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Oberste, der – Entsprechungslexikon

Entsprechungslexikon · Zusammenstellung: Franz Kreuzwegerer (1998)

Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen

“Der aber sprach: Wer hat dich gesetzt zum Obersten und Richter über uns?” bedeutet Innewerden, er sei in den Wahrheiten der Kirche noch nicht so weit gekommen, daß er die Streitigkeiten innerhalb der Kirche schlichten könnte. Dies erhellt aus der Bedeutung von “er sprach”, sofern es ein Innewerden bezeichnet, worüber öfter; aus der Bedeutung des Obersten, sofern er den bezeichnet, der in den vornehmsten Wahrheiten, somit vor anderen in der Lehre des Wahren erleuchtet ist; dieser wurde in der vorbildlichen Kirche durch den Obersten verstanden. Daher kommt es, daß durch: Wer hat dich gesetzt zum Obersten? bezeichnet wird, er sei in den Wahrheiten der Kirche noch nicht so weit gekommen. Und aus der Bedeutung des Richters, sofern er den bezeichnet, der Händel oder Streitigkeiten schlichtet, hier Streitigkeiten innerhalb der Kirche, weil zwischen zwei hebräischen Männern, durch welche die Angehörigen der Kirche bezeichnet werden. <HG 6766>

“Und setze sie über sie als Oberste über tausend” bedeutet die Hauptwahrheiten, die auf der ersten Stufe unter dem unmittelbaren Wahren vom Göttlichen stehen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Obersten, insofern sie Hauptwahrheiten bezeichnen; hier die Wahrheiten aus dem Guten, weil diese Obersten unter Mose standen, durch den das vom göttlich Guten hervorgehende göttlich Wahre vorbildlich dargestellt wird; und aus der Bedeutung von “über tausend”, insofern es die bezeichnet, die auf der ersten Stufe stehen; denn tausend bedeutet viele, oder im abstrakten Sinn vieles, und auch wo vieles ist, oder solche, die über viele gesetzt sind, und daher in höherer Würde stehen, als die, die über wenige gesetzt sind. Hier also die, welche auf der ersten Stufe stehen, denn die auf einer tieferen Stufe Stehenden waren die Obersten über hundert, über fünfzig und über zehn. <HG 8712>

“Und die Könige der Erde, und die Großen und die Reichen, und die Obersten und die Gewaltigen” bedeuten alles inwendige Gute und Wahre, und alles äußere Gute und Wahre, durch welches Weisheit und Einsicht kommt. Dies erhellt aus der Bedeutung der Könige, sofern sie das Wahre aus dem Guten im ganzen Inbegriff bezeichnen; aus der Bedeutung der Großen und Reichen, sofern sie das inwendige Gute und Wahre bezeichnen, worüber folgt; aus der Bedeutung der Obersten und Gewaltigen, sofern sie das äußere Gute und Wahre bezeichnen: die Obersten solches Gutes und die Gewaltigen solches Wahres, worüber ebenfalls folgt. Es wird auch gesagt, durch welches Weisheit und Einsicht kommt, weil aus dem inwendigen Guten und Wahren, welches geistig Gutes und Wahres ist, Weisheit kommt, und aus dem äußeren Guten und Wahren, welches natürlich Gutes und Wahres aus geistigem ist, Einsicht kommt. Die Weisheit unterscheidet sich von der Einsicht dadurch, daß die Weisheit aus dem Himmelslicht stammt, und die Einsicht aus dem durch das Himmelslicht erleuchteten Weltlicht stammt. Dies ist der Grund, warum vom geistig Guten und Wahren Weisheit, und vom natürlich Guten und Wahren Einsicht gesagt wird, denn das geistig Gute und Wahre kommt aus dem Himmelslicht, weil das geistige oder inwendige Gemüt im Himmelslicht ist, und das natürlich Gute und Wahre kommt aus dem Weltlicht, weil das natürliche oder äußere Gemüt im Weltlicht ist; aber in dem Maß, als dieses Gemüt das Himmelslicht durch das geistige Gemüt aufnimmt, ist es in der Einsicht. Wer da glaubt, daß die Einsicht aus dem bloßen Weltlicht komme, welches das natürliche Licht genannt wird, ist sehr im Irrtum. Unter Einsicht wird verstanden, das Wahre und Gute aus sich sehen, möge es ein bürgerliches oder sittliches oder geistiges sein, dagegen dieses aus einem anderen sehen, ist keine Einsicht, sondern Wissenschaft. Damit man aber wisse, wie dieses zu verstehen ist, sehe man, was EKO 406 gesagt wurde, nämlich, daß der Mensch zwei Gemüter hat, erstens ein geistiges oder inneres, zweitens ein natürliches oder äußeres, und daß das geistige oder inwendige Gemüt bei denen geöffnet wird, die das Gute und Wahre des Wortes auf das Leben anwenden, aber nicht geöffnet wird bei denen, die das Gute und Wahre des Wortes nicht auf das Leben anwenden, sondern bloß das natürliche oder äußere Gemüt; diese werden daher natürliche Menschen genannt, jene aber geistige. Diesem ist noch beizufügen, daß in dem Maß, als das geistige oder inwendige Gemüt geöffnet wird, durch dasselbe vom Herrn geistiges Licht, welches das Himmelslicht ist, in das natürliche oder äußere Gemüt einfließt, und es erleuchtet und Einsicht gibt. Das Gute und Wahre, welches das geistige oder inwendige Gemüt ausmacht, wird verstanden unter den Großen und Reichen: das Gute unter den Großen und das Wahre unter den Reichen; aber das Gute und Wahre, welches das natürliche oder äußere Gemüt ausmacht, wird verstanden unter den Obersten und Gewaltigen; dieses Gute unter den Obersten und dieses Wahre unter den Gewaltigen. <EKO 408>

Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 234 →

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