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Viper – Entsprechungslexikon

Entsprechungslexikon · Zusammenstellung: Franz Kreuzwegerer (1998)

Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen

Daß unter der Schlange verstanden wird alles Böse im allgemeinen und die Selbstliebe insbesondere, kommt daher, daß alles Böse aus dem Sinnlichen und dann auch aus dem Wißtümlichen, die zuerst durch die Schlange bezeichnet worden sind, entstanden ist, daher nun das Böse selbst jeder Art, und insbesondere die

Selbstliebe oder der Haß gegen den Nächsten und den Herrn, der dasselbe ist, was die Selbstliebe, bezeichnet wird. Dieses Böse oder dieser Haß wird, weil er mannigfach ist, und mehrere Gattungen und noch mehrere Arten hat, im Wort unterschieden durch die Gattungen der Schlangen, wie durch Schlangen, Basilisken, Ottern, Blutschlangen, Prester oder feurige Schlangen, durch fliegende wie auch kriechende Schlangen durch Vipern, somit je nach den Verschiedenheiten des Giftes, das der Haß ist. <HG 251>

Die Schlange kann nur das unterste Natürliche verletzen, nicht aber, wofern es nicht Vipernarten sind, das innere Natürliche im Menschen, noch weniger das Geistige und am wenigsten das Himmlische; diese erhält der Herr und verbirgt sie, ohne daß der Mensch darum weiß; was der Herr verbirgt, wird im Wort Überreste genannt. <HG 259>

“Um ihn mit List zu töten” bedeutet die daraus hervorgehende Bosheit und das Verlangen, den Nächsten des ewigen Lebens zu berauben. Dies erhellt aus der Bedeutung von töten, insofern es heißt, dem Nächsten Glauben und Liebtätigkeit nehmen, und ihn dadurch des geistigen Lebens, welches das ewige Leben ist, berauben; und aus der Bedeutung der List, insofern sie die Bosheit bezeichnet, die aus dem Willen kommt, nach vorausgehendem Denken oder Überlegung, somit aus Vorsatz. Das Böse geschieht aus Feindschaft, oder aus Haß, oder aus Rachsucht und zwar sowohl mit List als ohne List, aber das Böse, was durch List geschieht, ist das schlimmste, weil die List wie ein Gift ist, das höllisches Verderben erzeugt und dadurch zerstört; denn es dringt durch das ganze Gemüt bis zu dem Inneren desselben. Der Grund ist, weil der, welcher List übt, das Böse überlegt und durch dasselbe seinen Verstand ernährt und erfreut, und so alles in demselben zerstört, was menschlich ist, d.h. was dem Leben aus dem Guten des Glaubens und der Liebtätigkeit angehört. Diejenigen, die den Nächsten in der Welt in betreff des Weltlichen und Irdischen mit List bestricken, tun es auch im anderen Leben in betreff des Geistigen und Himmlischen; und weil sie dies im Verborgenen tun, werden sie in die Höllen verwiesen, die nach hinten liegen, und zwar um so tiefer, je größer die Bosheit und Schädlichkeit ihrer List ist. Hierdurch werden sie von denen getrennt, die an der Vorderseite liegen; diese heißen Geister, jene aber Genien. Die Genien werden nicht bei den Menschen zugelassen, wie die Geister, weil jene in die Neigung des Willens einfließen, indem sie gegen das Gute der Liebe und der Liebtätigkeit wirken, und zwar so heimlich, daß man es gar nicht bemerken kann; und auf diese Weise zerstören sie das Wahre des Glaubens. Sie machen sich in den Höllen vor ihren Gefährten unsichtbar, denn diejenigen, die heimlich in der Welt gehandelt haben, können sich im anderen Leben unsichtbar machen, aber wenn sie erscheinen, erscheinen sie unter sich wie Menschen. Allein wenn sie von den Engeln angesehen werden, erscheinen sie als Schlangen, denn sie haben die Natur der Schlangen, und was von ihnen ausgeht, ist wie Gift, und ist auch

wirklich ein geistiges Gift. Deswegen bedeutet Gift im Worte List, und giftige Schlangen, wie Nattern, Ottern, Vipern, bezeichnen die Arglistigen. <HG 9013>

Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 305 →

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