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Taufe – Entsprechungslexikon

Entsprechungslexikon · Zusammenstellung: Franz Kreuzwegerer (1998)

Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen

Getauft werden bedeutet im inneren Sinn wiedergeboren werden; denn die Taufe ist das Symbol (d.h. das entsprechende Zeichen) der Wiedergeburt, und somit der Einführung in die Kirche, d.h. in das Gute durch die Wahrheiten aus dem Worte. <HG 9032>

Wenn das Gute oder Wahre durch das Falsche verkehrt wird, dann muß das Verkehrte durch das Wahre verbessert werden. Innerhalb der Kirche durch das Wahre aus dem Wort, oder aus der Lehre, die aus dem Worte geschöpft ist. Der Grund davon ist, weil das Wahre lehrt, was Böses und was Falsches ist, und dadurch der Mensch es sieht und anerkennt. Und wenn er es sieht und anerkennt, dann kann es verbessert werden, denn der Herr fließt beim Menschen in das ein, was der Mensch weiß, nicht aber in das, was er nicht weiß. Deswegen verbessert Er auch das Böse und Falsche nicht eher, als bis der Mensch belehrt worden, daß es Böses und Falsches ist. Daher kommt es, daß diejenigen, die Buße tun sollen, ihr Böses sehen und anerkennen, und dadurch ein Leben des Wahren führen müssen. Ebenso verhält es sich mit den Reinigungen vom Bösen der Selbst- und der Weltliebe. Die Reinigungen von diesen Liebesarten sind nicht möglich, außer durch Glaubenswahrheiten, die lehren, daß aus jenen Liebesarten alle bösen Begierden stammen. Deshalb geschah auch die Beschneidung beim israelitischen und jüdischen Volke mit einem steinernen Messer, denn die Beschneidung bedeutete die Reinigung von jenen unreinen Liebesarten, und das steinerne Messer, mit dem sie geschah, bezeichnet das Glaubenswahre. Durch die Glaubenswahrheiten wird der Mensch auch wirklich wiedergeboren, dies wurde durch die Waschungen, vermittelst der sie ehemals gereinigt wurden, bezeichnet; und dasselbe wird auch heutzutage durch das Taufwasser bezeichnet, denn die Wasser bedeuten die Wahrheiten des Glaubens, durch die das Böse entfernt wird; und die Taufe bedeutet die Wiedergeburt. Hieraus erhellt, wie irrig diejenigen denken, die glauben, daß das Böse oder die Sünden beim Menschen abgestreift werden, wie der Schmutz am Körper durch Wasser abgewaschen wird. Und daß diejenigen in bezug auf das Innere rein waren, die ehemals nach den Satzungen der Kirche mit Wasser gewaschen wurden. Wie auch, daß sie heutzutage selig werden, wenn sie getauft werden, während doch die Waschungen ehemals nur die innere Reinigung vorbildeten, und die Taufe die Wiedergeburt bedeutet. Das Wasser bei derselben bedeutet die Glaubenswahrheiten, durch die der Mensch gereinigt und wiedergeboren wird, denn durch sie wird das Böse entfernt. Die Taufe ist für diejenigen, die innerhalb der Kirche sind, weil diese das Wort haben, in dem die Glaubenswahrheiten sind, durch die der Mensch wiedergeboren wird. <HG 9088>

Wer nicht weiß, daß die Wasser Wahrheiten des Glaubens bedeuten, kann auch nicht wissen, was die Taufe bedeutet, denn er glaubt, daß dieses Äußere den Menschen selig mache, da doch das Äußere nichts hilft sondern das Innere, das

bezeichnet wird, und das ist die Wiedergeburt durch die Wahrheiten des Glaubens; denn die Angehörigen der Kirche werden von den übrigen auf dem Erdkreis durch die Taufe unterschieden, weil diese durch die Wahrheiten des Glaubens wiedergeboren werden können, nicht aber, die außerhalb der Kirche sind; denn innerhalb der Kirche ist das Wort, in dem die Wahrheiten des Glaubens enthalten sind. <HG 10238>

Die Wiedergeburt wurde durch das Waschen vorgebildet, aber durch das Waschen des ganzen Leibes; dieses Waschen wurde Taufe genannt. Es soll auch kurz gesagt werden, warum der Herr, als Er in der Welt war, selbst auch getauft werden wollte, da doch durch das Taufen die Wiedergeburt des Menschen vom Herrn bezeichnet wird. Der Grund war, weil das Getauftwerden des Herrn selbst die Verherrlichung Seines Menschlichen bezeichnete; denn was im Wort die Wiedergeburt des Menschen bezeichnet, das bezeichnet auch die Verherrlichung des Menschlichen im Herrn, denn die Wiedergeburt des Menschen ist das Bild der Verherrlichung des Herrn. <HG 10239>

Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 41 →

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