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Priester – Entsprechungslexikon

Entsprechungslexikon · Zusammenstellung: Franz Kreuzwegerer (1998)

Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen

“Und derselbe war ein Priester”, daß dies bedeutet das Heilige der Liebe, erhellt aus der Bedeutung des Priesters im Wort: es sind zwei Prädikate, die dem Herrn beigelegt werden, nämlich daß Er sei ein König, und daß Er sei ein Priester. Der König oder das Königtum bedeutet das heilige Wahre, der Priester oder das Priestertum bedeutet das heilige Gute. Jenes ist das geistig Göttliche, dieses das himmlisch Göttliche. Der Herr als König regiert alles und jegliches im Weltall aus dem göttlich Wahren, und als Priester aus dem göttlich Guten. Das göttlich Wahre ist die eigentliche Ordnung Seines gesamten Reiches, und alle Gesetze desselben sind Wahres, oder ewige Wahrheiten; das göttlich Gute ist das eigentliche Wesentliche der Ordnung, wovon alles Angehör der Barmherzigkeit ist; beides wird vom Herrn ausgesagt. Wäre es nur das göttlich Wahre, so könnte kein Sterblicher selig werden, denn die Wahrheiten verdammen jeden zur Hölle. Dagegen das göttlich Gute, das Angehör der Barmherzigkeit ist, erhebt von der Hölle zum Himmel. Dieses ist es, was die Könige und Priester in der jüdischen Kirche vorgebildet haben; und was auch Melchisedek vorgebildet hat als König von Schalem, und als Priester Gott, dem Höchsten. <HG 1728, 2258>

In betreff dessen, daß Priester das Gute bedeuten, muß man wissen, daß es zweierlei ist, was vom Herrn ausgeht, nämlich das Gute und das Wahre. Das göttlich Gute wurde durch die Priester vorgebildet, und das göttlich Wahre durch die Könige. Daher kommt es, daß durch Priester das Gute bezeichnet wird, und durch Könige das Wahre. Über das Priestertum und das Königtum, das vom Herrn ausgesagt wird. Diese zwei, nämlich das Priestertum und das Königtum, waren in der vorbildlichen Alten Kirche in einer Person verbunden und zwar deshalb, weil das Gute und Wahre, das vom Herrn ausgeht, vereinigt ist, und sie sind auch verbunden im Himmel bei den Engeln. Die Person, in der diese zwei in der Alten Kirche verbunden waren, hieß Melchisedek. Weil eine vorbildliche Kirche auch bei den Nachkommen Jakobs errichtet werden sollte, sollte auch in einer Person vereint das göttlich Gute und das göttlich Wahre vorgebildet werden, die vereinigt vom Herrn ausgehen, aber wegen der Kriege und wegen der Abgötterei dieses Volkes wurden gleich Anfangs beide getrennt, und die über das Volk herrschten, wurden Heerführer und hernach Richter genannt; und diejenigen, die den Gottesdienst besorgten, wurden Priester genannt, und waren aus dem Samen Aharons und Levis. Später jedoch wurden beide in einer Person vereinigt, wie bei Eli und Samuel. Weil aber das Volk von der Art war, daß bei ihm keine vorbildliche Kirche errichtet werden konnte, sondern nur das Vorbild einer Kirche, wegen des Götzendienstes, der bei ihm herrschte, deshalb wurde es gestattet, daß sie getrennt wurden, und der Herr in Ansehung des göttlich Wahren durch Könige, und in Ansehung des göttlich Guten durch Priester vorgebildet wurde. Jene beiden sollten nicht getrennt werden, aus dem Grunde, weil das göttlich Wahre getrennt vom göttlich Guten einen jeden verdammt; hingegen das göttlich

Wahre vereint mit dem göttlich Guten ihn beseligt; denn nach dem göttlich Wahren ist der Mensch zur Hölle verdammt, aber infolge des göttlich Guten wird er daraus entnommen und in den Himmel erhoben. Die Beseligung geht von der Barmherzigkeit aus, somit vom göttlich Guten, die Verdammnis aber tritt ein, wenn der Mensch die Barmherzigkeit zurückstößt, und so das göttlich Gute von sich entfernt. Hierdurch wird er dann dem Gerichte aus dem Wahren überlassen. Daß die Priester den Herrn in Ansehung des göttlich Guten vorbildeten, und daher das Gute durch sie bezeichnet wird, kann man nach dem inneren Sinn deutlich aus allem erkennen, was in betreff des Priestertums angeordnet wurde, als Aharon erwählt wurde, und hernach die Leviten; z.B. daß der Hohepriester allein in das Allerheiligste eintreten und darin den Dienst versehen durfte; daß das dem Jehovah Geheiligte für die Priester war. <HG 6148>

Alles im Universum, sowohl im Himmel als in der Welt, muß sich auf das Gute und Wahre beziehen, um etwas zu sein, denn das Gute ist das Sein des Wahren, und das Wahre ist das Dasein des Guten. Deshalb kann das Gute nicht da sein ohne das Wahre, und das Wahre kann nicht sein ohne das Gute. Hieraus wird klar, daß sie verbunden sein müssen. Ihre Verbindung wird im Worte durch zwei Ehegatten vorgebildet, und auch durch zwei Brüder. Durch zwei Ehegatten, wenn von der himmlischen Ehe gehandelt wird, welche die des Guten und Wahren ist, und von der stufenweisen Abstammung aus dieser. Durch zwei Brüder, wenn von den beiden Ämtern gehandelt wird, nämlich von dem des Urteils (Gerichts) und von dem des Gottesdienstes. Die, welche das Amt des Gerichts verwalteten, wurden Richter genannt, und späterhin Könige; die aber das Amt des Gottesdienstes verwalteten, hießen Priester. Und weil alles Gericht (Urteil) durch das Wahre zustande kommt, und aller Gottesdienst aus dem Guten, darum wird durch Richter im Worte, in dem von der Person abgezogenen Sinn das Wahre aus dem Guten bezeichnet, durch die Könige aber das Wahre, aus dem das Gute kommt, und durch die Priester das Gute selbst. Daher kommt es, daß der Herr im Worte Richter genannt wird, wie auch Prophet und König, wo vom Wahren gehandelt wird, aber Priester, wo vom Guten die Rede ist. Ebenso Christus, der Gesalbte oder Messias, wenn vom Wahren, aber Jesus oder Heiland (Seligmacher), wenn vom Guten die Rede ist. <HG 9806>

Im Worte werden an mehreren Stellen Könige und Priester, ferner Könige, Fürsten, Priester und Propheten zusammengestellt; aber in diesen werden im inneren Sinn durch Könige die Wahrheiten in ihrer Zusammenfassung bezeichnet, durch Fürsten die vornehmsten Wahrheiten, durch Priester das Gute in seiner Zusammenfassung und durch Propheten die Lehren. <HG 9809>

“Und hat uns gemacht zu Königen und Priestern” bedeutet, daß wir von Ihm sind in Seinem geistigen und himmlischen Reich. Dies erhellt aus der Bedeutung der Könige, sofern sie diejenigen bezeichnen, die in Wahrheiten aus dem Guten sind, und weil diese das geistige Reich des

Herrn zusammen bilden, so bezeichnen sie auch die, welche in Seinem geistigen Reiche sind; und aus der Bedeutung der Priester, sofern sie diejenigen bezeichnen, die im Guten der Liebe sind, und weil diese das himmlische Reich des Herrn bilden, so bezeichnen sie auch diejenigen, die in Seinem himmlischen Reiche sind. <EKO 31>

“Sondern sie werden Priester Gottes und Christi sein” bedeutet, weil sie vom Herrn im Guten der Liebe und dadurch auch im Wahren der Weisheit gehalten werden. Unter den Priestern werden im Wort diejenigen verstanden, die im Guten der Liebe sind, und unter den Königen, die im Wahren der Weisheit sind. Es ist aber klar, daß der Herr die Menschen nicht zu Königen und Priestern machen wird, sondern daß Er diejenigen zu Engeln machen wird, die im Wahren der Weisheit und im Guten der Liebe aus Ihm sein werden. Daß aber unter den Priestern diejenigen verstanden werden, die im Guten der Liebe vom Herrn sind, kommt daher, weil der Herr die göttliche Liebe und die göttliche Weisheit ist, oder, was dasselbe ist, das göttlich Gute und das göttlich Wahre, und der Herr von der göttlichen Liebe oder dem göttlich Guten Priester heißt, und von der göttlichen Weisheit oder dem göttlich Wahren König. Daher kommt es, daß es zwei Reiche gibt, in welche die Himmel abgeteilt sind: das himmlische und das geistige; und das himmlische Reich heißt das priesterliche Reich des Herrn, weil die Engel in demselben Aufnehmer der göttlichen Liebe oder des göttlich Guten vom Herrn sind, und das geistige Reich heißt das königliche Reich des Herrn, weil die Engel in demselben Aufnehmer der göttlichen Weisheit oder des göttlich Wahren vom Herrn sind. Ich habe gesagt, sie seien Aufnehmer des göttlich Guten und des göttlich Wahren vom Herrn; man merke aber, daß sie beständig nur Aufnehmer sind, denn das göttlich Gute und das göttlich Wahre kann keinem Engel oder Menschen angeeignet werden, so daß sie sein eigen wären; es kann nur scheinen, als ob sie sein eigen wären, denn sie sind das Göttliche; deshalb kann kein Engel oder Mensch aus sich irgend Gutes und Wahres, das an sich gut wäre, hervorbringen. Woraus erhellt, daß sie vom Herrn im Guten und Wahren gehalten werden, und daß sie beständig darin erhalten werden. Wenn daher jemand in den Himmel kommt und denkt, das Gute und Wahre sei ihm angeeignet als das Seinige, so wird er sogleich aus dem Himmel entlassen und unterrichtet. <EKO 1265>

Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 332 →

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