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Wärme/warm – Entsprechungslexikon

Entsprechungslexikon · Zusammenstellung: Franz Kreuzwegerer (1998)

Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen

“Als der Tag heiß ward”, daß dies bedeutet aus Liebe, erhellt aus der Bedeutung der Wärme, sofern sie im inneren Sinn ist Liebe; und weil die Wärme entweder die des Tages oder des Jahres ist, so wird die Liebe entweder durch die Wärme des Tages, oder durch die Wärme des Jahres vorgebildet, gemäß dem, was im Historischen erwähnt wird. Daß die Wärme die Liebe bedeutet, kann daraus erhellen, daß die Liebe eine geistige Wärme genannt wird, und daß jedes Gefühl durch ein Warmwerden bezeichnet wird, auch in der gewöhnlichen Rede; und überdies auch daraus, daß die Liebe und ihre Gefühle, im Inwendigeren des Menschen, dann auch in seinem Auswendigeren, und selbst im Leiblichen sich deutlich kund geben durch eine Art von Wärme. Ja, diese hat auch wirklich keinen anderen Ursprung beim Menschen, wenn sie aus seinem Inwendigeren ausfließt; wie aber die Liebe, so die Wärme. Die himmlische Liebe und die geistige Liebe sind es, die eine reine Wärme darstellen; jede andere Wärme, die nämlich aus der Selbst- und der Weltliebe, sodann aus anderen unlauteren Liebearten kommt, ist unrein, und geht im anderen Leben in Auswurfartiges über. <HG 2146>

“Wärest du doch kalt oder warm” bedeutet, es sei besser, daß kein Glaube oder daß Liebtätigkeit allein vorhanden sei. Dies erhellt aus der Bedeutung von: wärest du doch kalt oder warm, sofern es heißt, es sei besser, wenn kein Glaube da wäre, worüber folgt; und aus der Bedeutung von: oder warm, sofern es heißt, es wäre besser wenn Liebtätigkeit allein da wäre. Mit wenigem soll nun gesagt werden, was alleinige Liebtätigkeit ist: Liebtätigkeit an sich betrachtet, ist eine geistige Neigung. Hingegen die alleinige Liebtätigkeit ist eine natürliche Neigung und keine geistige, denn die eigentliche Liebtätigkeit, die eine geistige Neigung ist, wird durch Wahrheiten aus dem Wort gebildet, und in dem Maß, als sie durch diese gebildet wird, ist sie geistig. Dagegen die alleinige Liebtätigkeit, die eine natürliche Neigung ist, wird durch keine Wahrheiten aus dem Wort gebildet, sondern sie kommt beim Menschen her aus dem Anhören der Predigten, ohne daß man auf die Wahrheiten achtet und sie lernt. Mithin ist die alleinige Liebtätigkeit auch ohne Glauben, denn der Glaube ist Sache des Wahren und das Wahre ist Sache des Glaubens. <EKO 232>

“Denn Du allein bist heilig” bedeutet, daß Er das Gute und Wahre selbst ist, und daher alles Gute und alles Wahre von Ihm kommt. Dies erhellt aus der Bedeutung des Heiligen, insofern es das Göttliche bezeichnet, das vom Herrn ausgeht, denn dies allein ist das Heilige und heißt das göttlich

Gute, vereint mit dem göttlich Wahren; und weil es vom Herrn ausgeht, so ist Er es selbst, denn was von Ihm ausgeht und in Ihm ist, das ist Er selbst; daher kommt es, daß der Herr das göttlich Gute und göttlich Wahre selbst ist. Ebenso verhält es sich mit der Wärme und dem Licht, das aus der Sonne unserer Welt, oder aus dem Feuer einer Flamme hervorgeht: die Wärme und das Licht sind aus der Sonne, weil sie in der Sonne sind; in der Sonne ist reines Feuer; außerhalb der Sonne ist dieses Feuer eine Wärme, die im Verhältnis der Entfernung von der Sonne abnimmt, und das Licht ist eine Veränderung oder eine innere Tätigkeit desselben in den Substanzen, die außerhalb der Sonne sind, und gleichfalls vom Feuer derselben herkommt. Die Substanzen, in denen dies hervortritt und geschieht, heißen Atmosphären. Der Entsprechung gemäß kann man nun einen Schluß ziehen in Beziehung auf die Wärme und das Licht, die vom Herrn als der Sonne des Himmels ausgehen: der Herr als Sonne ist die göttliche Liebe, und die von ihr ausgehende Wärme ist das göttlich Gute, und das von ihr ausgehende Licht ist das göttlich Wahre. Die ausgehende Wärme, die das göttlich Gute ist, ist die göttliche Liebe in ihrer Ausdehnung, und das ausgehende Licht, welches das göttlich Wahre ist, ist die Veränderung oder innere Tätigkeit in den Substanzen, die außerhalb Seiner sind; die Substanzen aber, in denen diese Modifikation stattfindet, sind die geistigen Atmosphären, durch welche die Engel atmen und leben. Weil die gleichen Dinge in der Welt im Entsprechungsverhältnis stehen, deshalb bedeutet im Wort das Feuer die Liebe, die Wärme das göttlich Gute und das Licht das göttlich Wahre. Der Unterschied liegt nur darin, daß die Wärme und das Licht des Himmels geistige Wesenheiten (oder Substanzen) beleben, dagegen die Wärme und das Licht der Welt natürliche Substanzen beleben. Gleichwohl aber belebt die Wärme und das Licht der Welt nicht aus sich, sondern aus dem Licht und der Wärme des Himmels, somit durch den Herrn. Dies wurde gesagt, damit man erkenne, daß der Herr das göttlich Gute und die göttlich Wahre selbst ist, und daher auch allein der Heilige ist. <EKO 944>

Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 21 →

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