[BM.01_124,04] Siehe, die Eifersucht ist eine Schmarotzerpflanze der Liebe und untergräbt diese! Wird die Schmarotzerpflanze am Lebensbaume der Liebe zu mächtig, zerstört sie wohl mit der Folge den ganzen Baum. Will man aber den Baum erhalten und kräftigen, muß man durch rechte Mittel suchen, den Baum von solchen fremden Ausgeburten völlig zu reinigen.
[BM.01_124,05] So du aber eifersüchtige Gemüter durch Drohungen noch mehr aufregst als sie ohnehin schon sind, pfropfst du selbst die Schmarotzerpflanze auf den Baum des Lebens, daß diese dann wuchert und den Baum völlig zugrunde richtet.
[BM.01_124,06] Daher mußt du in der Folge so handeln, wenn du mit eifersüchtigen Geistern zu tun haben wirst: Betrachte die Eifersucht stets als eine Ausgeburt der Liebe und denke: wo Eifersucht ist, da ist auch Liebe! Besänftige diese mit Liebe, so wirst du aus der Eifersucht bald die glühendste Liebe zuwege bringen!
[BM.01_124,07] Ich sage euch, wo sich keine Eifersucht zeigt, da ist auch keine Liebe! Oder habt ihr auf der Welt je gesehen, daß unfruchtbare Weiden, Fichten und Tannen, Föhren und tausend andere unfruchtbare Bäume mit Schmarotzerpflanzen behaftet werden? Sicher niemals habt ihr eine solche Abartung gesehen, wohl aber sehr häufig an den edlen Fruchtbäumen.
[BM.01_124,08] So ist es auch hier und ganz besonders mit jenen Weibern der Fall. Sie haben sehr viel Liebe, wie ein edler Fruchtbaum viel edlen Saftes hat. Suchet aber den schlechten Auswuchs aus ihren Herzen zu entfernen durch Liebe, und ihr werdet an ihnen Wunder der fruchtbarsten Liebe erbeuten! Geht daher nun hin und tuet, wie Ich es nun euch angeraten habe, so werdet ihr Meinem Herzen ein gutes Werk darbringen!“
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