Die Berufung und die Weihe zu Priestern
und warum in ein Amt gesetzte keine echten Priester sind:
Als JESUS vor Pilatus stand, da gab Er auf die Frage, ob Er ein König sei, die Antwort:
(Joh. 18, 36 / Jes. 9, 5)
„Ich bin zwar ein König, aber Mein Reich ist nicht von dieser Welt.“ (sondern es ist das Reich des Geistes)
Somit ist von einem weltlichen Thron und einer weltlichen Herrschaft in keiner Art die Rede. Im Gegenteil, der Herr sagte von Sich Selbst aus als König aller Könige, als Gott und Herrscher der Welt in Bezug auf Seine weltlich-materielle Stellung als Mensch unter den Menschen:
(Matth. 8, 20 / Luk. 9, 58)
„Die Füchse haben Gruben (Höhlen), und die Vögel in der Luft haben Nester; aber der Sohn des Menschen hat nicht, wo Er Sein Haupt hinlege.“
Wie verhält sich nun das mit den vielen Schlössern, Palästen und Gebäuden, riesenhaften Geldeinkünften, Besitztümern, Einrichtungs- und Ausrüstungsgegenständen der „hohen Geistlichkeit“ gegenüber JESU Armut ?!
Die größte Armut, die der Herr mit eigenem Beispiel bezeugte, war das Fußwaschen Seiner Jünger, eine Arbeit, die damals nur die niedersten Dienstboten zu verrichten hatten (Joh.13,5-14). Von einer weltlichen Herrschaft und einem weltlichem Thron JESU und der Apostel findet man in der Bibel nichts(!), wohl aber die Erwähnung von Armut, Demut, Kreuztragen und Verfolgung der Apostel, Jünger und Bekenner Christi. (Mt.8,20 / 11,29-30 / 10,38)
Wie der Thron und die Herrschaft der Apostel aussah, lehren uns auch die Worte des Apostels Paulus:
(1. Korinther 4, 12. 13)
„Mit unserer Hände Arbeit müssen wir uns mühselig ernähren; wir werden geschmäht und segnen (die Schmäher); wir werden verfolgt und leiden es geduldig; wir werden gelästert und geben gute (besänftigende) Worte; bis auf diese Stunde (Jahr 57) werden wir wie der Auswurf der Welt, wie ein Auskehricht Aller gehalten.“
Es existiert somit in der Bibel auch nicht die geringste Spur von einer „Institution Christi“, nach der JESU Apostel und Diener auf einem Thron oder erhöht sitzen und herrschen sollen, wie es vielfach die heutigen Theologen und Bibelgelehrten tun, sondern:
Ein echter Diener Gottes verdient sich selbst seinen Lebensunter-halt, und er lehrt und verbreitet ohne Entgelt oder ohne von seinen Mitbrüdern finanziert zu werden die Wahrheit unter ihnen, weil er die Wahrheit in seinem Innern vom Heiligen Geist (also vom Herrn höchst Selbst) zuvor gratis empfangen hat (Mat.10,8).
Jene aber, die nicht von Gott Selbst gelehrt werden, sondern an weltlichen Universitäten, Priesterseminaren und Bibelschulen ihre Kenntnisse studieren und durch Menschen die Priesterweihe oder ihren Stand erhalten, sind nicht von Gott aus aufgestellt, sondern von Gott nicht berufenen Bischöfen und Amts- oder Würdenträgern. (Siehe Hebräer 5,4)
Wenn aber ein frommer Priester nach Möglichkeit unentgeltlich sein Amt verrichtet und allen Überfluss mit den Armen teilt, so wird er dann vom Herrn aus als Sein Kind, als ein echter Diener Gottes betrachtet. Er muss getreu nach der Lehre JESU sein Amt verrichten, und der Arbeiter ist seines Lohnes wert (Mt.10,10.), nur darf dieser Lohn nicht das Allernotwendigste übersteigen, denn jeder Überfluss muss wieder an Ärmere verteilt werden (2.Kor.8,14).
Dass Gott keine Studierten, die sich auf den Bibelschulen ihr Wissen ins Gehirn gepaukt haben, als Seine Diener anerkennt, hat Er als Christus in der Tat bewiesen. Ihm wäre es ein leichtes gewesen, zwölf Pharisäer oder Schriftgelehrte von der göttlichen Wahrheit zu überzeugen, wie den Nikodemus. Jedoch, der Herr wählte Sich ungebildete Laien, meist unter den Fischern, und diese bildete Er aus zu Seinen Aposteln und Evangelisten.
Dies beweist biblisch eindeutig, dass Gott Seine Diener Selbst lehrt und ausbildet, die dann in Seine Fußstapfen treten und eben auch in JESU Tugenden leben und in Seinem Sinne arbeiten, wie der Apostel Paulus, den JESUS speziell durch das innere Wort lehrte (Gal.1.11.12). Dasselbe bezeugt Petrus für die übrigen zwölf Apostel, (2.Petri1,19) indem er sagt: „Wir haben ein festes prophetisches (oder inneres) Wort, als direkter Verkehr mit Gott.“
Dasselbe haben auch heutzutage viele Laien, Arbeiter und Ungelehrte… aber keine hochmütigen Priester, weil der Herr heute dieselben unwandelbaren Gesetze in Seinem Walten befolgt, wie Er es immer getan hat. Und weil die Priester das wissen, sagen sie, um ihre Unberufenheit zu decken: „Gott hat nur mit den Propheten und Aposteln gesprochen, und danach nicht mehr.“ Doch ihre eigene Kirchengeschichte widerlegt ihnen solche lügnerischen Aussagen, man siehe nur Augustinus, Remegius, Leonhardus, Greorgius Magnus, Athanasius, Hieronymus, Thomas a Kempis, Franz v Assisi, Hildegard v Bingen und viele andere mehr.
Der wahre Diener Gottes wandelt die Wege seines göttlichen Meisters. Er, JESUS, hat gelebt wie alle übrigen Galiläer, Er hat keinen Extra-Anzug gehabt, Er gab Seine Lehre unentgeltlich und Seinen Jüngern sagte Er: „Nehmt keinen Stab (als damaliges Zeichen von Würde) und keinen Sack mit (um sich für ihre Mühe bezahlen zu lassen).“…
Die Apostel waren arm, und sie gingen von Ort zu Ort lehrend und lebten nach ihrem göttlichen Auftrag nur von dem, was ihnen das Volk freiwillig gab.
(Anmerkung: Der in den Freikirchen heute gezahlte „Zehnte“-Teil des Einkommens gilt nicht mehr fürs neue Testament – wie wir in diesem Buch ebenfalls erfahren – respektive würde er für einen lebendig-gläubigen Gemeindeleiter nicht mehr gelten, der den Heiligen Geist hat, weil dieser in direkter Verbindung mit Gott steht und somit auch mit allem nötigen für sich und die Gemeinde versorgt wird… Und die Abgabe dort hat auch nur den Schein der Freiwilligkeit! Wer also im angeblichen Auftrage des Herrn oder für die angebliche Sache des Herrn Geld von Menschen verlangt für was auch immer, und dafür geschickt zu argumentieren versteht, der hat den Heiligen Geist nicht und ist folglich ein Irrlehrer!)
JESU Nachfolger sind demnach diejenigen, die wie Er, Christus, kein Eigentum besitzen und nach Seinen Tugenden leben und handeln. Wollen die Priester sich doch als Nachfolger der Apostel bezeichnen, so müssen sie die Wege wandeln, die ihr Meister und die Apostel gewandelt sind und diese sind:
Paulus schreibt an die Korinther
(1.Kor.9,16-18 / Mt.10,10 / 1.Kor.9,14)
„Aber das Verkündigen des Evangeliums gibt mir noch keinen Ruhm, das ist ja meine Pflicht. Tue ich es gerne, so wird mir mein Lohn; (sonst nicht!) Welches ist denn nun mein Lohn? Dass ich das Evangelium, welches ich predige, unentgeltlich hergebe und von dem Recht, das mir bei Verkündigung des Evangeliums zukommt keinen Gebrauch mache.“
Paulus schrieb an die Christen zu Thessalonich
(Thess.2,7-9)
„Wir durften als Christi Apostel euch zur Last fallen; aber wir haben euch zärtlich geliebt und waren freudig bereit, nicht nur das Evangelium Gottes euch mitzuteilen, sondern auch unser Leben hinzugeben, weil ihr unsere Lieblinge geworden. Denn ihr erinnert euch, Brüder! Unsere Arbeit und Beschwerde, Tag und Nacht arbeitend, um keinem unter euch beschwerlich zu fallen, predigten wir euch umsonst das Evangelium Gottes.“
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