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Öl – Entsprechungslexikon

Entsprechungslexikon · Zusammenstellung: Franz Kreuzwegerer (1998)

Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen

Daß der Ölbaum das Gute der Liebtätigkeit bedeutet, erhellt nicht bloß aus der Bedeutung des Ölbaumes, sondern auch aus der Bedeutung des Öls im Wort: das Öl vom Ölbaum war es, außer den Gewürzen, mit dem gesalbt wurden die Priester und Könige; und das Öl vom Ölbaum war für die Leuchten. Der Grund davon, daß das Öl des Ölbaums gebraucht wurde zu den Salbungen und den Leuchten, war, weil es vorbildete alles Himmlische, folglich alles Gute der Liebe und Liebtätigkeit; denn das Öl ist das eigentlich Wesentliche des Baumes, und gleichsam seine Seele, wie das Himmlische oder das Gute der Liebe und Liebtätigkeit das eigentlich Wesentliche oder die eigentliche Seele das Glaubens ist: daher die Vorbildung. Daß das Öl bedeutet das Himmlische oder das Gute der Liebe und Liebtätigkeit, kann durch vieles aus dem Worte begründet werden. <HG 886>

Öl bezeichnet das Gute der Liebe oder das himmlisch Gute. Diejenigen, die in diesem Guten sind, sind Menschen der himmlischen Kirche und Engel des innersten oder dritten Himmels. <HG 4581>

Öl und Baumöl bedeutet im Worte sowohl das himmlisch Gute als das geistig Gute; das himmlisch Gute, wo vom himmlischen Reich oder der himmlischen Kirche gehandelt wird, und das geistig Gute, wo vom geistigen Reich oder der geistigen Kirche gehandelt wird; diese Reiche oder diese Kirchen werden durch das Gute unterschieden: Das Gute des himmlischen Reiches oder der himmlischen Kirche ist das Gute der Liebe zum Herrn und das Gute der gegenseitigen Liebe. Und das Gute des geistigen Reiches oder der geistigen Kirche ist das Gute der Liebtätigkeit gegen den Nächsten und das Gute des Glaubens. <HG 9780>

“Aber dem Öl und Wein tue kein Leid” bedeutet, es sei vorgesehen worden, daß dem inneren oder geistigen Sinn des Wortes kein Schaden zugefügt werde, weder

in Ansehung des Guten, noch in Ansehung des Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung des Öls, sofern es das Gute der Liebe ist, worüber folgt; aus der Bedeutung des Weins, sofern er das Wahre dieses Guten ist; denn alles Gute hat sein Wahres oder alles Wahre gehört dem Guten an - wie daher das Gute beschaffen ist, so ist auch das Wahre beschaffen. Und aus der Bedeutung von “leid tun”, sofern es heißt, denselben Schaden zufügen. Daß der innere oder geistige Sinn des Wortes in Ansehung des Guten und in Ansehung des Wahren es ist, der hier insbesondere durch Öl und Wein bezeichnet wird, erhellt daraus, daß durch Weizen und Gerste das Gute und Wahre bezeichnet wird, ebenso wie durch Öl und Wein, aber durch Weizen und Gerste das Gute und Wahre der Kirche im allgemeinen, somit das, welches im Buchstabensinn des Wortes ist, denn das Gute und Wahre, das in diesem Sinn des Wortes ist, ist Gutes und Wahres im allgemeinen, da der Buchstabensinn den geistigen Sinn in sich schließt, und daher geistig Gutes und Wahres; deshalb bedeutet Weizen und Gerste Gutes und Wahres der Kirche im allgemeinen, das dem Buchstabensinn des Wortes angehört, aber Öl und Wein Gutes und Wahres des inneren oder geistigen Sinns des Wortes, dieses ist ein inwendigeres Gutes und Wahres, jenes aber das auswendigere. Daß es inwendigeres und auswendigeres Gutes und Wahres gibt, jenes im geistigen oder inneren Menschen, dieses im natürlichen oder äußeren, kann aus dem erhellen, was im Werk von Himmel und Hölle gesagt und gezeigt wurde, daß es nämlich drei Himmel gibt, und daß der innerste oder dritte Himmel im innersten Guten und Wahren oder des dritten Grades ist, und daß der mittlere oder zweite Himmel im niedrigeren Guten und Wahren oder des zweiten Grades ist, und daß der letzte oder erste Himmel im letzten Guten und Wahren oder des ersten Grades ist. Das letzte Gute und Wahre oder das des ersten Grades ist das, wie es enthalten ist im Buchstabensinn des Wortes; deshalb sind diejenigen, die in diesem Sinn bleiben und daraus sich eine Lehre machen und nach derselben leben, im letzten Guten und Wahren, weil diese das Inwendigere nicht sehen aus dem Grund, weil sie nicht rein geistig sind, wie die Engel der oberen Himmel, sondern geistig natürlich. Gleichwohl sind sie im Himmel, aber im letzten, denn das Gute und Wahre, das sie aus dem Buchstabensinn aufgefaßt haben und bei ihnen ist, hat in sich das inwendigere Gute und Wahre, das dem geistigen Sinn des Wortes angehört, denn es entspricht, und durch die Entsprechung machen sie eins aus. Zum Beispiel: Wenn jemand aus dem Buchstabensinn des Wortes glaubt, daß Gott zürne und diejenigen verdamme und in die Hölle werfe, die böse leben, so ist das zwar an sich nicht wahr, weil Gott gar nicht zürnt, noch einen Menschen verdammt und in die Hölle wirft, dennoch aber wird das bei denen, die gut leben und so glauben, weil das Wort im Buchstaben so sagt, vom Herrn als wahr angenommen, weil das Wahre inwendig darin verborgen liegt, was auch den inwendigeren Engeln klar vor Augen steht, obwohl jene selbst es nicht sehen. Ein weiteres Beispiel: Wer glaubt, daß er lange leben werde, wenn er Vater und Mutter liebt nach dem Gebot des Dekalogs, und wenn er sie ebendeshalb liebt und sonst gut lebt, der wird ebenso angenommen, wie wenn er das eigentlich

Wahre geglaubt hätte, denn er weiß nicht, daß unter Vater und Mutter im höchsten Sinn der Herr und Sein Reich verstanden wird: unter dem Vater der Herr und unter der Mutter Sein Reich, und daß durch die Verlängerung der Tage oder ein langes Leben bezeichnet wird: selig in Ewigkeit. Ebenso in tausend anderen Fällen. Dies wurde gesagt, damit man wisse, was unter dem auswendigeren Guten und Wahren und unter dem inwendigeren Guten und Wahren des Wortes verstanden wird, weil durch Weizen und Gerste das auswendigere Gute und Wahre bezeichnet wird, d.h. das, welches dem Buchstabensinn des Wortes angehört, aber durch Öl und Wein das inwendigere Gute und Wahre bezeichnet wird, d.h. das, welches dem geistigen Sinn des Wortes angehört. Daß durch Weizen und Gerste das auswendigere Gute und Wahre, oder das Gute und Wahre des Buchstabensinns des Wortes bezeichnet wird, kommt daher, weil sie der Ernte des Feldes angehören und nicht zum Essen dienen ehe sie Brot werden, und durch Brot das inwendigere Gute bezeichnet wird, somit durch Weizen und Gerste solches, aus dem jenes Gute bereitet wird. Solcherart ist auch das Gute und Wahre des Buchstabensinns des Wortes. Daß aber durch Öl und Wein das inwendigere Gute und Wahre bezeichnet wird, das dem inneren oder geistigen Sinn des Wortes angehört, kann aus deren Bedeutung im Wort erhellen, wie aus dem Folgenden klar werden wird. Der Grund, warum diesem kein Schaden zugefügt werden soll, ist, damit es nicht entweiht werde, denn, wenn es gewußt und geglaubt, nachher aber geleugnet würde, oder auch wenn man gegen dasselbe leben würde, dann würde es entweiht; und das inwendigere Gute und Wahre entweihen heißt, mit dem Himmel und zugleich mit der Hölle sich verbinden, und das heißt, das geistige Leben ganz zugrunde richten, denn das Gute und Wahre, das geglaubt wird, verbleibt, und auch das Böse und Falsche, das durch Leugnung oder durch ein Leben gegen jenes, an die Stelle von jenem tritt: daraus folgt dann die Verbindung des Guten und Wahren, das dem Himmel angehört, mit dem Bösen und Falschen, das der Hölle angehört, das nicht getrennt werden kann, sondern zerrissen, und wenn es zerrissen wird, so wird das Ganze des geistigen Lebens zerstört. Daher kommt es, daß die Entweiher nach dem Tod nicht Geister sind in menschlicher Form wie andere, sondern lauter Phantasien, und sie glauben gedankenlos da- und dorthin zu fliegen, und werden zuletzt von den anderen getrennt, und in die allerunterste Hölle hinabgeworfen; und weil sie nicht in menschlicher Form erscheinen wie andere Geister, darum wird von ihnen nicht mehr gesagt er oder sie, sondern “es”, d.h.: kein Mensch. Daß das Öl das Gute der Liebe bedeutet, kann hauptsächlich erhellen aus den Salbungen bei den Söhnen Israels, oder in ihrer Kirche, die durch Öl geschahen; denn alle Gegenstände der Kirche wurden damit geweiht und wenn sie geweiht waren, wurden sie heilig genannt, wie z.B. der Altar und seine Gefäße, das Zelt der Zusammenkunft und alles, was darinnen war, sodann diejenigen, die des Priesteramts pflegten und ihre Kleider, und überdies die Propheten und zuletzt die Könige. Jeder kann sehen, daß das Öl selbst nicht heiligt, sondern das, was durch das Öl bezeichnet wird, welches das Gute der Liebe zum Herrn vom Herrn

ist; dieses wird durch das Öl bezeichnet; deshalb hatten jene Gegenstände oder Personen von dem Augenblick an, wo sie gesalbt waren, eine vorbildliche Bedeutung, denn das Öl bewirkte eine vorbildliche Bedeutung auf den Herrn und das Gute der Liebe von Ihm, weil das Gute der Liebe zum Herrn vom Herrn das eigentlich Heilige des Himmels und der Kirche ist, denn alles Göttliche fließt dadurch ein. Daher sind die Dinge, die dem Himmel und der Kirche angehören, und die geistige Dinge genannt werden, in dem Maße heilig, als sie von jenem in sich haben. Der Grund der Vorbildung des Heiligen durch das Öl ist folgender: Der Herr allein ist in Ansehung des Göttlich-Menschlichen der Gesalbte Jehovahs, denn in Ihm war von der Empfängnis her das eigentliche göttlich Gute der göttlichen Liebe, und vermöge dessen war Sein Menschliches das eigentliche göttlich Wahre, als Er in der Welt war, und nachher machte Er durch Vereinigung mit dem Göttlichen Selbst in Ihm dasselbe auch zum göttlich Guten der göttlichen Liebe. Und weil alles, was der Kirche angehörte, göttliche Dinge waren, die vom Herrn und im höchsten Sinn den Herrn selbst vorbildeten (denn die bei den Söhnen Israels eingesetzte Kirche war eine vorbildliche Kirche), darum wurde das Öl, durch welches das göttlich Gute der göttlichen Liebe bezeichnet wurde, zur Beibringung der vorbildlichen Bedeutungen gebraucht; und nachdem die Sachen oder Personen gesalbt worden waren, wurden sie als heilig angesehen, nicht als ob irgendeine Heiligkeit dadurch in sie gekommen wäre, sondern weil die Heiligkeit durch sie im Himmel vorgebildet wurde, wenn sie im Gottesdienst waren. Dies wurde gesagt, auf daß man wisse, daß Öl das Gute der Liebe bedeutet; aber daß dieses noch besser einleuchten möge, will ich es der Ordnung nach einzeln darlegen, nämlich: Daß man in den alten Zeiten Steine, die als Denksäulen aufgerichtet wurden, mit Öl gesalbt hat; sodann Kriegswaffen, als: Schirme und Schilde; und nachher den Altar und alle seine Gefäße, und das Zelt der Zusammenkunft mit allem was darin war; und außerdem diejenigen, welche das Priesteramt pflegen sollten und deren Kleider; wie auch die Propheten und zuletzt die Könige, die daher die Gesalbten hießen. Daß auch ein allgemeiner Brauch war, sich und andere zu salben, um damit Frohsinn und Wohlwollen zu bezeugen; und daß hieraus einleuchtet, daß das Öl im Wort das Gute bedeutet: das Öl der Heiligkeit, das zubereitet wurde zur Salbung der Gegenstände, die für den Gottesdienst in der Kirche dienten, das göttlich Gute der göttlichen Liebe; und das Öl überhaupt das Gute und sein Angenehmes. <EKO 375>

Weil die meisten Ausdrücke im Wort auch den entgegengesetzten Sinn haben, so auch der Wein, und in demselben bedeutet er das verfälschte Wahre und auch das Falsche. <EKO 376>

Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 254 →

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