschreiten zum Bösen, zum Materiellen.

[PH.01_051,12] Eingedenk der Freiheit des Menschen und aller geschaffenen Geister mußte auch unterm guten Weizen Unkraut aufkeimen, wie Ich es im Gleichnis bildlich sagte. In diesem Fall werden die Menschen, welche nicht auf rechten Wegen gehen, erst am Ende ihrer irdischen Lebensbahn erkennen, wie weit sie von der eigentlichen Straße zu ihrem Heil abgekommen sind. In der andern Welt muß dann dieser Kampf, den so manche mit dem Ende auf dieser Welt beendet glaubten, unter anderen Verhältnissen und mit wenig Mitteln und großen Hindernissen von innen nach außen wieder neu begonnen werden.

[PH.01_051,13] Was für einen jeden Menschen als kleine geistige Welt der Körpertod ist, das ist für die Menschheit auf der Erde das Ende alles Materiellen, das Ende aller weltlichen Versuchungen, welches noch vor Meiner Wiederkunft eintreten wird, da nach derselben das geistige Reich auf eurer Erde seinen Anfang nehmen und Mein Same oder Mein Wort überall gleiche Früchte tragen wird.

[PH.01_051,14] Dahin zielen alle Meine Vorbereitungen in eurer Zeit; denn auf eurer Erde ist leider schon mehr das Unkraut als der gute Weizen vorherrschend, es ist beinahe nur noch steiniger und sandiger Bod??en zu finden, und Disteln und Dornen sind die Hauptgewächse, die die Oberfläche eurer Erde verunzieren. Meine Schnitter sind schon längst in Tätigkeit und rotten das wuchernde Unkraut mit allen Mitteln aus; aber es wird noch ärger kommen, weil eben der freie Mensch wirklich ein beinahe steinernes Herz bekommen hat, auf dem, wie auf einem harten Stein, eine Berührung keine Spur mehr zurückläßt, sondern über dessen Oberfläche alles spurlos weggleitet.

[PH.01_051,15] Seht euch vor, daß in euren Herzen nicht so manches Unkraut schlechter Leidenschaften, durch weltliche Einflüsse begünstigt, aufkeimt! Ich sage euch wie einst Meinen Zuhörern: „Wer Ohren hat, der höre, und wer Augen hat, der sehe!“ Denn leider gibt es noch viele, die Ohren haben, aber den geistigen Wind, der durch die ganze Schöpfung geht, nicht hören, und die Augen haben und nichts bemerken von dem Lichtstrahl aus Meinem ewigen Geisterreich, welcher anfängt, nach und nach alle Winkel eurer finsteren Erde zu erleuchten, damit bei Meiner Ankunft als König des Lichts kein Schatten, keine Finsternis mehr vorhanden sei.

[PH.01_051,16] Viele gibt es noch, die, bloß weltlichen Genüssen und weltlichen Gütern nachjagend, keine geistige Welt, kein höheres geistiges Prinzip, keinen Gott als Schöpfer anerkennen wollen. Sie sind wie die Disteln und Dornen. Entfernt euch von ihnen! Ihre Stacheln lassen es euch wahrnehmen, daß ihr euch solchen Scheinphilosophen und Gelehrten nur mit Vorsicht nähern dürft. Sie werden, wie es geschrieben steht, ins Feuer geworfen, ins Feuer der Drangsal und Leiden. Dann erst, nach langem Kampf geläutert, werden sie an dem geistigen Reich teilnehmen können, das sie vorher so fest hinweggeleugnet haben.

[PH.01_051,17] Ihnen gelten die Naturereignisse und Epidemien, welche sie in Massen hinwegraffen. Andere werden durch den Verlust geliebter Personen daran gemahnt, daß es noch eine andere als nur diese natürlichmaterielle Welt gibt. Ihr Erwachen wird traurig sein, – und doch muß Ich sie erwecken, weil Ich nicht ein?? Atom, viel weniger eine Menschenseele, die Ich einst von innen wie außen nach Meinem Ebenbilde geschaffen habe, verlieren möchte.

[PH.01_051,18] Lernt auch ihr zu hören, aber mit geistigen Ohren, was Ich euch sage, was die Ereignisse der Welt euch sagen, und was die ganze Natur euch zuruft: ,Es ist ein Gott, und dieser ist ein Gott der Liebe!‘

[PH.01_051,19] Unbekümmert um den Boden sät Er Seinen Samen aus, es mag die Heerstraße oder steiniger Boden oder auch zwischen Dornen und Disteln sein. Frei ist der Mensch, und der Same kann daher je nach der Individualität des einzelnen wirken; aber am Ende wird doch der Zweck erfüllt werden, den Ich als Sämann im Auge hatte.

[PH.01_051,20] Es wird trotz des verschiedenen Ackerbodens am Ende doch eine reichliche Ernte kommen, die Ewigkeit sichert Mir den Erfolg. Mein Wort, nachdem es alle Phasen durchlaufen hat, indem es von den einen mit Füßen getreten und von den andern mit freudigem Herzen begrüßt wurde, muß doch das gleiche Resultat hervorbringen; denn Mein Wort – der Same – ist göttliches Wort, und deswegen kann und muß es den Boden, worauf es fällt, verbessern und vergeistigen, wenn auch nicht auf dieser Erde, so doch gewiß jenseits.

[PH.01_051,21] Mein Streben und der Zweck dieser Mitteilung ist ja nur, den Menschen diesen Weg zu verkürzen und ihnen das Vorwärtsschreiten zu erleichtern. Daher der wiederholte Mahnruf in diesem Kapitel: „Wer Ohren hat zu hören, der höre!“

[PH.01_051,22] Versteht und faßt es wohl und handelt danach, und ihr werdet es an euch selbst verspüren, ob der Same auf guten oder steinigen Boden gefallen ist! Amen!

G. Mayerhofer, Predigten des Herrn 51

Jesus angesichts von Händlerkarawanen, die zum Fest nach Jerusalem ziehen: „So wie diese da werden noch viele an Mir vorüberziehen, werden Mich nicht ansehen und nicht erkennen, sondern in ihrem Welttume fortwühlen, bis der Tod sie ins Grab wirft und ihre Seele in die Hölle! Derlei Händler, Kaufleute und Makler sind zu weit von allem Geistigen entfernt und sind unter der besseren Menschheit, was da ist das Unkraut unter dem Weizen. Lassen wir sie ziehen ihrem Grabe und Tode entgegen!“

[Ev. Bd. 7, Kap. 6, 5]

← Zurück zu „Gleichnisse im Licht des alten und neuen Wortes“