← Zurück zu „S“

Sebulon – Entsprechungslexikon

Entsprechungslexikon · Zusammenstellung: Franz Kreuzwegerer (1998)

Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen

“Und Leah sprach: begabt hat mich Gott mit guter Gabe, diesmal wird mir beiwohnen mein Mann, weil ich ihm geboren habe sechs Söhne” bedeutet im höchsten Sinn das eigentlich Göttliche des Herrn und Sein Göttlich-Menschliches, im inneren Sinn die himmlische Ehe, im äußeren die eheliche Liebe. Daß das Beiwohnen oder die Beiwohnung im höchsten Sinn das eigentlich Göttliche des Herrn und Sein Göttlich-Menschliches ist, kommt daher, weil das eigentlich Göttliche, das der Vater genannt wird, im Göttlich-Menschlichen ist, das der Sohn heißt, gegen- und wechselseitig, nach den Worten des Herrn selbst: “Jesus sprach: Philippe, wer Mich gesehen hat, hat den Vater gesehen, glaubet Mir, daß Ich im Vater bin, und der Vater in Mir”; diese Vereinigung ist die göttliche Ehe; und jene Vereinigung ist keine Beiwohnung, sondern wird durch Beiwohnung im Buchstabensinn ausgedrückt; denn was eins ist, das wird als zwei dargestellt im Buchstabensinn, wie denn eben der Vater und der Sohn; ja als drei, wie der Vater, der Sohn und der Heilige Geist, und zwar aus mehreren Gründen, wovon, aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, anderwärts. Daß beiwohnen oder die Beiwohnung im inneren Sinn die himmlische Ehe bezeichnet, kommt eben daher; denn aus der göttlichen Ehe, welche ist die Vereinigung des Vaters und des Sohnes, oder des eigentlich Göttlichen des Herrn mit Seinem Göttlich-Menschlichen, hat die himmlische Ehe ihr Dasein. Die himmlische Ehe ist es, die das Reich des Herrn genannt wird, und auch der Himmel, und zwar deshalb, weil dieser sein Dasein hat von der göttlichen Ehe, die der Herr ist. Dieses nun ist es, was im inneren Sinn durch Beiwohnung bezeichnet wird, daher wird auch der Himmel die Wohnung Gottes genannt. Daß beiwohnen oder die Beiwohnung im äußeren Sinn ist die eheliche Liebe, kommt daher, weil alle eheliche Liebe nicht anderswoher ihr Dasein hat als aus der himmlischen Ehe, welche ist die des Guten und Wahren, und diese von der göttlichen Ehe, welche ist der Herr in Ansehung Seines Göttlichen Selbst und des Göttlich-Menschlichen. <HG 3960>

“Und sie nannte seinen Namen Sebulon” bedeutet die Beschaffenheit. Dies erhellt aus der Bedeutung von nennen den Namen, sofern es ist die Beschaffenheit, wovon oben; Sebulon bekam seinen Namen von beiwohnen, daher schließt er dasjenige in sich, was von der Beiwohnung gesagt wurde (HG 3960), und zugleich dasjenige, was durch die übrigen Worte der Leah bezeichnet wird. <HG 3961>

“Sebulon” bedeutet das Zusammenwohnen des Guten und Wahren. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Sebulons, insofern er die himmlische Ehe bezeichnet, also die Verbindung des Guten und Wahren, denn diese Verbindung ist die himmlische Ehe. Das Zusammenwohnen des Guten und Wahren wird gesagt, weil Sebulon in der Grundsprache ein Zusammenwohnen bedeutet.

Durch Sebulon wird hier von denen in der Kirche gehandelt, die über die geistigen Wahrheiten aus den Wissenschaften Schlüsse bilden und sie auf solche Weise bei sich begründen. Man muß aber wissen, daß unter Sebulon nicht diejenigen verstanden werden, die nichts glauben, als was die wißtümlichen Erkenntnisse und sinnlichen Wahrnehmungen lehren, und solche, die schon im voraus in der Verneinung sind; diese werden gar nicht glauben, weil die Verneinung im allgemeinen (bei ihnen) herrscht, und wenn dies der Fall ist, dann fließen nur die der Verneinung günstigen wißtümlichen Kenntnisse ein und sammeln sich, nicht aber die, welche bestätigen; diese werden vielmehr auf die Seite geworfen oder zugunsten der verneinenden Kenntnisse erklärt und dadurch wird die Verneinung bestärkt. Vielmehr werden unter Sebulon hier diejenigen verstanden, die an die Lehren aus dem Worte glauben, somit die, bei denen im allgemeinen etwas Bejahendes herrscht, und dennoch der Glaube nicht in den Wahrheiten, sondern in den wissenschaftlichen Kenntnissen sein Leben hat, denn sie verbinden das Wißtümliche mit den Lehrbestimmungen und begründen auf diese Weise ihre Bejahung. Daher erheben sich die, welche durch Sebulon bezeichnet werden, nicht über das Wißtümliche, sondern wenn sie von irgendeiner Glaubenswahrheit hören oder darüber denken, fallen sie sogleich in das Wißtümliche. Von solcher Art gibt es viele in der Welt. Auch sieht der Herr vor, daß die wißtümlichen Kenntnisse und die Sinneswahrnehmungen ihnen zu diesem Gebrauch dienen. <HG 6383>

“Vom Stamme Sebulon zwölftausend Versiegelte” bedeutet die Verbindung derer, die im dritten Himmel sind mit dem Herrn. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung und daher Bezeichnung Sebulons, und des nach ihm benannten Stammes, sofern er die Verbindung derer, die im dritten Himmel sind, mit dem Herrn bezeichnet; denn Sebulon ist in der hebräischen Sprache genannt vom Beiwohnen, die Beiwohnung aber im geistigen Sinn bedeutet Verbindung, wie sie bei denen stattfindet, die einander lieben. Daß hier Sebulon die Verbindung der im dritten Himmel Befindlichen mit dem Herrn bedeutet, kommt daher, weil durch die neun vorhergehenden Stämme alle diejenigen bezeichnet werden, die in den Himmeln sind und in die Himmel kommen, und weil drei Himmel sind, nämlich der innerste, der mittlere und der letzte, niemand aber in den Himmel kommt, als wen der Herr mit Sich verbindet. Daher wird durch diese drei zuletzt genannten Stämme die Verbindung mit dem Herrn bezeichnet: durch den Stamm Sebulon die Verbindung derer, die im dritten Himmel sind, mit dem Herrn; durch den Stamm Joseph die Verbindung derer, die im zweiten Himmel sind, mit dem Herrn; und durch den Stamm Benjamin die Verbindung derer, die im letzten Himmel sind, mit dem Herrn. Sebulon bedeutet im höchsten Sinn die Vereinigung des Göttlichen Selbst und des Göttlich-Menschlichen im Herrn, im inneren Sinn die Verbindung des Herrn mit dem Himmel und mit der Kirche, und im besonderen die Verbindung des Guten und Wahren daselbst; denn diese Verbindung bewirkt die Verbindung derer, die in den drei Himmeln sind und in der Kirche, mit dem Herrn, denn der

Herr fließt bei ihnen ein mit dem Guten der Liebe und Liebtätigkeit, und verbindet dieses mit den Wahrheiten bei ihnen, und dadurch verbindet Er mit Sich den Engel und den Menschen. Dies ist es, was durch die Beiwohnung, von der Sebulon den Namen hat, bezeichnet wird. <EKO 447>

Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 207 →

← Zurück zu „S“