Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen
Daß zwölf den Glauben oder das, was Sache der Liebe und aus ihr des Glaubens ist, in einem Inbegriff bezeichne, kann ebenfalls vielfach aus dem Wort begründet werden, sowohl durch die zwölf Söhne Jakobs und ihren Namen, als durch die zwölf Stämme Israels und durch die zwölf Jünger des Herrn. <HG 577>
In der Offenb. kommt öfter die Zahl Zwölf vor, und sie ist eine heilige Zahl, weil sie das Heilige des Glaubens bezeichnet. <HG 648>
“Zwölf Jahre hatten sie dem Kedorlaomer gedient”, daß dies bedeutet, das Böse und Falsche sei im Knabenalter nicht zum Vorschein gekommen, sondern habe dem scheinbar Guten und Wahren gedient, erhellt aus der Vorbildung und Bedeutung Kedorlaomers, sodann derer, die gedient hatten, von denen 1.Mose 14/1,2 die Rede war, wie auch aus der Bedeutung von zwölf: Kedorlaomer mit denen, die im 2. Vers genannt werden, bedeutet das scheinbar Gute und Wahre beim Herrn, somit den äußeren Menschen in betreff desselben, hier Kedorlaomer als Zusammenfassung für alle, die im 2. Vers genannt werden, wie dies auch aus dem Folgenden erhellt, sodann daraus, daß er der König von Elam war, von dessen Bedeutung früher gehandelt wurde, sofern sie nämlich ist der Glaube
aus der Liebtätigkeit, hier also das Wahre und das Gute; denn der Glaube und was zum Glauben gehört, ist nichts als Wahrheiten und die Liebtätigkeit, und was zur Liebtätigkeit gehört ist Gutes. Hier aber Gutes der Kindheit, das, obwohl es als gut erscheint, doch nicht gut ist, solange das Erbböse dasselbe verunreinigt, es ist aus der Selbstliebe und aus der Weltliebe, was anhängt und anklebt; alles, was der Selbstliebe und Weltliebe angehört, erscheint dann als gut, es ist aber nicht gut. Es ist jedoch gut zu nennen, solange es beim Kind oder Knaben ist, der noch nicht weiß, was wahrhaft gut ist. Die Unwissenheit entschuldigt, und die Unschuld macht, daß es wie Gutes erscheint. Allein die Sache verhält sich anders, wenn der Mensch unterrichtet ist, und weiß, was gut und böse ist. Ein solches Gute und Wahre, wie es beim Knaben ist, bevor er unterrichtet ist, wird bezeichnet durch Kedorlaomer. Daß “sie zwölf Jahre gedient hatten” bedeutet, die ganze Zeit, solange ein solches Gutes und Wahres da ist, denn zwölf bedeuten im inneren Sinn alles, was dem Glauben der Liebtätigkeit oder dem Glauben aus der Liebtätigkeit angehört, ebenso wie Elam, und solange ein solches Gute und Wahre beim Menschen ist, sei es in seinem Knabenalter, oder in seiner übrigen Lebenszeit, kann das Böse und Falsche nichts ausrichten, d.h., die bösen Geister mucksen nicht, etwas zu tun, oder etwas Böses zuzufügen, wie sich dies ganz offen herausstellt bei den Kindern, gutartigen Knaben und solchen, die einfältigen Herzens sind, wenn sich bei diesen auch böse Geister, oder die ärgsten aus der höllischen Rotte befänden, so würden sie doch gar nichts ausrichten können, sondern sind unterjocht, was hier dadurch bezeichnet wird, daß sie zwölf Jahre dem Kedorlaomer gedient hatten; die Ursache, warum sie alsdann unterjocht sind, und dienen, ist die, daß der Mensch sich noch nicht eine Sphäre der Begierden und Falschheiten angeeignet hat; denn die bösen Geister und Genien dürfen nur auf dasjenige einwirken, was der Mensch sich wirklich angeeignet hat, nicht auf das, was ihm anererbt ist. Weshalb denn, bevor der Mensch sich solche Sphären angeeignet hat, die bösen Geister dienen; sobald er aber sie sich aneignet, drängen sie sich bei ihm ein und suchen zu herrschen, denn alsdann sind sie in ihrer eigenen Sphäre, und finden in ihr eine gewisse Lust, oder ihr eigentliches Leben; wo ein Aas ist, da versammeln sich die Adler. <HG 1667>
“Zwölf Fürsten wird er zeugen”, daß dies bedeutet die vornehmsten Gebote, welche die der Liebtätigkeit sind, erhellt aus der Bedeutung von zwölf, sofern sie sind alles zum Glauben gehörige; und aus der Bedeutung der Fürsten, sofern sie sind das Vornehmste. Daß zwölf alles zum Glauben Gehörige bedeuten, war bisher der Welt unbekannt, und dennoch bedeutet die Zahl Zwölf, sooft sie im Wort, sowohl im historischen als prophetischen, vorkommt, nichts anderes. Durch die zwölf Söhne Jakobs, und von daher durch die nach ihnen genannten zwölf Stämme, wird nichts anderes bezeichnet; ebenso durch die zwölf Jünger des Herrn; jeder von jenen und diesen bildete etwas Wesentliches und Hauptsächliches des Glaubens vor. <HG 2089>
Durch zwölf wird bezeichnet, alles der Liebtätigkeit und daher des Glaubens, was dem Reich des Herrn angehört. Hier aber sind es sechs, somit die Hälfte, aber die halbe Zahl schließt das gleiche in sich was die ganze, denn die Multiplikation und Division ändert nichts am Wesen der Sache selbst, wenn nur das gleiche zugrunde liegt. <HG 3239>
“Zwölf Fürsten ihrer Völker”, daß dies bedeutet alles Hauptsächliche jener geistigen Kirche, erhellt aus der Bedeutung von zwölf, sofern sie sind alles zum Glauben oder zur Kirche Gehörige; aus der Bedeutung der Fürsten, sofern sie sind Hauptsächliches; und aus der Bedeutung der Völker, sofern es sind diejenigen, die in Wahrem sind, somit die zur geistigen Kirche gehören, denn von solchen wird gesagt, daß sie in Wahrem seien. Daß alle Zahlen im Wort Sachen bedeuten, kann offenbar erhellen aus der Zahl Zwölf, die so oft vorkommt. Diese Zahl bedeutet überall, wo sie im Wort gelesen wird, alles; wie denn die zwölf Stämme im Alten Testament und die zwölf Apostel im Neuen bedeuten alles des Glaubens, folglich alles der Kirche; somit hier die zwölf Fürsten alles Hauptsächliche jener Kirche, das durch ebenso viele Söhne Jischmaels vorgebildet wird. <HG 3272>
Es gibt einfache Zahlen, die mehr als die übrigen bezeichnend sind, aus denen die größeren Zahlen ihre Bedeutung her haben, nämlich die Zahlen Zwei, Drei, Fünf und Sieben: Zwei bedeuten die Vereinigung und werden vom Guten gesagt, Drei bedeuten das Volle und werden vom Wahren gesagt, Fünf bedeuten viel und etwas, und Sieben bedeuten das Heilige. Aus der Zahl “Drei” kommen her 6, 12, 24, 72, 144, 1440, 144.000, und diese Zahlen bedeuten auch das gleiche wie drei, weil sie aus dieser einfachen Zahl durch Multiplikation entstehen. <EKO 430>
Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 505 →
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