Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen
Daß durch “vertilgen alles Wesen, das Ich gemacht habe, von den Angesichten des Bodens” bezeichnet wird das Eigene des Menschen, das gleichsam vertilgt wird, wenn er lebendig gemacht wird, erhellt aus dem, was früher vom Eigenen gesagt worden ist. Des Menschen Eigenes ist ganz böse und falsch; solange dies bleibt, so lange ist der Mensch tot, aber wenn er Versuchungen besteht, dann wird es zerstreut, d.h. aufgelöst und gemildert durch Wahres und Gutes vom Herrn, und so lebendig gemacht, und es scheint, als ob es nicht da wäre; daß es nicht erscheint und nicht mehr schadet, wird bezeichnet durch vertilgt werden, obwohl es keineswegs vertilgt wird, sondern bleibt. Es verhält sich damit ungefähr wie mit dem Schwarzen und Weißen; wenn diese durch die Lichtstrahlen auf verschiedene Weise miteinander versetzt werden, so verwandeln sie sich in schöne Farben, als in blaue, gelbe, purpurrote, durch die, je nach der Anlage, wie bei den Blumen Schönes und Liebliches sich darstellt, während in der Wurzel und auf dem Grunde immerhin Schwarz und Weiß bleiben. <HG 731>
“Ich möchte dich sonst vertilgen auf dem Wege” bedeutet, jene Völkerschaft würde, wenn das Göttliche bei ihr einflöße, zugrunde gehen. Dies erhellt aus der Bedeutung von vertilgen, sofern es heißt, zugrunde gehen. Daß jene Völkerschaft zugrunde gehen würde, wenn das Göttliche bei ihr einflöße
ist klar, denn es wird gesagt: “Ich will nicht hinaufgehen in deiner Mitte, Ich möchte dich sonst vertilgen auf dem Wege”. Damit verhält es sich in folgender Weise: Die, welche im Äußeren ohne das Innere sind, somit in den Trieben der Selbstund Weltliebe, können gar nichts Göttliches aufnehmen; deshalb wird das Innere bei ihnen verschlossen gehalten. Wenn bei ihnen das Innere geöffnet und das Göttliche einfließen würde, so würden sie ganz zugrunde gehen; denn ihr Leben kommt aus den Trieben der Selbst- und Weltliebe, und es ist ein fortwährender Gegensatz und Widerspruch zwischen diesen Liebestrieben und den himmlischen Liebestrieben, und himmlische Liebestriebe sind das Göttliche. Deshalb würde durch den Einfluß des Göttlichen ihr Leben ausgelöscht. <HG 10533>
Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 283 →
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