Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen
Das Leben des Glaubens ohne Liebe verhält sich wie das Licht der Sonne ohne Wärme, wie der Winter, wo nichts wächst, sondern alles und jedes erstarrt und erstirbt. Aber der Glaube aus der Liebe verhält sich wie das Licht der Sonne zur Zeit des Frühlings, wo alles wächst und blüht, denn die Sonnenwärme ist es, die es hervorbringt. Ebenso im Geistigen und Himmlischen, das im Wort dargestellt zu werden pflegt durch solches, was der Welt und auf Erden ist. Der Unglaube und der Glaube ohne Liebe wird auch vom Herrn dem Winter verglichen, wo Er von der Vollendung des Zeitlaufes geweissagt hat, Mark.13/18,19: “Betet, daß eure Flucht nicht geschehe im Winter, denn jene Tage werden eine Trübsal sein”: die Flucht ist die letzte Zeit, auch eines jeden Menschen, wenn er stirbt; der Winter ist das Leben ohne Liebe; der Tag der Trübsal ist der klägliche Zustand desselben im anderen Leben. <HG 34, 3755>
Und “Sommer und Winter”, daß sie bedeuten den Zustand des wiedergeborenen Menschen in Ansehung seines neuen Wollens, dessen Wechsel sich verhalten wie Sommer und Winter, kann erhellen aus dem, was von der Kälte und Hitze gesagt worden ist. Die Wechsel der Wiederzugebärenden werden verglichen der Kälte und Hitze, aber die Wechsel der Wiedergeborenen dem Sommer und Winter. Daß vom Wiederzugebärenden dort die Rede war, hier aber vom Wiedergeborenen, erhellt daraus, daß dort an erster Stelle die Kälte genannt wird, und an zweiter die Hitze; hier aber an erster Stelle Sommer, und an zweiter Winter. Der Grund
ist, weil der Mensch, der wiedergeboren wird, anfängt mit der Kälte, d.h. mit dem Mangel an Glauben und Liebtätigkeit, dagegen wenn er wiedergeboren ist, dann fängt er an mit Liebtätigkeit. Daß der Wiedergeborene Wechsel hat, daß nämlich bei ihm bald keine Liebtätigkeit, und bald einige Liebtätigkeit ist, kann klar sein, darum, weil bei einem jeden, auch dem Wiedergeborenen, lediglich nur Böses ist, und weil alles Gute ist allein des Herrn. Weil bei ihm nichts als Böses ist, so kann er nicht anders als Wechsel erleiden, und bald sein gleichsam im Sommer, d.h. in Liebtätigkeit, bald aber im Winter, d.h. in keiner Liebtätigkeit. Die Wechsel sind so beschaffen, daß der Mensch mehr und mehr vervollkommnet und so mehr und mehr glückselig gemacht wird. Solche Wechsel sind nicht allein beim wiedergeborenen Menschen, wenn er im Körper lebt, sondern auch wenn er ins andere Leben kommt, denn ohne Wechsel gleichsam des Sommers und Winters in betreff des Wollenden, und gleichsam des Tages und der Nacht in betreff des Verständigen, wird er durchaus nicht vervollkommnet und glückseliger gemacht, sondern ihre Wechsel im anderen Leben verhalten sich wie der Wechsel des Sommers und des Winters in gemäßigten Zonen, und wie die Wechsel des Tages und der Nacht in Frühlingszeiten. Diese Zustände werden auch bei den Propheten beschrieben durch Sommer und durch Winter und durch Tag und Nacht. <HG 935>
Sobald der Mensch durch die Aufschließung seines Inneren in den Himmel eingelassen ist und aus demselben Licht empfängt, dann werden ihm dieselben Neigungen mitgeteilt, wie sie die Engel haben, und zugleich auch das Angenehme und Wonnige derselben. Die erste Neigung, die ihm gegeben wird, ist die Neigung zum Wahren, die zweite ist die Neigung zum Guten, und die dritte die Neigung, Frucht zu bringen. Denn wenn der Mensch in den Himmel und in das Licht und in die Wärme desselben eingelassen ist, dann ist er gleich einem Baum, der aus seinem Samen hervorwächst: sein erstes Aufsprossen geschieht durch die Erleuchtung; sein Aufblühen, bevor er Früchte bringt, kommt aus der Liebe zum Wahren, und das Heranwachsen der Frucht aus der Blüte aus der Liebe zum Guten, aber die Vervielfältigung seiner selbst zu neuen Bäumen kommt aus der Neigung Früchte zu bringen. Die Wärme des Himmels oder die Liebe, und das Licht des Himmels oder das Verständnis des Wahren aus dieser Liebe, bringen in den Trägern (oder Organen) des Lebens dasselbe hervor, wie die Wärme und das Licht der Welt in den Trägern des nicht geistigen Lebens. Daß sie gleiches hervorbringen, geschieht durch die Entsprechung. Bei beiden aber tritt das Hervorbringen zur Zeit des Frühlings ein. Für den Menschen ist die Zeit des Frühlings, wenn er in den Himmel eingeht, was geschieht, wenn sein geistiges Inneres aufgeschlossen wird; vorher ist für ihn Winterszeit. <EKO 942>
Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 154 →
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