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Morgenröte – Entsprechungslexikon

Entsprechungslexikon · Zusammenstellung: Franz Kreuzwegerer (1998)

Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen

“Wie die Morgenröte aufging”, daß dies bedeutet, wenn das Reich des Herrn herannaht, erhellt aus der Bedeutung der Morgenröte oder des Morgens im Worte: weil in diesem Kapitel von den nacheinander folgenden Zuständen der Kirche gehandelt wird, so war zuerst die Rede von dem, was geschah am Abend, hernach, was in der Nacht, nun folgt, was in der Morgendämmerung, und gleich darauf, was geschah nachdem die Sonne aufgegangen war. Die Morgendämmerung wird hier ausgedrückt durch die Worte: “wie die Morgenröte aufging” und hat dann statt, wenn die Guten von den Bösen geschieden werden. <HG 2405>

“Bis die Morgenröte emporstieg” bedeutet, vor der Verbindung des durch Jakob bezeichneten natürlich Guten mit dem himmlisch Geistigen, oder dem göttlich Guten des Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung der Morgenröte, insofern sie im höchsten Sinn den Herrn bezeichnet, im vorbildlichen Sinn Sein Reich, und im allgemeinen Sinn das Himmlische der Liebe. Hier ist es das himmlisch Geistige; denn als die Morgenröte emporstieg, wurde Jakob Israel genannt, wodurch der himmlisch-geistige Mensch bezeichnet wird, und deshalb bedeutet: “bevor die Morgenröte emporstieg”, vor der Verbindung des natürlich Guten, das jetzt durch Jakob bezeichnet wird, mit dem himmlisch Geistigen. <HG 4275>

“Und er sprach: Laß mich, denn die Morgenröte steigt empor” bedeutet, die Versuchung habe aufgehört, als die Verbindung eintrat. Dies erhellt aus der Bedeutung von “lassen”, nämlich ablassen vom Ringen mit mir, insofern es bezeichnet, daß die Versuchung aufhörte. Ferner aus der Bedeutung der Morgenröte, insofern sie die Verbindung des durch Jakob bezeichneten natürlich Guten mit dem himmlisch-geistigen, oder dem göttlich Guten des Wahren ist. Daß das Ringen begann, bevor die Morgenröte emporstieg, und daß es beendigt wurde, sobald sie emporstieg, und daß hernach erzählt wird, was geschah, als die Sonne aufging, kommt daher, weil die Tageszeiten wie die Jahreszeiten Zustände bedeuten; hier die Zustände der Verbindung durch Versuchungen, denn wenn die Verbindung des inneren Menschen mit dem äußeren stattfindet, dann ist bei ihm Morgenröte; denn dann tritt er in den geistigen oder himmlischen Zustand ein. Dann erscheint ihm auch ein Licht, wie das der Morgenröte, wenn

er sich in einem solchen Zustand befindet, daß er es wahrnehmen kann. Überhaupt wird sein Verstandesvermögen erleuchtet, und es ist ihm wie einem Menschen, wenn er des Morgens aus dem Schlafe erwacht und die Morgenröte zuerst leuchtet und der Tag beginnt. <HG 4283>

Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 134 →

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